Fußball-Bezirksliga VfL Stenum geht über die Schmerzgrenze – und siegt

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Gleich schlägt es ein: Maximilian Bradler (rechts) überwand Rastedes Torhüter Max Braun in der 16. Minute zur Stenumer Führung. Foto: Rolf TobisGleich schlägt es ein: Maximilian Bradler (rechts) überwand Rastedes Torhüter Max Braun in der 16. Minute zur Stenumer Führung. Foto: Rolf Tobis

Stenum. Fußball-Bezirksligist VfL Stenum feiert einen emotionalen 3:0-Sieg gegen den starken FC Rastede. Torwart Maik Panzram wird zum Sinnbild für den Kampfgeist.

Falls den Fußballern des VfL Stenum am Montag Muskeln schmerzen sollten, von denen sie nicht wussten, dass sie sie haben, können sie sich direkt bei Thomas Baake beschweren. Der Trainer peitschte seine Spieler im Bezirksligaspiel gegen den FC Rastede nicht nur über die Schmerzgrenze, er klatschte danach auch alle Körperteile ab, die er zu fassen bekam: Stürmer Maximilian Bradler trommelte er auf die Brust, Aushilfs-Rechtverteidger Julian Dienstmaier schüttelte er komplett durch – Baake war nach dem etwas zu hoch ausgefallenen 3:0 (1:0) nicht mehr einzufangen.

Man kann es ihm allerdings kaum vorwerfen, er lebte nur das Herzblut vor, dass er vom Spielfeldrand mehrfach eingefordert hatte „Wir haben gekämpft wie die Löwen, Rastede aber auch. Es fühlt sich gut an, diesen Gegner hier vor unseren Fans niedergekämpft zu haben“, jubelte Baake. Seinem Kader fehlten zehn Spieler, weshalb Verteidiger Marten Kämena aus der zweiten Mannschaft und Angreifer Silas Dohrmann aus der A-Jugend Spielzeit sammelten – und sich ausgezeichnet schlugen. „Das ist unsere Stärke in diesem Verein. Jeder ist geil darauf, in dieser Truppe zu spielen“, sagte Baake.

Panzrams Rettungsgrätsche

Es gehört auch zur Wahrheit, dass der Sieg zwar verdient war, aber vor 120 Zuschauern mehrfach schwer auf der Kippe stand. Symbolisch für die Dramaturgie des Spiels und den Stenumer Kampfgeist stand Torwart Maik Panzram, der sich gegen die massiven Rasteder Stürmer in jede Flanke warf und für die Schlüsselszene der Partie sorgte. In der 80. Minute klärte er beim Stand von 1:0 für Stenum einen langen Ball außerhalb des Strafraums, der aber Rastedes Malte Schwerdtfeger vor die Füße fiel. Dessen 25-Meter-Schuss trudelte Richtung leeres Tor, doch Panzram sprintete hinterher und grätschte die Kugel von der Linie. „Solche Aktionen pushen die ganze Mannschaft“, schwärmte Baake.

Es war die letzte von vielen Rasteder Gelegenheiten – beide Teams hatten Chancen für mehrere Spiele. Maximilian Bradler nutzte seine zweite nach einer herausragenden Kombination über Maximilian Klatte und Stefan Keil in der 16. Minute zur Stenumer Führung. Nach der Pause ging es in beiden Strafräumen rund; der glänzende Gäste-Schlussmann Max Braun parierte gegen die jeweils freistehenden Waldemar Kelm und Stefan Bruns, Panzram unter anderem gegen Tobias Büsing per Fußabwehr und Sebastian Brehmer nach einer Flanke.

Die Entscheidung erzwang Kelm nach 87 Minuten, als er nach einem Missverständnis einen Ball im Strafraum erlief und eine Grätsche von Rastedes Matthias Grimm dankend annahm. Der starke Klatte verwandelte den Foulelfmeter zum 2:0. In der Nachspielzeit legteTimm Strodthoff das 3:0 nach, das Dohrmann perfekt vorbereitet hatte. „Der Lohn für harte Arbeit“, befand Baake, der nach dem 4:2 in Unterzahl am Mittwoch beim FC Hude den zweiten emotionalen Sieg nacheinander feierte. „Es war ein tolles Spiel. Die Jungs haben verstanden, dass es sich lohnt, sich zu quälen.“ Auch wenn es am Montag vielleicht wehtut.


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