Fussball-Oberliga Starkes Atlas-Kollektiv feiert verdienten Heimsieg

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Überzeugende Heimpremiere 2018/19: Der Fußball-Oberligist SV Atlas Delmenhorst um Musa Karli (links) feierte einen 3:1-Heimsieg über den Regionalliga-Absteiger VfV Hildesheim mit Andreas Hinrichsen (Mitte).Überzeugende Heimpremiere 2018/19: Der Fußball-Oberligist SV Atlas Delmenhorst um Musa Karli (links) feierte einen 3:1-Heimsieg über den Regionalliga-Absteiger VfV Hildesheim mit Andreas Hinrichsen (Mitte).

Delmenhorst. Die Oberliga-Fußballer des SV Atlas Delmenhorst haben dank einer starken Mannschaftsleistung ihre Heimpremiere 2018/19 mit einem 3:1-Erfolg über den VfV-Hildesheim beendet. Herausragend spielte SVA-Stürmer Marco Prießner, der alle Tore seiner Mannschaft vorbereitete.

Rundum zufrieden ging Dennis Mooy in Richtung Umkleidekabine. Der linke Verteidiger des Fußball-Oberligisten SV Atlas hatte kurz zuvor mit seinen Mannschaftskameraden vor der Tribüne des Stadions an der Düsternortstraße eine starke Leistung gefeiert, die ihnen einen 3:1 (1:1)-Sieg über den als einen der großen Meisterschaftsfavoriten gehandelten Regionalliga-Absteiger VfV Hildesheim eingebracht hatte. So darf eine Heimpremiere ausfallen? „Auf jeden Fall, das macht Spaß“, sagte der 28-Jährige, der vom BV Cloppenburg zum SVA gewechselt war. „In der zweiten Halbzeit haben wir unsere Angriffe besser ausgespielt und die Chancen genutzt. Somit haben wir verdient gewonnen“, meinte Mooy über die Partie, in der Leon Lingerski (16. Minute, Foulelfmeter), Tom Schmidt (51.) und Marvin Osei (72.) die Atlas-Tore geschossen hatten. Niklas Rauch (18.) köpfte den VfV-Treffer.

(Lesen Sie mehr: der Spielbericht.)

Mooy war Teil einer geschlossen guten Atlas-Mannschaft, die in ihrem ersten Heim- und zweiten Punktspiel der Saison taktisch und spielerisch überzeugte. Die Akteure waren engagiert und aufmerksam. Sie leisteten viel Laufarbeit und waren zweikampfstark. Vor allem das war für VfV-Trainer Thomas Siegel ausschlaggebend. „Wir haben alles vermissen lassen, was es für so ein Fußballspiel braucht“, monierte er: „Man hat gesehen, dass die Mannschaft Fußball spielen kann, doch ohne Laufbereitschaft und Einsatzwillen reicht es nicht.“ Der Erfolg des SV Atlas sei daher verdient.

Angesichts von zehn Zugängen, darunter viele junge Spieler, die in die Mannschaft integriert werden mussten, sei klar, dass noch nicht alles rund laufe, erklärte Siegel. Der Wiederaufstieg sei auch keine Pflicht. „Eine Meisterschaft kannst du nicht planen“, sagte er. „Wir würden gerne zwischen Platz eins und fünf landen.“

Atlas-Team überzeugt als Kollektiv mit herausragenden Spielern

Dass der Hildesheimer Anspruch aber wohl eher in Richtung Platz eins tendiert, zeigt die Tatsache, dass die VfV-Spieler zusammen auf mehr als 300 Dritt- und Viertligapartien zurückblicken. Der Verein hat mehr Möglichkeiten als der SV Atlas. „Es ist ein bisschen so, als hätte ein Kia in einem Rennen einen Mercedes besiegt“, beschrieb Atlas-Trainer Jürgen Hahn den Erfolg. Ein gut ausgestatteter Kia, dem am Samstag einige Akteure besonders viel Schub gaben. Das waren die Innenverteidiger Marlo Siech und Jannik Vollmer, die fast keinen Zweikampf verloren. Vollmer war für den an der Wade verletzten Karlis Plendiskis in die Startelf gerückt. Auch Mittelfeldspieler Tom Schmidt glänzte: am Samstag auf drei Positionen (als Zehner, Sechser und auf der Außenbahn). „Es zeichnet uns aus, dass wir Spieler haben, die vielseitig einsetzbar sind“, stellte Hahn zufrieden fest.

Aus dem starken Atlas-Kollektiv ragte Sturmspitze Marco Prießner noch etwas weiter heraus. Er nutzte seine große Sprintqualität und Ballsicherheit immer wieder dafür, nach Steilpässen für Aufregung in der Hildesheimer Abwehr zu sorgen. Die langen Vorlagen waren entscheidender Teil der schnörkellosen Offensivaktionen der Delmenhorster. Sie waren geplant und einstudiert, verriet Hahn. „Wir waren gut auf den Gegner vorbereitet“, sagte er. „Wir wollten diese Pässe immer wieder spielen, weil wir wussten, dass er sehr hochsteht.“

Prießner bereitete alle Atlas-Tore vor. In der 15. Minute wurde sein Solo von VfV-Innenverteidiger Rauch mit einem Foul im Strafraum gestoppt. Lingerski verwandelte den Strafstoß unhaltbar (16.). Nach dem Seitenwechsel schlug Mooy einen Pass auf Prießner, der perfekt quer auf Schmidt spielte (51.). Später gelang Schmidt ein klasse Diagonalpass auf Prießner, der diesmal für den kurz zuvor eingewechselte Marvin Osei auflegte: 3:1 (72.).

Atlas verteidigt nach der Pause höher

Hahn hatte in der Pause eine taktische Veränderung vorgenommen. „In der ersten Halbzeit hat uns noch ein wenig Selbstvertrauen gefehlt, und in der Defensive hätten wir ein paar Sachen noch besser lösen können“, erklärte er. Die Delmenhorster störten das Aufbauspiel ihrer Gäste also früher. Sie kamen dadurch auch noch besser ins Umschaltspiel.

Atlas hatte aber schon in der ersten Halbzeit gut gespielt. Die Mannschaft verhinderte mit geschickter Defensivarbeit, dass der VfV seine auf längere Kombinationen ausgelegten Angriffe zu Ende spielen konnte. Das 1:1 nicht einmal 120 Sekunden nach dem Führungstreffer nahm Hahn seinen Spielern nicht krumm. „Das ist richtig Qualität, das ist schwer zu verteidigen“, sagte er. Sofien Cahed legte den Ball mit einem Freistoß maßgerecht auf den Kopf von Rauch, der ihn ins lange Eck verlängerte.

Die Gäste kamen erst in der Schlussphase aus dem Spiel heraus zu Chancen. Atlas-Torwart Florian Urbainski wehrte die Schüsse von Adem Avci (78.) und Hady El Saleh (86.) glänzend ab. „Ich sage: Wir haben verdient gewonnen“, zog Hahn noch als Abschlussfazit – und ging dann genauso zufrieden wie sein linker Verteidiger Dennis Mooy in Richtung Umkleidekabine.


Statistik:

SV Atlas Delmenhorst: Urbainski; Köster, Siech, Vollmer, Mooy, Karli, Mutlu (66. Osei), Schmidt, Lingerski (75. Rauh), Degen (66. Bruns), Prießner.

VfV Hildesheim: Zumbeel; Maslykov, Rauch, Hadzic, Hinrichsen, El Saleh, Hingerl (73. Suckel), Cahed, Plaschke, Zlatkov (68. Avci), Jürgens (57. Bautista).

Tore: 1:0 Lingerski (16., Foulelfmeter), 1:1 Rauch (18.), 2:1 Schmidt (51.), 3:1 Osei (72.).

Schiedsrichter: Marco Scharf (TSV Altenwalde) mit Sören Thalau und Jonas Meereis.

Zuschauer: etwa 900 - 1000.

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