Fußball-Bezirkspokal Tur Abdin will miese Delmenhorster Pokal-Bilanz aufpolieren

Von Andreas Bahlmann und Daniel Niebuhr

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Schnell wieder aufstehen: Der SV Tur Abdin Delmenhorst um Dennis Thüroff (rechts, gegen den Wildeshauser Christoph Stolle) muss am Mittwoch im Bezirkspokal beim VfR Wardenburg ran. Foto: Rolf TobisSchnell wieder aufstehen: Der SV Tur Abdin Delmenhorst um Dennis Thüroff (rechts, gegen den Wildeshauser Christoph Stolle) muss am Mittwoch im Bezirkspokal beim VfR Wardenburg ran. Foto: Rolf Tobis

Delmenhorst/Landkreis. Im Fußball-Bezirkspokal hat es seit 13 Jahren kein Delmenhorster Team mehr ins Viertelfinale geschafft. Der SV Tur Abdin will am Mittwoch beim VfR Wardenburg schon einmal die Runde der letzten 16 erreichen.

Über die Delmenhorster Mannschaften im Fußball-Bezirkspokal lassen sich wahrlich keine großen Heldenlieder dichten; die drittgrößte Stadt im Bezirk Weser-Ems war für diesen Wettbewerb in der näheren Vergangenheit mehr oder weniger irrelevant. Vor 31 Jahren war der TuS Heidkrug der einzige Delmenhorster Sieger überhaupt, 2000 stand der nur kurzzeitig existierende Delmenhorster SC mal im Finale – punktuelle Glanzlichter einer ansonsten tristen Bilanz. Ins Viertelfinale hat es seit dem SV Baris 2005 jedenfalls kein Delmenhorster Verein mehr geschafft.

Der SV Tur Abdin muss sich deswegen noch am wenigsten grämen, die Aramäer waren immerhin die einzige Mannschaft, die in den vergangenen 13 Jahren das Achtelfinale erreichte – weil Drittrundengegner TV Esenshamm 2013 nach der wegen des katastrophalen Flutlichts auf dem Stadionnebenplatz abgebrochenen Partie nicht zum Wiederholungsspiel antrat. Mittwochabend kann Tur Abdin es erneut in die Runde der letzten 16 schaffen, ab 19.30 Uhr läuft der Bezirksligist bei Pokalschreck VfR Wardenburg auf, der als einer von zwei Kreisligisten noch dabei ist. Im Anschluss wird vor Ort das Achtelfinale ausgelost.

Wardenburg: fünf englische Wochen in Folge

Für die Delmenhorster ist es die Gelegenheit zum Frustabbau nach dem schmerzhaften 3:4 gegen den VfL Wildeshausen. Dass der Wildeshauser Coach Marcel Bragula Abdins Mannschaft danach den „bisher stärksten Gegner“ nannte, war kaum ein Trost. „Die Niederlage hat wehgetan“, bekennt Trainer Christian Kaya. „Aber wir müssen jetzt schnell die Köpfe wieder hochkriegen.“ Er wird am Mittwoch kaum einen seiner Leistungsträger schonen, denn am Wochenende hat sein Team spielfrei.

Da sind die Voraussetzungen in Wardenburg nicht nur wegen des Klassenunterschieds deutlich ungünstiger. Die Mannschaft von Sören Heeren steckt in der zweiten von fünf englischen Wochen am Stück und tanzt in Kreisliga, Kreis- und Bezirkspokal noch auf drei Hochzeiten. In den beiden ersten Runden schaltete der VfR mit dem TuS Eversten und Blau-Weiß Bümmerstede überraschend zwei Oldenburger Bezirksligisten aus, dafür scheint die Konzentration für das Kerngeschäft aber etwas gelitten zu haben. Erst am Sonntag gab es mit dem 4:0 über den FC Huntlosen im dritten Anlauf den ersten Sieg, dabei schweben über der Mannschaft die üblichen großen Wardenburger Ziele. Platz drei wie im Vorjahr ist eigentlich nicht genug. „Aufsteigen ist keine Pflicht. Wir würden aber schon gern länger als zuletzt oben dran bleiben“, sagt Heeren, der glaubt, „dass wir einen stärkeren Kader haben“. Vor allem die Neuzugänge aus der A-Jugend stechen bisher heraus, Nexhdet Berischa erzielte schon zwei Treffer, vom 18-jährigen Lennart Schönfisch schwärmte Heeren: „Der hat einen Zauberfuß und ein enormes Verständnis.“ Schönfisch stand einen Tag später bei der A-Jugend im Tor.


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