Schnuppertraining und Spielgemeinschaften Delmenhorster Vereine gehen im Mädchenfußball neue Wege

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Entspanntes Schnuppertraining: Der Tag des Mädchenfußballs der SG Jahn/Heidkrug war ein großer Erfolg. Foto: Daniel NiebuhrEntspanntes Schnuppertraining: Der Tag des Mädchenfußballs der SG Jahn/Heidkrug war ein großer Erfolg. Foto: Daniel Niebuhr

Delmenhorst. Die Delmenhorster Clubs versuchen einiges, um junge Spielerinnen fürs Kicken zu begeistern – wie die SG Jahn/Heidkrug mit dem Tag des Mädchenfußballs. Und es läuft nicht schlecht – trotz einiger Hürden.

Zwischendrin gab es am Freitag richtig etwas zu staunen für die jungen Kickerinnen am Brendelweg. Als prominente Gäste hatte die SG Heidkrug/Jahn zum Tag des Mädchenfußballs Neele Detken und Julia Hechtenberg eingeladen – und die Bundesliga-erfahrenen Stürmerinnen zeigten am Geschwindigkeitsmesser mal, wie es richtig geht. 87 und 90 Stundenkilometer leuchteten bei ihren Schüssen auf, da war auch Heidkrugs Jugendleiter Lars Rolwes beeindruckt: „Bei solchen Zahlen verzichte ich lieber.“

Die richtigen Vorbilder waren also zugegen bei der zweiten Veranstaltung dieser Art, mit der der TuS Heidkrug und der TV Jahn die Delmenhorster Mädchen fürs Kicken begeistern wollen. Immerhin 18 zwischen sechs und zehn Jahren waren gekommen und tobten sich bei verschiedenen Übungen und Spielen aus, unter den wachsamen Augen der Trainer. „Wir sind sehr zufrieden“, sagt Rolwes. „Es gibt in dieser Stadt genügend Mädels, die Lust haben, sich aber nur noch nicht richtig trauen. Bei manchen hat man das Gefühl, sie haben nur darauf gewartet, dass es mal ein entspanntes Schnuppertraining gibt.“

So wenige Mädchenteams wie noch nie

Die Arbeit im Juniorinnenfußball ist allerdings kein leichtes Geschäft, wie die Zahlen beweisen. Zum Stichtag 1. Januar waren 33 Mädchenmannschaften aus dem Kreis Oldenburg-Land/Delmenhorst im Spielbetrieb, das sind so wenige wie noch nie. Allerdings muss sich mit dieser Zahl niemand schämen: Niedersachsenweit liegt der Kreis damit (gemessen an der Größe) immer noch auf einem exzellenten dritten Platz – ein Zeugnis der guten Arbeit, die viele Trainer und Funktionäre leisten. „Man muss sich bei Mädchen vielleicht etwas mehr einfallen lassen als bei Jungs, damit sie aus ihren Löchern kommen“, vermutet Rolwes.

Selbst Jahn als Vorzeigeverein mit Bundesliga-Vergangenheit hat aber Probleme, den Jugendbereich angemessen zu bestücken. Eine B-Jugend stellt der Club selbst auf die Beine, ansonsten sind Spielgemeinschaften der Trend der Stunde. Mit den Heidkrugern arbeitet Jahn in der D-Jugend gerade frisch zusammen, im Kreispokal gab es zum Debüt schon einmal einen 2:0-Sieg beim TSV Ganderkesee. Am Wochenende steht das erste Kreisligaspiel gegen Rot-Weiß Damme an, gespielt wird auf dem Jahn-Platz am Blücherweg.

Weite Wege ein großes Problem

Schon der erste Gegner zeigt eine Schwierigkeit, die im Mädchen- und Frauenbereich noch relativ neu ist: Die Reisen sind deutlich weiter geworden. Vor zwei Jahren hat die Delmenhorster D-Juniorinnen die weiteste Fahrt in der Kreisliga über 36 Kilometer nach Oldenburg geführt, doch nachdem sich der Fußball-Kreis mit den ehemaligen Partnerkreisen Ammerland, Friesland, Oldenburg-Stadt, Wesermarsch und Wilhelmshaven überworfen hat, läuft der Spielbetrieb zusammen mit Cloppenburg und Vechta. Fünf von acht Auswärtsreisen sind für Heidkrug/Jahn mehr als 50 Kilometer pro Strecke lang, Auftaktgegner Damme legt bis nach Delmenhorst sogar mehr als 80 Kilometer pro Weg zurück – für eine Nettospielzeit von einer Stunde.

In der C-Jugend ist es nicht besser, dort arbeitet Jahn ebenfalls seit Neuestem mit dem Delmenhorster TB zusammen und ist in der Kreisliga sogar das einzige Team aus dem Fußball-Kreis Oldenburg-Land/Delmenhorst. Die B-Jugend hat mir dem Ahlhorner SV nur einen einzigen Kreis-Nachbarn in der Staffel. Aus einem ähnlichen Grund hatten die Kickers Ganderkesee vor einigen Wochen ihre Damenmannschaft zurückgezogen. „Das ist mit dem Freizeitgedanken nicht mehr vereinbar“, hieß es in einer Mitteilung.

Den Enthusiasmus bei der SG Heidkrug/Jahn bremst das aber keineswegs. Auf ihrer eigenen Facebookseite wurde umgehend das Erinnerungsbild des zweiten Mädchenfußballtags veröffentlicht – mit 18 strahlenden Kickerinnen. Wer sich anschließen will, kann sich bei Michaela Füller unter Telefon 0176/24058525 melden.


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