1. Runde im HVN/BHV-Pokal Nur TV Neerstedt und HSG Hude/Falkenburg kommen weiter

Von Heinz Quahs und Klaus Erdmann

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Johanna Stuffel (links) vom TV Neerstedt überwand zwar hier Hude/Falkenburgs Torhüterin Fenja Schwark, die HSG gewann das Duell der Oberligisten aber trotzdem mit 20:12. Foto: Rolf TobisJohanna Stuffel (links) vom TV Neerstedt überwand zwar hier Hude/Falkenburgs Torhüterin Fenja Schwark, die HSG gewann das Duell der Oberligisten aber trotzdem mit 20:12. Foto: Rolf Tobis

Delmenhorst. Fast alle Mannschaften aus Delmenhorst und dem Landkreis Oldenburg scheiden in der ersten Runde des Handball-Verbandspokals aus. Die Oberliga-Frauen der HSG Hude/Falkenburg setzen sich durch. Bei den Männern schafft es nur Verbandsligist TV Neerstedt.

Unter keinem guten Stern standen die HVN/BHV-Pokalspiele des Handball-Wochenendes für die Teams aus Delmenhorst und dem Landkreis Oldenburg. Viele Männer-Mannschaften konnten nur mit einer Rumpfmannschaft antreten, die teilweise mit Spielern aus den unteren Mannschaften aufgefüllt wurde – fast alle Clubs schieden aus. Für die meisten waren es zusätzliche Testspiele. Bei den Frauen marschierte die HSG Hude/Falkenburg locker in Runde zwei, bei den Männern schaffte es erwartungsgemäß Verbandsligist TV Neerstedt vor eigenem Publikum gegen deutlich unterklassige Gegner.

FRAUEN

Ganz souverän zog die HSG Hude/Falkenburg in die nächste Runde ein. Der Oberligist war beim Turnier beim zukünftigen Liga-Rivalen TV Neerstedt geradezu dramatisch überlegen und feierte klare Siege gegen den Gastgeber Neerstedt (20:12) sowie die Landesklassisten Frisia Goldenstedt (19:5) und HG Jever/Schortens (17:2). Jessica Galle, Malin Blankemeyer und Lena Seidel waren mit je neun Treffern die besten Werferinnen. Die Neerstedterinnen wurden nach Erfolgen über Jever/Schortens (15:9) und Goldenstedt (16:9) Zweiter und präsentierten sich gut. „Gegen die Huderinnen zeigte sich doch noch fast ein Klassenunterschied“, sagte TVN-Coach Michael Kolpack. Hudes Trainer Dean Schmidt meinte: „Unser größerer Kader hat Vorteile für alle. Wir haben gute Alternativen.“

Landesligist HSG Grüppenbühren/Bookholzberg war in Petersfehn vom Weiterkommen dagegen weit entfernt. Nach einem 10:19 gegen Gastgeber und Oberligist SG Friedrichsfehn/Petersfehn (der auch in die nächste Runde einzog) und einem 5:18 gegen den ebenfalls klassenhöheren VfL Oldenburg III reichte es noch zu einem 19:11 zum Abschluss über die HSG Neuenburg/Bockhorn aus der Landesklasse. Joana Oekermann erzielte insgesamt die meisten Treffer für die Landkreis-HSG – nämlich acht. „Es gab gute Möglichkeiten, sich weiter einzuspielen. Wir bleiben zuversichtlich“, sagte Grüppenbührens Trainer Harald Logemann.

Das darf auch die HSG Delmenhorst sein. Der Landesligist scheiterte in Twistringen zwar als Gruppenzweiter, zeigte aber ordentliche Spiele. Gegen den Ligarivalen Komet Arsten gab es ein nie gefährdetes 13:11, gegen den klassentieferen TSV Morsum ein 16:14. Im entscheidenden Spiel gegen den Oberliga-Absteiger und Gastgeber HSG Phoenix ließen die Kräfte nach – über 1:4 und 4:9 gab es ein 8:14. Kerstin Cordes, die gerade von der HSG Hude/Falkenburg nach Delmenhorst zurückgekehrt ist, war mit 13 Treffern die erfolgreichste Torjägerin im Turnier.

MÄNNER

Der stark ersatzgeschwächte Oberliga-Aufsteiger HSG Delmenhorst quittierte in Rotenburg zwei Niederlagen. Gegen den Verbandsligisten TvdH Oldenburg, dem ebenfalls viele Spieler fehlten, hieß es 11:13. Gegen den Ligakonkurrenten TuS Rotenburg verlor die HSG mit 12:15. Der Gastgeber bezwang Oldenburg mit 13:8 und wurde Erster. Landesligist TuS Sulingen hatte sein Team zurückgezogen. Delmenhorst musste auf Michael Schröder, Thies Kohrt, Jörn Janßen, Stefan Timmermann, Philipp Freese und Niclas Schanthöfer, der die Aufwärmphase abbrach, verzichten. Mit Timo Barkemeyer wirkte ein Spieler aus der Zweiten mit. Beim 11:13 gegen TvdH lauteten die Zwischenstände 0:3, 3:7, 9:11 und 9:13. Beim 12:15 gegen Rotenburg lag die HSG mit 3:5 zurück, ehe sie mit 8:7 führte. Nach dem 10:10 gelangen dem TuS vier Treffer in Folge. Torben Sudau erzielte fünf der zwölf Tore.

„Aufgrund der Personalsituation konnten wir die Pokalspiele nicht als Vorbereitung nutzen“, stellte HSG-Trainer Jörg Rademacher fest. Die Spieler seien auf verschiedenen Positionen zum Einsatz gekommen. Die Ergebnisse seien zweitrangig. Rademacher: „Wichtig ist es, dass wir ohne Verletzungen rausgekommen sind.“

Auch Landesligist HSG Grüppenbühren/Bookholzberg strich die Segel – hatte bei seinem Turnier aber deutlich mehr Spaß. Am Ende kostete ein 8:14 im letzten Spiel gegen den Verbandsligisten SV Altencelle den Einzug in die nächste Runde. Grüppenbühren, Gastgeber TSV Wietzendorf aus der Landesliga Lüneburg und der SV Altencelle waren mit 4:2 Zählern punktgleich, der direkte Vergleich sprach für Altencelle. Die HSG wurde von Björn Borchers aus der dritten Mannschaft und dem reaktivierten Marcel Janorschke verstärkt und gewann zum Auftakt mit 12:10 gegen Wietzendorf und danach mit 21:10 gegen die überforderte HSG Mittelweser/Eystrup aus der Landesklasse. Gegen Altencelle stand die Mannschaft von Andreas Müller früh auf verlorenem Posten und war nur bei 8:11 kurz in Schlagdistanz. Müller nahm das Aus gelassen: „Es ist natürlich schon etwas fragwürdig, einen Landesligisten in der ersten Runde in die Lüneburger Heide zu schicken, doch haben wir aus dieser Situation das Beste gemacht und uns nie hängen lassen. Zudem war die Halle in Wietzendorf gut gefüllt und so hat es am Ende schon Spaß gemacht.“

Gemeinde- und Ligarivale TS Hoykenkamp hatte in Verden ebenfalls bis zum finalen Duell noch Hoffnungen, scheiterte aber dann am Landesligisten SVGO Bremen mit 14:18. „Das Verständnis untereinander im Mannschaftsgefüge fehlt noch. Ich konnte in den letzten sieben Wochen der Vorbereitung nicht einmal mit der gleichen Mannschaft antreten“, sagte TSH-Trainer Lutz Matthiesen. Seinem Team waren zuvor aber Erfolgserlebnisse vergönnt gewesen. Der Bremer Landesligist HSG Stuhr wurde locker mit 16:9 bezwungen, beim 17:16 gegen Gastgeber HSG Verden/Aller fiel die Entscheidung dagegen erst kurz vor dem Ende, als Sebastian Rabe das vorentscheidende 17:15 warf. Er war mit 18 Treffern auch mit Abstand bester Werfer des Turniers.

Als einzige Männerschaft aus dem Landkreis Oldenburg erreichte Verbandsligist TV Neerstedt die zweite Runde – bei drei Gegnern aus der Landesklasse allerdings auch eine Pflichtaufgabe. Gegen die HG Jever/Schortens hieß es 23:10, gegen die HSG Neuenburg/Bockhorn 21:9 und gegen die bis dahin ebenfalls noch unbesiegte HSG Hude/Falkenburg 16:4. Neerdtedts Coach Björn Wolken wollte diese Begegnungen nicht überbewerten: „Die Spiele haben insgesamt gesehen wenig Aussagekraft, denn der spielerische Unterschied zwischen diesen Klassen ist schon recht groß.“ Die Huder machten ihre Sache als Landesklassen-Aufsteiger mit Siegen gegen Neuenburg (20:13) und Jever (20:14) ausgezeichnet.

Die nächsten Runden

Die weiteren Runden im Frauen-Wettbewerb sind für den 13./14. Oktober und den 22./23. Dezember terminiert. Das Final-Four soll am 6. und 7. April 2019 ausgetragen werden. Die Männer spielen ihren Sieger schon am 22./23. Dezember aus, zuvor stehen noch die Runden zwei (13./14. Oktober) und drei (17/18 November) an.


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