Erima-Cup beim TV Neerstedt HSG Delmenhorst erhält Dämpfer zur rechten Zeit

Von Heinz Quahs

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Neerstedt. Handball-Oberligist HSG Delmenhorst wird beim Erima-Cup in Neerstedt ersatzgeschwächt Vorletzter. Auch Gastgeber TV Neerstedt als Vierter und die TSG Hatten-Sandkrug als Letzter haben mit Personalsorgen zu kämpfen. Turniersieger wird Oberligist SG HC Bremen/Hastedt – mit einem Sieg im Finale gegen die eigenen Bundesliga-A-Junioren.

Am Ende eines langen Turniertages zog Jörg Rademacher ein ernüchterndes Fazit. „Zu viele einfache Fehler, fehlende Konzentration und kein Druck auf den Gegner – wir haben bis zum Saisonstart noch einen recht weiten Weg vor uns“, war der Trainer der HSG Delmenhorst nach dem Erima-Cup beim TV Neerstedt mit der Vorstellung seiner Handballer alles andere als einverstanden. Delmenhorst gewann zwar zwei seiner drei Spiele, wurde beim Turniersieg des Oberliga-Konkurrenten SG Bremen/Hastedt aber verdientermaßen Vorletzter.

Eine Woche vor dem eigenen Toyota-Engelbart-Cup war es ein Dämpfer zur rechten Zeit für die HSG, die zuvor noch in den Testspielen gegen Drittliga-Aufsteiger SG Varel/Altjührden (28:22) und den letztjährigen Oberliga-Vierten HSG Barnstorf/Diepholz (36:22) nicht nur Siege gefeiert, sondern auch gute Leistungen gezeigt hatte. Rademacher sah noch etliche Stellschrauben, an denen er noch nachjustieren muss. Allerdings trat Delmenhorst in Neerstedt auch erstatzgeschwächt an. Es fehlten die Kreisläufer Thies Kohrt und Michael Schröder sowie die Linkshänder Philipp Freese und Stefan Timmermann.

Neerstedts Handball-Abteilungsleiter Fabian Kahler (rechts) und Turnierorganisator Friedel Schulenberg (Mitte) gratulieren der SG HC Bremen/Hastedt zum Turniersieg. Foto: Heinz Quahs

Das Gruppenspiel gegen die Bundesliga-A-Jugend der SG HC Bremen/Hastedt gewann Delmenhorst nach einem 2:6-Rückstand und dank eines energischen Schlussspurtes zwar noch 20:16, doch lange Zeit fehlten Einstellung und Motivation. Richtig überzeugen konnten in dieser Begegnung nur Kreisläufer Alexander Schöps und Rückraumspieler Torben Sudau. Beim 17:22 gegen den künftigen Ligarivalen TV Cloppenburg um den starken Spielmacher Lennart Witt machte sich dann bemerkbar, dass Rademacher personell einiges improvisieren musste – und wollte.

In ihrer Gruppe A wurde die HSG Delmenhorst unter den drei punktgleichen Teams Letzter. Weshalb es für die HSG nur zum Spiel um Platz fünf reichte, das die Rademacher-Sieben gegen Hatten-Sandkrug auch dank des überzeugenden Neuzugangs Lasse Till zumindest knapp mit 21:20 gewann. Klar ist: Delmenhorst hat bis zum ersten Spieltag am 1. September gegen SG HC Bremen/Hastedt noch einige Arbeit vor sich. „Ich hoffe“, sagte Rademacher, „dass bis dahin alle Spieler wieder fit sind.“

TSG Hatten-Sandkrug fehlt die Durchschlagskraft

Wie bei Delmenhorst hatten die beiden Landkreis-Vertreter TSG Hatten-Sandkrug und TV Neerstedt ebenfalls aus verschiedenen Gründen viele Ausfälle zu beklagen. Dies machte sich auch auf dem Spielfeld bemerkbar. Oberligist Hatten-Sandkrug verlor gleich alle drei Spiele. „Mehr war heute nicht drin“, sagte Interimstrainer Robert Langner, der den privat verhinderten Coach Hauke Rickels vertrat, nach den Niederlagen in der Gruppe A gegen den Liga-Rivalen Bremen/Hastedt (13:21) und Verbandsligist Neerstedt (13:15) sowie später gegen Delmenhorst. „Wir müssen in der Offensive zulegen. Da haben wir zu wenig Durchschlagskraft“, fand Langner. Er lobte die Leistungen von Torwart Jan-Peter Steffens sowie der Hoykenkamper Neuzugänge Bernd Spille und Tim Streckhardt.

Gastgeber TV Neerstedt war nach den Gruppenspielen gegen Bremen/Hastedt (12:18) und Hatten-Sandkrug (15:13) sowie dem verlorenen Spiel um Platz drei gegen den TV Cloppenburg mit Rang vier durchaus zufrieden. Denn die Neerstedter zeigten trotz ihres kleinen Kaders eine engagierte Leistung, vor allem bei der am Ende klaren Niederlage gegen Bremen/Hastedt. Ansprechende Leistungen hinterließen die Keeper Kevin Pecht und Niklas Planck sowie Kreisläufer Philipp Hollmann und Rückraumschütze Mario Reiser.

TV Neerstedt mit Turnierverlauf zufrieden

Den Turniersieg machten im Endspiel etwas überraschend die beiden Teams der SG HC Bremen/Hastedt untereinander aus. Das Endspiel war dann mit 18:11 eine klare Angelegenheit für die Oberliga-Herren, bei denen besonders der Ex-Neerstedter Jan-Ole Harting und Spielertrainer Marten Franke herausragten. Eine überragende Leistung zeigte die von TVN-Eigengewächs Tim Schulenberg betreute Bundesliga-A-Jugend im Gruppenspiel – und gleichzeitig besten Turnierspiel – gegen Cloppenburg, das sie überraschend deutlich mit 23:18 für sich entschied.

„Ich habe nicht geglaubt, dass es ein reines Bremer Endspiel geben wird“, sagte Turnierorganisator Friedel Schulenberg, den vor allem die etlichen tollen Paraden der A-Jugend-Torhüter Ben Garrels und Sebastian Bohling beeindruckten. Mit dem Turnier selbst war Schulenberg in seiner Bilanz zufrieden. „Die Zuschauer haben interessante Spiele gesehen, die Leistungen der Schiedsrichter waren gut und es gab keine größeren Verletzungen.“


Gruppe A

HC Bremen - TSG Hatten/Sandkrug 21:13

TV Neerstedt - HC Bremen 12:18

TV Neerstedt - TSG Hatten/Sandkrug 15:13

1. HC Bremen 2 39:25 4:0

2. TV Neerstedt 2 27:31 2:2

3. TSG Hatte/Sandkrug 2 26:36 0:4

Gruppe B

HC Bremen A-Jgd- HSG Delmenhorst 16:20

TV Cloppenburg- HSG Delmenhorst 22:17

HC Bremen A-Jgd- TV Cloppenburg 23:18

1. HC Bremen A-Jgd 2 39:38 2:2

2. TV Cloppenburg 2 40:40 2:2

3. HSG Delmenhorst 2 37:38 2:2

Spiel um Platz 5

TSG Hatten/Sandkrug - HSG Delmenhorst 20:21

Spiel um Platz 3

TV Neerstedt - TV Cloppenburg 20:23

Finale

HC Bremen - HC Bremen A-Jgd 18:11

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