Ein Bild von Daniel Niebuhr
21.08.2018, 17:37 Uhr KOMMENTAR

Nein zum Kunstrasen: Stadt macht es sich zu leicht

Kommentar von Daniel Niebuhr

Die Hoffnung auf einen Kunstrasen in Delmenhorst ist und bleibt ein emotionales Thema in Sportlerkreisen. Foto: dpa/Fredrik von ErichsenDie Hoffnung auf einen Kunstrasen in Delmenhorst ist und bleibt ein emotionales Thema in Sportlerkreisen. Foto: dpa/Fredrik von Erichsen

Delmenhorst. Einer Beschlussvorlage zufolge plant die Stadt Delmenhorst 2019 kein Geld für einen Kunstrasen im Haushalt ein – die Sanierung von Schulen und vorhandenen Sportstätten gehe laut Verwaltung vor. Damit versteckt sich die Stadt hinter einem Argument, das sie selbst geschaffen hat. Ein Kommentar.

Eines muss man der Verwaltung lassen: Sie hängt ihre Fahne nicht in den Wind. Die Absage der Stadt Delmenhorst in Sachen Kunstrasen ist mutig, weil sie gerade die Fußballer vor den Kopf stößt, denen in Sportlerkreisen gern die größte Lobby nachgesagt wird. Allerdings macht es sich die Verwaltung zu einfach: Geld für Kunstrasen zu verweigern, damit es in die Behebung vorhandener Schäden fließen kann, ist logisch, hat aber eine unfreiwillige Ironie – schließlich versteckt sich die Stadt damit hinter einem Argument, das sie durch ihren Sanierungsstau selbst geschaffen hat. Diese beiden Belange kann man nur gegeneinander ausspielen, wenn auch saniert wird, was bisher kaum passiert ist – die marode Stadionhalle ist da ein peinliches Beispiel. Man kann nur hoffen, dass nun tatsächlich Geld, wie indirekt versprochen, in Sportanlagen fließt. Davon hätten die Fußballer ja auch was.


Der Artikel zum Kommentar

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN