Fußball-Kreisliga TuS Heidkrug gegen SV Atlas II wie im Rausch

Von Andreas Bahlmann

Zweifacher Torschütze für den TuS Heidkrug: Marvin Lohfeld (Mitte). Archivfoto: Rolf TobisZweifacher Torschütze für den TuS Heidkrug: Marvin Lohfeld (Mitte). Archivfoto: Rolf Tobis

Delmenhorst. In der Fußball-Kreisliga IV gab es am Freitagabend gleich drei Unentschieden. Dabei verspielte der TV Falkenburg gegen den TV Jahn eine 2:0-Führung, der VfR Wardenburg stellte den Spielverlauf gegen den TV Munderloh auf den Kopf, während sich der TV Dötlingen und der TSV Ganderkesee gerecht trennten.

Heidkrug - Atlas II 5:2. Was für ein Spiel des TuS Heidkrug! Zur Pause lagen die Gastgeber nach einer schwachen ersten Halbzeit nach Gegentreffern von Duc-Hieu Nguyen (28.) und Zinar Sevimli (45.+1) verdientermaßen mit 0:2 in Rückstand. Der SV Atlas II beherrschte bis zu diesem Zeitpunkt weitgehend Ball und Gegner. Nach der Pause änderte sich das Spielgeschehen grundlegend und die Heidkruger drehten mit einer konzentrierten, leidenschaftlichen und spielstarken Mannschaftsleistung das Match. Marvin Lohfeld (58./61.), Luca Reinhold (76.), Massimo Neumann (87.) und Niklas Bädjer (90., Elfmeter nach Foul an Waldemar But) wendeten auch dank einer effektiven Chancenverwertung das Blatt – 5:2. „Ich glaube, dass wir diese Saison stabiler sind als in der vergangenen Rückrunde“, freute sich Heidkrugs Co-Trainer Jorge Jacinto über die Leistung seiner Mannschaft. SVA-Coach Daniel von Seggern gab sich trotz der empfindlichen Niederlage zuversichtlich: „Das war zweifellos eine ganz bittere Niederlage, aber es ist so wie es ist. Wir müssen und werden unsere Lehren daraus ziehen“, betonte von Seggern. Man werde jetzt nicht resignieren, die Saison sei noch lang. „Heidkrug hat uns nicht an die Wand gespielt, auch wenn es das Ergebnis ein wenig vermuten lässt. Wir waren einfach zu anfällig in der Abwehr – und Heidkrug hat das eiskalt ausgenutzt.“

VfR Wardenburg - TV Munderloh 1:1. Munderlohs Trainer Ralf Eilenberger haderte mit dem Spielverlauf. „Eigentlich müssen wir so ein Spiel gewinnen“, sagte der Ex-Profi. Mit Blick auf den Spielverlauf und den eigenen späten Ausgleich in der 89. Minute durch Sören Ohlmeyer sagte Eilenberger aber auch: „Meine Jungs haben eine große Moral bewiesen.“ Eilenberger ließ seine Abwehr mit einer Dreierkette spielen, um so mehr Druck im Mittelfeld gegen den heimstarken VfR Wardenburg erzeugen zu können. Die Taktik der Gäste ging auch auf – denn Munderloh beherrschte klar das Spielgeschehen. Aber: Die Gäste nutzten ihre hochkarätigen Torchancen gegen müde wirkende Wardenbuger nicht. Das wurde bestraft: Nach einer Balleroberung traf Sebastian Vogelsang zur überraschenden VfR-Führung (73.) – und stellte den Spielverlauf auf den Kopf. Nach dem verdienten Ausgleich hätte Munderloh durch Timo Kläner noch fast den Siegtreffer erzielt, sein Kopfball verfehlte aber das Ziel (90.). VfR-Trainer Sören Heeren konnte gut mit dem Unentschieden leben: „Unsere Führung war glücklich und dann haben wir um den Ausgleich richtig gebettelt.“

TV Dötlingen - TSV Ganderkesee 1:1. Dötlingens Trainer Markus Welz zog vor der starken Vorstellung der Gäste seinen Hut: „Wir waren heute fleißig, aber vielleicht war Ganderkesee sogar fleißiger als wir. Die haben den Punkt auf alle Fälle verdient.“ Der TVD führte durch Trainersohn Lukas Welz mit 1:0 (8.), doch nur wenig glich Ganderkesee durch Byron-Lee Garcia zum 1:1 aus (12.). Und es blieb in der Anfangsphase turbulent. Nach einem Foul im TSV-Strafraum entschied der Unparteiische auf Elfmeter – und Benjamin Bohrer trat an, um die Dötlinger erneut in Führung zu schießen. Aber TSV-Torwart Nils Jonasson parierte den Strafstoß. Das war der Knackpunkt der Partie, denn danach wirkte der TVD in der Offensive zusehends verunsichert, während Ganderkesee das Spiel bestimmte. Nach der Pause wurde das zweikampfbetonte und spannende Spiel nickliger und intensiver, aber die Defensivreihen zeigten sich auf beiden Seiten gut organisiert. So blieb es beim gerechten Remis. TSV-Trainer Stephan Schüttel war zufrieden: „Das war ein richtig gutes Spiel. Es ging um etwas und das hat man beiden Mannschaften auch angemerkt. Wir haben richtig gut verteidigt.“

TV Falkenburg - TV Jahn Delmenhorst 2:2. Falkenburg führte zur Pause durch Florian Erhorn (13.) und Marco D‘Elia (37.) mit 2:0, sackte aber trotzdem nur einen Zähler ein. „In der zweiten Halbzeit waren wir einfach noch zu grün hinter den Ohren“, haderte Falkenburgs Trainer Georg Zimmermann. „Uns fehlte dort einfach die Abgebrühtheit in den Zweikämpfen. Als Jahn Druck machte, konnte ich in der Zentrale leider nicht nachbessern, weil mir auf der Bank die Leute dazu fehlten.“ Die Zuschauer sahen zwei verschiedene Hälften. Zunächst spielte Falkenburg mutig, offensiv und sehr effizient. Das 2:0 war absolut verdient. In der zweiten Halbzeit machte Jahn dann Druck. Timo-Andre Höfken verkürzte nach einer Unsicherheit von Falkenburgs Torwart Marcel Kant auf 1:3 (50.), dann glich Wahe Zargaryan nach einer schönen Kombination aus (68.). Und Jahn hatte sogar das 3:2 auf dem Fuß, doch Kant parierte einen Foulelfmeter (75.). „Wir lernen noch dazu“, arrangierte sich Zimmermann mit dem Remis.


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