Fußball TV Jahn Delmenhorst benötigt noch Zeit

Von Klaus Erdmann

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Delmenhorst. Fußball-Regionalligist TV Delmenhorst gastiert im Niedersachsenpokal beim TSV Abbehausen. Die Delmenhorsterinnen müssen auf dem ungeliebten Kunstrasenplatz ohne die verletzte Neele Detken antreten. Die Neulinge des TVJ können die Abgänge noch nicht kompensieren.

Vier Tage nach der 3:4-Auftaktniederlage gegen Holstein Kiel bestreiten die Fußballerinnen des TV Jahn Delmenhorst erneut ein Pflichtspiel. Am Donnerstag, 20 Uhr, gastieren sie in Runde eins des AOK-Niedersachsenpokals beim TSV Abbehausen. Das Treffen wurde vorverlegt, da Jahn am eigentlichen Spieltag (Sonntag, 9. September) im DFB-Pokal den Herforder SV empfängt. Abbehausen ist als Meister der Landesliga in die Oberliga aufgestiegen. Hier belegt das Team nach drei Spielen mit sechs Punkten und 10:7 Toren Platz vier.

Fünf Treffer erzielte Samantha Müller. Auf sie muss Jahn auf dem ungeliebten Kunstrasenplatz ebenso besonders aufpassen wie auf Chiara Böschen, die es 2017/18 auf 25 Tore brachte. Jahns Cheftrainer Claus-Dieter Meier: „Wir müssen hoch konzentriert sein und dürfen nicht ins Hintertreffen geraten.“ Er muss auf Leistungsträgerin Neele Detken verzichten, die sich in der Partie gegen Kiel am Knie verletzte. Sandra Göbel, die bereits am Sonntag fehlte, fällt mit einer Fußverletzung wohl noch bis Ende Oktober aus.

Starke Offensive, Patzer in der Defensive

Das Kiel-Spiel hat offenbart, dass Jahns Frauen nach der Rückkehr in die Regionalliga noch Zeit benötigen. Zunächst rückte die starke Offensive in den Mittelpunkt des Geschehens. Anna Mirbach, Detken und Nathalie Heeren kombinierten phasenweise hervorragend und produzierten – im Verbund mit Neuzugang Vivien Endemann – das 1:0 und 2:0. Als jedoch die Defensivabteilung verstärkt gefordert wurde, häuften sich die Fehler, die die angriffslustigen Kielerinnen zu vier Toren nutzten.

Nach dem „relativ erfolgreichen Jahr in der 2. Bundesliga“ (Abteilungsleiter Bernd Hannemann) meldeten sich gleich acht Spielerinnen ab. Unter ihnen befanden sich Leistungsträgerinnen (Lena Funke, Bianca Becker) und Stammkräfte (Nele-Victoria Aufurth, Malin Knodel).

Mit Funke und Knodel sind Meier die Außenverteidigerinnen abhanden gekommen. Kira Grotheer und Neuzugang Carmen Höpoltseder müssen in diese Positionen noch hineinwachsen. „Gerade beim Stellungsspiel müssen sie noch lernen“, sagt Meier.

Talente müssen behutsam aufgebaut werden

Heimkehrerin Lynn Janning besetzte erwartungsgemäß ihren „alten“ Posten in der Innenverteidigung (für Aufurth). Aber die Neuzugänge können die Abgänge natürlich noch nicht kompensieren. Endemann deutete wiederholt ihr Talent an, doch sie feierte erst vor drei Wochen den 17. Geburtstag und muss die Regionalliga-Reife (und eventuell mehr) erst noch erlangen. Höpoltseder spielte für den Bremer Verbandsligisten TuS Schwachhausen II und befindet sich ebenfalls inmitten eines gewaltigen Sprungs. Gleiches gilt für ehemalige Spielerinnen aus der Zweiten und den B-Juniorinnen, die die Verantwortlichen behutsam aufbauen wollen.

Auch mit der neuen Rolle (gestern Underdog, heute Mitfavorit) und der „offensiveren Ausrichtung“ (Hannemann) müssen sie beim TV Jahn erst mal klar kommen. Zwar spielt Jahn nicht mehr in der 2. Liga, aber auch die dritthöchste Spielklasse ist hervorragend bestückt. „Es wird wieder eng.“ Davon ist nicht nur Kiels Trainer Bernd Begunk überzeugt.


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