Landesmeisterschaften in Oldenburg Leichtathleten mit ein wenig Licht und viel Schatten

Von Richard Schmid

Meine Nachrichten

Um das Thema Lokalsport Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Oldenburg. Bei den Leichtathletik-Titelkämpfen für die Altersklassen U16 und U20 in Oldenburg überrascht Rene Rumpf vom Delmenhorster TV. Die etablierten DTVer Fabian Sander und Fabian Kuhfeld sind dagegen nicht zufrieden, dazu patzt die 4x100-Meter-Staffel des Turnvereins.

Erst seit drei Monaten betreibt Rene Rumpf vom Delmenhorster TV Leichtathletik – und dennoch hätte Rumpf bei den Landesmeisterschaften für die Altersklassen U20 und U16 in in Oldenburg beinahe für die größte Überraschung dieser Titelkämpfe gesorgt. Denn mit seiner bisherigen Bestzeit von 11,58 Sekunden im 100-Meter-Lauf rangierte er lediglich auf Rang 23 im hinteren Feld aller gemeldeten 30 Sprinter.

Aber bereits in seinem Vorlauf, den er in 11,24 Sekunden gewann, ließ Rumpf aufhorchen. Wenig später triumphierte er zudem in seinem Zwischenlauf, wo er seine bisherige Bestzeit um 42 hundertstel Sekunden pulverisierte. Mit der schnellsten Zeit aller Starter von 11,16 Sekunden– zeitgleich mit Daniel Wieczorek von der OTB Osnabrück – katapultierte sich Rumpf in die Favoritenrolle für das Finale.

Doch ausgerechnet im Endlauf unterlief dem 19-Jährigen ein kleiner Patzer, der ihm möglicherweise die Meisterschaft kostete. Rumpf kam deutlich zu spät aus den Startblöcken und rettete sich mit letzter Kraft auf den dritten Platz.

„Schon schade, dass ich ausgerechnet im Finale den Start verpatze, aber dennoch bin ich mit dem für mich völlig unerwarteten Platz drei zufrieden“, sagte das DTV-Talent nach seinem furiosen Auftritt bei diesen Landesmeisterschaften.

Und los geht‘s Fabian Kuhfeld (links) und Rene Rumpf (rechts) vom Delmenhorster TV beim 100-m-Vorlauf. Foto: Richard Schmid

Ein wenig im Schatten von Rumpfs Überraschungscoup verliefen die Titelkämpfe für Fabian Kuhfeld (ebenfalls DTV), der sich deutlich mehr vorgenommen hatte. Platz fünf im 100-Meter-Finale sei „schon okay, aber ich wollte unbedingt unter 11,20 Sekunden laufen. Ärgerlich, dass mir das nicht gelungen ist“, zeigte sich Kuhfeld deutlich unzufrieden mit seinen Leistungen. Immerhin egalisierte er im Zwischenlauf mit 11,37 Sekunden seine diesjährige Bestzeit und qualifizierte sich souverän für den Endlauf.

Noch mehr Grund zum hadern hatte Fabian Sander (DTV), der sich nach langer Verletzungspause für diese Meisterschaften im Weitsprung qualifiziert hatte. Dreimal knapp übergetreten, dreimal ungültig bedeutete das frühe Aus. Für ihn besonders ärgerlich, denn mit allen seinen Sprüngen hätte er sich deutlich für den Endkampf der acht Besten qualifiziert. „Nächstes Jahr sind Fabian Kuhfeld und ich immer noch in der Altersklasse U20, da werden wir voll angreifen“, zeigte sich Sander nach seinem „Salto nullo“ im Weitsprung kämpferisch.

Ebenfalls nicht rund lief es für die 4x100-Meter- Staffel des Delmenhorster TV, die sich aufgrund ihrer guten Trainingsergebnisse realistische Medaillenchancen ausgerechnet hatte. Am Ende blieb für Fabian Sander, Fabian Kuhfeld, René Rumpf und Jan Lippert in 45,05 Sekunden nur der undankbare vierte Platz. „Schade, dass wir zwei Wechsel verpatzt haben, Platz drei wäre auf jeden Fall drin gewesen“, sagte ein sichtlich enttäuschter Jan Lippert nach dem Lauf.

TV Hude zufrieden

Zufrieden hingegen zeigte sich Thorsten Budde, Trainer des TV Hude, mit dem Auftritt seines Staffelteams, das in der Besetzung Tom Fleuter, Jarrett Bädeker, Steven Kühn und Timon Vietor zwar nur auf Platz neun landete, aber mit 48,47 Sekunden eine neue Bestzeit aufstellte. „Das war unser Ziel und das haben wir erreicht. Mehr war realistisch gesehen nicht drin“, sagte Budde nach dem Auftritt seiner Staffeljungs. Mit ihrer Zeit von 55,72 Sekunden landeten die U20-Mädchen des TV Hude in der Besetzung Kim Haberer, Larissa Lange, Katharina Trey und Svea Urban auf einem guten fünften Rang.

Im 800-Meter-Lauf der Altersklasse W14 hatte die dreizehnjährige Katharina Rolle (DTV) nur ein Ziel: „Nur nicht Letzte werden.“ Dies gelang ihr, die mit der schwächsten Vorleistung aller 27 Teilnehmerinnen gemeldet war. Immerhin ließ sie vier Gegnerinnen hinter sich und belegte in 2:42,49 Minuten einen 23. Platz.

Daniel Eskes (Delmenhorster TV), im Vorjahr Fünfter über 800 Meter startete indes nicht. Aufgrund eines im Frühjahr zugezogenen Sprunggelenkbruchs wies Eskes noch einen zu großen Trainingsrückstand auf, um das Wagnis der Titelkämpfe in Angriff zu nehmen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN