Fußball-Oberliga Atlas Delmenhorst ist nach starkem Start zu passiv

Von Daniel Niebuhr und Frederik Böckmann


Hagen Zur Halbzeitpause schien alles auf einen Dreier hinauszulaufen, am Ende wurde es dann doch nur ein Zähler: Die Oberliga-Fußballer des SV Atlas Delmenhorst sind von ihrem Auswärtsspiel beim erwartet starken Aufsteiger FC Hagen/Uthlede mit einem 2:2 (2:0) zurückgekehrt. Dabei hatte die Mannschaft von Trainer Jürgen Hahn nach einer Viertelstunde schon mit 2:0 geführt.

„Das war ein tolles Spiel“, sagte Hahn. „Wir waren lange auf dem Weg zum Sieg, dann zu passiv. So ist Fußball.“

Atlas startete beim mit 57 Kilometern zweitkürzesten Auswärtsspiel der Saison mit der gleichen Anfangself wie vor einer Woche bei BW Lohne (3:1) – mit einer Ausnahme. Stefan Bruns begann für Patrick Degen, der sich in Lohne eine Gehirnerschütterung zugezogen hatte und erst einmal auf der Bank saß.

Traumstart für den SV Atlas

Atlas erwischte vor 1231 zahlenden Zuschauern (davon rund 450 Delmenhorstern) einen Traumstart: Tom Schmidt eroberte am gegnerischen Strafraum den Ball, seinen Pass wehrte Hagens Nils Göcke bei einer Grätsche unglücklich mit der Hand ab. Den durchaus berechtigen Elfmeter verwandelte Karlis Plendiskis mit Hilfe des Innenpfostens (5.).

Nur wenig später brach dann Steven Müller-Rautenberg auf rechts durch und flankte auf Schmidt. Der Ball prallte von Schmidts auf Marco Prießners Kopf und von dort ins Tor. Eine Blitzreaktion des Mittelstürmers – und das 2:0 für die Blau-Gelben (15.).

Festgedribbelt: Musa Karli (Mitte) bleibt an zwei Hagenern hängen. Foto: Rolf Tobis

Die Hagener, die die Partie im Vorfeld zum „absoluten Highlight der Vereinsgeschichte“ hochgejazzt hatten, waren nach der harten Landung in der Oberliga erst einmal arg benommen. Atlas indes hervorragend organisiert.

Nach einer halben Stunde wurde der SV Atlas aber immer passiver und half den Gastgebern in die Partie. Besonders der Oberliga erfahrene Jascha Stern beschäftigte die blau-gelbe Abwehr: Atlas-Keeper Florian Urbainski parierte erst bei einem Konter in der 33. Minute außerhalb des Strafraums – womöglich mit der Hand, wie einige FC-Fans monierten. In der 38. Minute hielt er dann einen 15-Meter-Schuss und rettete das 2:0 in die Pause.

SV Atlas nach der Pause zu passiv

Der SV Atlas Delmenhorst kam unverändert aus den Kabinen – und agierte weiter unverändert zu vorsichtig. Hahns Elf blieb im Verwaltungsmodus, was von den immer bissiger werdenden Hagenern nach etwas mehr als einer Stunde heftig bestraft wurde. Erst durfte Mirko Franke in der 61. Minute ungestört von links Mirco Diesing das Anschlusstor aus fünf Metern auflegen, dann köpfte drei Minuten später Axel France einen hohen Ball von rechts ein – und Hagen stand Kopf.

Danach wurde aus einem rassigen Spiel ein Krimi. Prießner hatte in der 74. Minute die erneute Atlas-Führung auf dem Fuß: Er wurde von Musa Karli traumhaft bedient und ließ Hagens Schlussmann Yannick Becker aussteigen, doch Meiko Gagelmann rettete artistisch vor der Linie. Aber Hagen/Uthlede hielt hoch engagiert dagegen.

SV Atlas mit Glück in der Schlussminute

FC-Trainer Carsten Werde, der mit seinem Team selbstbewusst einen einstelligen Tabellenplatz ausgegeben hat, forderte seine Mannschaft permanent auf, zu pressen. Und Hagen/Uthlede hätte fast noch den Siegtreffer erzielt. Doch Meiko Gagelmann köpfte nach einer Ecke freistehend vorbei (90.).

In den anderen beiden Auftaktpartien am Freitagabend gab‘s indes zwei überraschende Heimsiege für zwei Aufsteiger: Der MTV Wolfenbüttel schlug Regionalliga-Absteiger Eintracht Braunschweig II mit 1:0 (0:0), das Hannoveraner Derby gewann der HSC gegen Arminia mit 4:1 (3:0.)


FC Hagen/Uthlede - SV Atlas 0:2

SV Atlas: Urbainski - Köster, Plendiskis, Siech, Mooy - Schmidt (67. Degen), Bruns (69. Mutlu), Lingerski (78. Vollmer) - Müller-Rautenberg, Karli - Prießner.

Tore: 0:1 Plendiskis (5., Handelfmeter), 0:2 Prießner (15.), 1:2 Diesing (61.), 2:2 France (64.).

Zuschauer: 1231 zahlende, davon rund 450 aus Delmenhorst.

Schiedsrichter: Kevin Dickscheid (Hannover) mit Marcel Vogel, Laurens Büchner.

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