Fußball-Oberliga Atlas Delmenhorst reist selbstbewusst nach Bersenbrück

Von Frederik Böckmann und Marius Stegemann

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Zwei im Zweikampf, zwei am Boden – und einer rennt hinterher: Eine Szene vom Spiel zwischen Atlas und Hildesheim. Foto: Rolf TobisZwei im Zweikampf, zwei am Boden – und einer rennt hinterher: Eine Szene vom Spiel zwischen Atlas und Hildesheim. Foto: Rolf Tobis

Delmenhorst. Fußball-Oberligist Atlas Delmenhorst tritt am Sonntag (15 Uhr) beim TuS Bersenbrück an – der ebenfalls gut in die Saison gestartet ist. Atlas-Trainer Jürgen Hahn schwärmt von der Bersenbrücker Qualität. Er sagt aber auch: „Wir sind auch stark und wollen etwas mitnehmen.“ Der Einsatz von Marco Prießner ist noch fraglich.

Im Niedersachsenpokal ist der SV Atlas Delmenhorst nach einer ordentlichen Leistung (beim 3:1 bei BW Lohne) eine Runde weitergezogen, in der Oberliga folgte einem guten Spiel (beim 2:2 beim FC Hagen/Uthlede) eine der vielleicht besten Auftritte (beim 3:1 gegen VfV Hildesheim) in der Ära Hahn: Wenn man die Formkurve der blau-gelben Fußballer in den vergangenen Wochen inklusive der Vorbereitung Revue passieren lässt, ging es peu à peu immer weiter bergauf. Das Viertelfinale im Pokal, vier Punkte in der Liga – der Saisonauftakt der Blau-Gelben kann sich sehen lassen.

Doch wie stark ist der SV Atlas wirklich? Ein Fingerzeig darüber könnte es an diesem Sonntag geben, wenn die Delmenhorster zum dritten Punktspiel der Saison ab 15 Uhr im Hasestadion beim TuS Bersenbrück auflaufen. Die Mannschaft von Farhat Dahech steht nach einem (allerdings sehr glücklichen) Sieg über den SC Spelle-Venhaus auch im Pokal-Viertelfinale und hat nach einem (bärenstarken) 4:0 über den 1. FC Wunstorf und einem 1:1 beim Heeslinger SC ebenfalls vier Punkte auf dem Konto. „Ein sehr starker Gegner mit viel Qualität – eine echte Spitzenmannschaft“, lobt Hahn den Gegner. Bersenbrück um die aus dem Nachwuchs des VfL Osnabrück stammenden Mittelfeld-Lenker Sandro Heskamp und Aaron Goldmann sei „routiniert, clever und abgezockt“.

Ein Duell auf Augenhöhe?

Jürgen Hahn ist aber weit davon entfernt, seine Mannschaft gegen den „harten Brocken“ Bersenbrück kleiner zu reden als sie ist. „Wir sind auch stark und haben haben Selbstvertrauen getankt“, sagt der 47-Jährige und betont: „Wir haben einen Plan, wie Bersenbrück zu knacken ist. Wir haben das Ziel, etwas mitzunehmen.“

Es riecht im Landkreis Osnabrück also nach einem Duell auf Augenhöhe – so wie es Hahn für etliche Begegnungen in der Oberliga prognostiziert. „Die Liga ist enorm spannend. Jede Mannschaft hat ihre Qualität“, betont der 47-Jährige. „Die Jungs haben gemerkt, dass man mit 90 Prozent gegen keinen Gegner gewinnt. Wir haben es bis jetzt richtig gemacht.“

Das gilt auch für die Transferpolitik der Blau-Gelben. Denn nach dem Umbruch im Sommer (zehn Abgänge, acht Zugänge) haben Hahns Spielerwechsel oder taktische Kniffe im Laufe einer Partie immer gegriffen. Zuletzt beim Sieg über Hildesheim: Abwehrchef Karlis Plendiskis fiel dort verletzt aus, dafür überzeugte Jannik Vollmer in der Innenverteidigung. „Er hat das mit Marlo sehr gut gemacht und es gibt keinen Grund, etwas zu ändern“, unterstrich Hahn – zumal Plendiskis weiterhin ausfallen wird. Ein Fragezeichen steht noch hinter Marco Prießner, der muskuläre Probleme hat. Sollte der gegen Hildesheim mit drei Torvorlagen glänzende Stürmer ausfallen, ist Hahn aber auch hier nicht bange. „Wir haben in der Offensive viele Optionen.“

Spielplan und Tabelle der Fußball-Oberliga

Auch beim TuS Bersenbrück, der in der vergangenen Saison lange um die Meisterschaft mitspielte, nach dem Verzicht auf die Regionalliga-Lizenz aber deutlich schwächelte, hat man die Aktivitäten in Düsternort sehr wohl zur Kenntnis genommen. „Atlas hat eine Mannschaft mit viel Potenzial zu Saisonbeginn noch mal verstärkt“, sagt Trainer Farhat Dachech im Allgemeinen und hebt speziell den Transfer von Allrounder Leon Lingerski vom VfB Oldenburg hervor.

Nichtsdestotrotz gehen die Bersenbrücker mit breiter Brust in die Partie. „Hinten läuft der Ball gut und wir sind in der Rückwärtsbewegung gut“, nennt Dahech die aktuellen Stärken des TuS. „Wir müssen einfach unsere Leistung abliefern. Wir wollen konzentriert und ruhig spielen.“ Einziges Manko war zuletzt beim 1:1 in Heeslingen die schwache Chancenverwertung. Der TuS-Coach hofft, dass sein Team gegen Atlas konzentrierter agiert. Verzichten muss Bersenbrück erneut auf die verletzten Malik Urner, Marc Flottemesch und Niklas Oswald sowie den Rot-gesperrten Loren Dibra.

Umbruch beim TuS Bersenbrück

Der TuS geht in seine dritte Oberliga-Saison. Nach den Plätzen fünf und acht gab es im Sommer einige personelle Veränderungen. Erfahrene Spieler wie Gino Lago-Bentron (BW Lohne), Andrej Homer (SC Rieste) und Dato Romanovi (BV Essen) verließen den Verein ebenso wie Luis Mena (Kolumbien), Jannes Friedrichs (SV Großefehn), Milan Hartke (SV Mesum) und Arne Torliene (BV Essen). Ex-Profi Emil Jula hat seine aktive Karriere beendet und assistiert künftig Dahech.

Für das neue Trainer-Duo geht es neben dem sportlichen Erfolg zunächst auch darum, die vielen jungen Neuzugänge in die Mannschaft zu integrieren und an das Oberliga-Niveau heranzuführen. Denn mit Ezechiel Kouame (A-Jugend Osnabrücker SC), Faria Simao (FC Thalwil/Schweiz), Loren Dibra (A-Jugend VfL Osnabrück), Fabian Golz (Eintracht Rheine), Amir Redzic (SV Bad Rothenfelde), Mathias Lührmann (Eintracht Neuenkirchen) sowie den Torhütern Nils Böhmann (SSC Dodesheide) und Niklas Groß (SV Rödinghausen II) wurde kein Spieler verpflichtet, der älter als 24 Jahre ist.

Hahn sieht Atlas besser als im März 2018

Beim letzten Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften im März behielt Bersenbrück vor 920 Zuschauern gegen starke Delmenhorster mit 3:1 die Oberhand. „Da waren wir noch etwas grün hinter den Ohren. Bersenbrück hat 60 Minuten lang darauf gewartet, dass wir einen Fehler machen und dann zugeschlagen“, erinnert sich Atlas-Trainer Hahn. „Jetzt haben wir aber mehr Erfahrung. Wir sind besser als im März.“

Die Begegnung wurde damals von der Polizei als „Risikospiel“ eingestuft. Letztlich tauchten die angekündigten, rivalisierenden Fangruppen anderer Vereine in Bersenbrück nicht auf. TuS-Fußballobmann Bernard Schmidt freut sich „auch dieses mal auf eine tolle Zuschauerzahl und viele Gäste-Fans“.


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