Fußball-Bezirksliga Tur Abdin macht das Spiel, Frisia Wilhelmshaven die Tore

Von Frederik Böckmann


Delmenhorst. Völlig verkehrte Fußball-Welt in Düsternort: Bezirksligist SV Tur Abdin Delmenhorst hat sein Heimspiel gegen den WSC Frisia Wilhelmshaven mit 1:3 (0:2) verloren – trotz drückender Überlegenheit.

Christian Kaya wusste erst nicht, was er sagen sollte. Und dann versuchte der Trainer des SV Tur Abdin Delmenhorst doch, das etwas Unerklärliche irgendwie zu beschreiben: „Wir dürfen so ein Spiel nie im Leben verlieren. Wir waren läuferisch, spielerisch und kämpferisch klar besser. Aber wir haben im Angriff versagt. Das war der Unterschied.“

Im Bezirksliga-Heimspiel gegen den WSC Frisia Wilhelmshaven machten die Aramäer 90 Minuten lang das Spiel, doch die Gäste erzielten die Tore – und gewannen die Fußball-Begegnung mit 3:1 (2:0). „Unfassbar“, schüttelte Kaya mit dem Kopf, während auch die Gäste fairerweise einräumten, „unverdient“ gewonnen zu haben.

Die Dominanz der Gastgeber drückte sich in Zahlen so aus: Tur Abdin hatte ein Dutzend Möglichkeiten, davon acht hochkarätige – und erzielte dazu noch drei Tore, die vom Schiedsrichter nicht anerkannt worden waren. Es passte ins Bild des verkorksten Sonntagnachmittags auf dem holprigen Nebenplatz im Delmenhorster Stadion, dass Christian Kaya alle drei Frisia-Treffer „sehr strittig“ fand. Er räumte aber auch ein: „Wir haben nicht wegen des Schiedsrichters verloren.“

Bei Tur Abdin ging im Spiel nach vorne von Beginn an die Post ab. Der einzige Haken: die von Kaya monierte katastrophale Chancenverwertung. Denn die Delmenhorster schossen den Ball neben das Tor, über das Tor, an das Aluminium oder scheiterten am glänzenden WSC-Torwart Benjamin Blasczyk. Als Daniel Karli dann traf, war es das 1:3 (87.) – und die Tur-Abdin-Niederlage längst besiegelt.

Und die Gäste? Hatten Probleme ihr Spiel zu ordnen. Vor allem Philip Immerthal, Neuzugang vom SV Atlas Delmenhorst, fehlte an allen Ecken und Enden. Aber Wilhelmshaven spielte auch äußerst effektiv. Von fünf Torschüssen landete drei im Tor – und zwar durch Günter Wolken (34.), Henrik Wendt (36.) und Joussef El-Ali (59.).

Direkt nach Spielschluss baute Kaya seine Truppe wieder auf. „Wir müssen die Köpfe hochnehmen.“ Mit Blick auf das schwere Auswärtsspiel am Mittwoch beim SV Wilhelmshaven sagte er mit einer Mischung aus Trotz und Glaube an die eigene Stärke: „Soll man uns dort doch ruhig unterschätzen. Wir kommen noch gewaltiger zurück.“


Abdins Bezirkspokal-Spiel der 3. Runde beim VfR Wardenburg findet am 29. August statt. Anstoß ist voraussichtlich um 19.30 Uhr.

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