Fussball-Kreisliga Harpstedter TB erteilt TV Falkenburg eine Lehrstunde

Von Andreas Bahlmann

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Setzten sich durch: die Kreisliga-Fußballer des Ahlhorner SV um Gudlian Arif (links). Sie kamen beim TSV Ganderkesee mit Dennis Hasselberg zu einem 2:1-Sieg. Foto: Rolf TobisSetzten sich durch: die Kreisliga-Fußballer des Ahlhorner SV um Gudlian Arif (links). Sie kamen beim TSV Ganderkesee mit Dennis Hasselberg zu einem 2:1-Sieg. Foto: Rolf Tobis

Delmenhorst/Landkreis. Die Kreisliga-Fußballer des Harpstedter TB haben ihr Heimspiel gegen den TV Falkenburg mit 4:1 gewonnen. TVF-Trainer Georg Zimmermann sprach anschließend von einer Lehrstunde für seine Mannschaft.

Schon nach dem dritten Spieltag der Saison 2018/2019 weist keine Mannschaft in der Fußball-Kreisliga mehr die viel beschworene blütenweiße Weste auf. Am Sonntag gab auch Spitzenreiter TuS Heidkrug mit dem 1:1 beim SV Achternmeer die ersten Punkte ab.

SV Atlas II - Delmenhorster TB 12:0 (3:0). DTB-Trainer André Tiedemann war bedient. „Die Körpersprache, die einige von uns in der zweiten Halbzeit an den Tag legten, grenzte schon an Frechheit. Du stehst am Rand und kannst nichts machen, du weißt auch gar nicht mehr, was du sagen sollst. Jede Minute kommt Dir gefühlt wie eine Stunde vor“, beschrieb er nach der heftigen Schlappe seine Gefühle. Das mit den Oberligaspielern Torwart Niklas Göretzlehner, Keisuke Morikami, Thade Hein und Mark Spohler verstärkte Atlas-Team ließ vom Anpfiff an überhaupt keine Zweifel daran aufkommen, wer den Platz als Sieger verlassen würde. Nur vor der Pause hielt der DTB einigermaßen dagegen. Zweimal Hein (2., 32.) und Zinar Sevimli (40.) sorgten für den 3:0-Halbzeitstand. Angetrieben von Dominik Entelmann schoss sich der SVA dann den Kantersieg heraus. Patrick Klenke (56., 63.), Philip Stephan (63.), Hanno Hartmann (65.), der eingewechselte Emiljano Mjeshtri per Hattrick (75., 82., 87.) und Sevimli (90., 90.+1) trafen. Coach Daniel von Seggern war zufrieden: „Da hat alles gepasst. Wir haben unsere Chancen konsequent genutzt und bis zum Schluss die Konzentration hochgehalten.“

TSV Ganderkesee - Ahlhorner SV 1:2 (1:2). ASV-Trainer Servet Zeyrek atmete angesichts des ersten Saisonsiegs tief durch: „Es wurde Zeit, aber ganz ehrlich: Wir mussten auch mal so ein dreckiges Ding nach Hause bringen.“ Der TSV begann stark und beherrschte das Spielgeschehen – aber nur bis zum Führungstor. Dennis Hasselberg machte aus seiner zweiten Chance das 1:0 (16.). Bei der ASV-Mannschaft machte sich bereits Frust breit und es wurde zusehends lautstärker und hektischer auf dem Platz. Die junge und noch recht unerfahrene Ganderkeseer Mannschaft ließ sich davon beeindrucken und verlor den spielerischen Faden. Die Ahlhorner ließen in den letzten zehn Minuten der ersten Halbzeit für kurze Zeit ihre spielerische Klasse aufblitzen. Bassal Ibrahim drehte das Spiel mit seinen beiden Toren (39., 45.+2). In der zerfahrenen zweiten Halbzeit hatten beide Mannschaften keine Torchance. TSV-Co-Trainer Timo Obal war enttäuscht: „Wir haben einfach kein zweites Tor nachlegen können. Es war für uns auch ein Tag, den man schnell vergessen sollte.“

Harpstedter TB - TV Falkenburg 4:1 (3:0). TVF-Trainer Georg Zimmermann redete nicht lange drum herum: „Das war eine Lehrstunde. Ich hoffe aber auch, das meine Jungs jetzt und weiterhin aus ihren Fehlern lernen werden.“ Die Harpstedter waren vom Anpfiff an klar überlegen. Sie erspielten sich viele Torchancen. Erst Julian Meyer brach den Bann (29.). Nach Falkenburger Fehlpässen im Mittelfeld schalteten die Harpstedter schnell um und entschieden die Partie innerhalb von drei Minuten. Niklas-Marvin Fortmann erhöhte mit einem Doppelpack auf 3:0 (30., 32.). In der zweiten Halbzeit spielte der HTB weiter seinen Stiefel runter, allerdings mit gedrosseltem Aufwand. Nur noch Meyer traf (56.). In der Schlussminute erzielte Jan-Niklas Krause den Falkenburger Ehrentreffer. HTB-Coach Jörg Peuker war trotz des überlegen herausgespielten Sieges etwas angefressen: „Ich kann der Mannschaft keinen echten Vorwurf machen, aber unsere Chancenverwertung war einfach mangelhaft. Das Gegentor nervt mich.“

SV Achternmeer - TuS Heidkrug 1:1 (0:1). Vor ungefähr 100 Zuschauern standen die Heidkruger von Anfang an tief gestaffelt, um dann nach gegnerischen Ballverlusten blitzschnell umzuschalten. „Wir wollten den Gegner locken, weil er in der Defensive nicht die schnellsten Spieler hat,“ erklärte Trainer Selim Karaca. Seine Spieler waren sofort hellwach und erzielten durch Luca Reinhold das 1:0 (2.). Die TuS-Mannschaft tat nach der Führung nicht mehr als notwendig, schaltete mit sicherem Ballbesitzfußball auf Ergebnisverwaltung um. In der zweiten Halbzeit gewann das Spiel an Tempo, weil Achternmeer mutiger und zielstrebiger nach vorne spielte. Ausgerechnet ein Patzer des ansonsten zuverlässigen TuS-Torwarts Maximilian Hiller führte zum Ausgleich. Einen langen, aber harmlosen Eckstoß klatschte er im Fünfmeterraum nach vorne ab, direkt vor die Füße von Tobias von der Pütten: 1:1 (54.). Anschließend vergaben beide Mannschaften mehrere gute, teils hochkarätige Chancen. Achternmeer hatte in der 67. Minute Glück, dass Marvin Lohfeld nur den Pfosten traf. Der bereits gelb-verwarnte Achternmeerer Maik Wenzel sah unmittelbar vor dem Abpfiff wegen Meckerns Gelb-Rote Karte. Für Karaca war es ein unnötiges Unentschieden. „Das hat sich die Mannschaft selbst zuzuschreiben, wenn sie so ein Spiel nicht gewinnt. Vielleicht war das ja aber auch der richtige Dämpfer zu richtigen Zeit“, sagte er. „Das Ergebnis ist insgesamt gerecht“, fand SVA-Trainer Helge Hanschke, der sich über einige Leichtsinnsfehler seiner Spieler ärgerte: „Wir haben die einfachen Pässe über fünf, sechs Meter häufig zu schlampig gespielt.“

TuS Hasbergen - FC Huntlosen 1:0 (0:0). Ein spätes Siegtor, zehn Gelbe und zwei Gelb-Rote Karten – das war die Bilanz der umkämpften und temporeichen Partie. Die Kartenflut war laut Schiedsrichter Jörn Peters dem Spielablauf und dem Temperament der Spieler geschuldet: „Hier treffen zwei junge, laufstarke Mannschaften aufeinander, die natürlich rasant in die Zweikämpfe gehen. Wenn es da bei hohem Tempo zum Foulspiel kommt, gibt es schon mal schneller Gelb.“

Ein schnell ausgeführter Freistoß von der Mittellinie aus brachte die Entscheidung. Der Ball landete präzise im Laufweg von Houssein Hazimeh. Der setzte in der 89. Minute den „Lucky Punch“. Danach kochten die Emotionen bei beiden Parteien über und es kam zur Rudelbildung. Peters bekam die Lage schnell wieder in den Griff und schickte Kevin Bockhorn (TuS) und Malte Bolling (FCH) in der Schlussminute mit Gelb-Rot, beide wegen Unsportlichkeit, vom Platz. FC-Trainer Maik Seeger ärgerte sich zwar über die Niederlage, blieb aber relativ gelassen: „Du musst in der Leistungsdichte der Kreisliga in jedem Spiel alles reinwerfen. Das haben wir nicht ganz getan.“


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