Aus im Fußball-Bezirkspokal SV Tur Abdin erst im Tiefschlaf, dann ohne Glück

Von Richard Schmid

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Wo ist die Lücke? Der Delmenhorster Manuel Celik wird von mehreren Wardenburgern umzingelt. Foto: SchmidWo ist die Lücke? Der Delmenhorster Manuel Celik wird von mehreren Wardenburgern umzingelt. Foto: Schmid

Wardenburg. Der SV Tur Abdin Delmenhorst scheidet im Bezirkspokal in Wardenburg im Elfmeterschießen aus. Bis zur 89. Minute haben die Aramäer den Achtelfinal-Einzug vor Augen. Doch dann fällt das Gegentor zum 2:2. Im Elfmeterschießen scheitert Simon Matta am während des gesamten Spiels starken Wardenburger Torwart Engelbart.

Mit dem SV Tur Abdin ist der letzte Vertreter Delmenhorsts bereits in der dritten Runde des Bezirkspokals beim unterklassigen VfR Wardenburg im Elfmeterschießen mit 6:7 (2:2, 0:0) unglücklich ausgeschieden. Dabei hatten es die Delmenhorster bis zu den Schlussminuten selbst in der Hand, das Spiel siegreich zu gestalten. 2:1 lagen die Aramäer in Front – und nur dank eines kollektiven Tiefschlafs der Abwehr in der 90. Spielminute kam Kreisligist Wardenburg zum alles in allem verdienten Ausgleich.

Im unmittelbar darauffolgenden Elfmeterschießen (im Bezirkspokal gibt es keine Verlängerung) behielt das Team aus dem Landkreis Oldenburg mit 5:4 die Oberhand. Entsprechend enttäuscht zeigte sich nach Spielende auch Tur Abdins Co-Trainer Daniel Yousef: „Wir waren nach dem 2:1 nicht clever genug, spielen viel zu blind nach vorne und geben das Spiel durch Unkonzentriertheit und Unzulänglichkeiten noch aus der Hand.“ Pokalschreck Wardenburg schaltete nach dem TuS Eversten und BW Bümmerstede damit den dritten Bezirksligisten hintereinander aus.

Dabei bestimmten die Gäste vor 80 Zuschauern über weite Strecken der ersten Halbzeit das Spiel, ohne jedoch zwingende Torchancen heraus zu spielen. So dauerte es bis zur 29. Minute, ehe Tur Abdin das erste Mal zu einem halbwegs gefährlichen Torabschluss kam. Der letztlich harmlose Schuss von Joseph Kaya wurde jedoch eine sichere Beute des VfR Keepers Thorben Engelbart.

Erst in den letzten zehn Minuten der ersten Hälfte nahm das Spiel Fahrt auf. Und es waren die Gastgeber, die in der 37. Minute nach einem feinen Solo von Lukas Menke über rechts fast aus dem Nichts heraus das 1:0 erzielt hätten. Die nach innen gut getimte Flanke wurde von der vielbeinigen Abwehr der Gäste knapp zur Ecke abgewehrt. Nur wenig später hätte es fast im Tor der Gastgeber geklingelt. Doch die Abdiner Can Blümel (42.) und Manuel Celik (43.) scheiterten am überragend haltenden Thorben Engelbart. Doch es sollte noch dramatischer kommen: Fast im Gegenzug bekam Wardenburg einen Elfmeter zugesprochen, der jedoch zum Glück für die Yousef-Elf geradezu kläglich vergeben wurde, weil Rene Jürgens den Ball über das Tor schoss (44.)

Abwehrreihen lassen viele Chancen zu

Der Beginn der zweiten Halbzeit gehörte eindeutig den Gastgebern, die sich gleich mehrfach gute Chancen erspielten. Doch Tur-Abdin-Torwart Jens Dekarski war stets auf der Hut und verhinderte mit seinen Paraden einen Rückstand. In dieser Drangperiode der Wardenburger gelang den Aramäern, nachdem die VfR-Abwehr den Ball nur unzureichend abwehren konnte, in der 53. Minute das 1:0 durch Johannes Artan. In der Folge entwickelte sich ein munteres Spiel, die zunächst so souveränen Abwehrreihen auf beiden Seiten ließen mehr und mehr Chancen zu.

Ein direkt verwandelter Freistoß aus halblinker Position an Freund und Feind vorbei führte in der 65. Minute zum 1:1 durch Tim Conring. Das Resultat schien beide Teams ein wenig zu lähmen, Torchancen blieben in der Folge Mangelware – bis zur 80. Minute.

Gleich geht‘s ins Elfmeterschießen: Co-Trainer Daniel Yousef notiert die Namen der Schützen. Foto: Richard Schmid

Nach einer Flanke von rechts durch Can-Denis Blümel kam Simon-Josef Matta völlig frei zum Kopfball, den dieser am verdutzten VfR Keeper Engelbart vorbei im Tor unterbrachte. Der Rest ist bekannt: Den Gästen gelang es nicht, das 2:1 nach Hause zu schaukeln – und wurden aufgrund eigener Unzulänglichkeiten, als man den Ball im eigenen Strafraum vertändelte, mit dem 2:2 Ausgleich bestraft.

Im anschließenden Elfmeterschießen war Simon Matta dann der Unglücksrabe, als er mit dem letzten Tur-Abdin-Elfmeter an Engelbart scheiterte. Wardenburg jubelte – und trifft nun im Achtelfinale am 3. Oktober auf Landesligist FC Schüttorf.


VfR Wardenburg: Engelbart; Linder, Menke, Schrinner, Vogelsang (36. Berisha), Conring, Feist, Jürgens, Nitsche, Winter (64. Hörnlein), Albertzarth.

SV Tur Abdin: Dekarski; J. Kaya (65. G. Celik), Stark, Artan, Thüroff, Blümel, Sen, S.-J. Matta, M. Celik, N. Yousef, L. Mutlu.

Tore: 0:1 Artan (53.), 1:1 Conring (65.), 1:2 S.-J. Matta (80.), 2:2 Hörnlein (89.).

Tore im Elfmeterschießen: 2:3 Blümel, 3:3 Schrinner, 3:4 Artan, 4:4 Jürgens, 4:5 Stark, 5:5 Hörnlein, 5:6 Mutlu, 6:6 Albertzarth, Engelbart pariert gegen Matta, 7:6 Albertzarth.

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