Fußball-Bezirksliga SV Tur Abdin und VfL Wildeshausen in Bescheidenheit vereint

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Derbyzeit: Tur Abdins Can Blümel (links) und Andreas Lorer (rechts) erwarten Wildeshausen um Sascha Görke. Foto: Daniel NiebuhrDerbyzeit: Tur Abdins Can Blümel (links) und Andreas Lorer (rechts) erwarten Wildeshausen um Sascha Görke. Foto: Daniel Niebuhr

Delmenhorst. Das Fußball-Bezirksligaspiel SV Tur Abdin Delmenhorst gegen den VfL Wildeshausen wird das Treffen zweier Favoriten, die keine sein wollen.

Wer mit 26 Jahren seine aktive Laufbahn als Fußballer beendet, hat in der Regel nicht nur überdurchschnittlich viel (Verletzungs-)Pech gehabt, sondern als Trainer auch ein paar Anekdoten weniger zu erzählen als die meisten Kollegen. Am Sonntag kann Christian Kaya aber endlich mal wieder aus dem Nähkästchen plaudern. Der von ihm trainierte Bezirksligist SV Tur Abdin erwartet ab 16 Uhr den VfL Wildeshausen, und Kaya ist einer der wenigen Aramäer, die diesen Gegner schon einmal besiegt haben. Seit 13 Spielen haben die Delmenhorster gegen den Nachbarn nicht mehr gewonnen, beim letzten Sieg am 19. April 2009 stand Kaya nicht nur auf dem Platz – er erzielte beim 3:0 auch ein Tor.

Tur Abdin gegen Wittekind 13 Mal in Folge sieglos

Zumindest Kayas Treffer wird sich ziemlich sicher nicht wiederholen, er steht nach diversen schweren Verletzungen nur noch im Notfall mal auf dem Platz. Dem Angstgegner – im letzten Duell im Mai gab es ein 2:6 – will Abdin aber schon mal wieder alle drei Punkte abnehmen und damit ein Zeichen für die weitere Saison setzen. „Wildeshausen ist eine Hausnummer und jedes Jahr ein Meisterschaftsanwärter“, sagt Trainer Christian Kaya. „Ein Sieg wäre ein gutes Signal, Zeit wäre es ja wieder.“

Kaya lehnt sich aber vorsichtshalber nicht zu weit aus dem Fenster. So stark wie Wildeshausen sieht er sein Team nicht: „Wir sind auf einem guten Weg und können in einem Spiel Nadelstiche setzen. Aber wir sehen uns noch nicht in diesem Bereich.“

In Wildeshausen nimmt man Kayas Bescheidenheit geradezu genervt zur Kenntnis, VfL-Trainer Marcel Bragula erklärt Abdins aktuelles Aufgebot sogar zum „vielleicht besten Kader, den sie je hatten“. Für ihn sei Tur Abdin „mindestens Geheimfavorit“, in der Aufstellung sehe er „keine Schwachstellen“.

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Allerdings gehört der VfL in Sachen Understatement auch zu den alten Hasen. Bragula nimmt der Mannschaft gern den Druck, der in der Kreisstadt immer spürbar ist. „Vom Trainer des VfL Wildeshausen wird grundsätzlich erwartet, dass er jedes Spiel gewinnt“, sagt er. „Das wollen wir auch. Aber in dieser Saison gibt es zehn bis zwölf Mannschaften, die gefährlich sind.“

Auch für das Spiel in Delmenhorst lässt er sich die Favoritenrolle nicht ohne Weiteres unterjubeln. „Momentan hat Abdin in der Startelf mehr Qualität als wir“, sagt Bragula. Sein Team glänzt durch die gewohnte Geschlossenheit. Am Sonntag werden verreiste Spieler fehlen, aber eben nur wenige. „Die Jungs haben sich bei der Urlaubsplanung abgesprochen, das finde ich großartig“, sagt Bragula, der sich auf das Derby freut: „In Delmenhorst haben wir oft gut ausgesehen.“ Jedenfalls seit dem 19. April 2009.


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