Fußball-Bezirkspokal SV Tur Abdin siegt dank Simon Matta beim VfL Stenum

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Joseph Kaya (Mitte) kämpfte sich mit Tur Abdin beim VfL Stenum um Marten Michael (links) und Maximilian Bradler durch. Foto: Rolf TobisJoseph Kaya (Mitte) kämpfte sich mit Tur Abdin beim VfL Stenum um Marten Michael (links) und Maximilian Bradler durch. Foto: Rolf Tobis

Stenum. Der SV Tur Abdin Delmenhorst erreicht mit einem schmeichelhaften 1:0 beim Bezirksliga-Rivalen VfL Stenum die dritte Runde im Fußball-Bezirkspokal. Stenums Malte Tönjes kassiert einen kuriosen Platzverweis.

Wenigstens die Bewässerungsanlage auf der Anlage des VfL Stenum bekam am Sonntag ihren kleinen Triumph. Die Stenumer hatten sich gerade in der zweiten Runde gegen den SV Tur Abdin mit 0:1 (0:0) aus dem Fußball-Bezirkspokal verabschiedet, als der Rasensprenger Abdins Manager Isa Tezel auf dem Weg in die Kabine überraschte – nur die härtesten Verschwörungstheoretiker würden behaupten, jemand hätte sie absichtlich genau in diesem Moment eingeschaltet.

Bei den 28 Grad, die am Sonntag herrschten, war es wohl auch eher eine willkommene Abkühlung nach einem Derby, das auch bei den Verantwortlichen mindestens für schwitzige Hände gesorgt hatte. Beide Teams zeigten durchaus, dass sie zumindest taktisch und kämpferisch nicht zur Laufkundschaft in der Bezirksliga gehören, die Gäste aus Delmenhorster hatten letztlich mehr Glück gehabt. „Unser Spiel war gut. Wir waren im Abschluss zu harmlos, aber ich habe viel Gutes gesehen“, befand VfL-Trainer Thomas Baake, was sich mit den Aussagen von Abdin-Coach Christian Kaya deckte. „Stenum war öfter vor dem Tor. Aber wir haben stark gekämpft – und wer mehr Tore schießt, kommt halt weiter“, sagte Kaya, der mit den Aramäern nun zusammen mit Überraschungsmannschaft VfR Wardenburg der einzige Vertreter des Fußball-Kreises Oldenburg-Land/Delmenhorst in der dritten Runde ist.

Stenums erstes Gegentor nach 386 Minuten

Den Gästen, die offensiv zur gehobenen Bezirksliga-Klasse gehören, reichte im Angriff ein lichter Moment in der 80. Minute. Nach einem Ballgewinn schaltete der eingewechselte Aho Hanno schnell und fand mit seiner Flanke von links Simon Matta, der aus acht Metern einschob. Stenum war zuvor in Pokal und Testspielen 386 Minuten am Stück ohne Gegentor geblieben. „Das war eine unglückliche Aktion“, meinte Baake. „Aber ich sehe es positiv: Mehr haben wir nicht zugelassen.“

Tatsächlich hatten die Gastgeber den 200 Zuschauern mehr Freude bereitet, der VfL arbeitete konsequent gegen den Ball und kam regelmäßig in den Strafraum – wo allerdings die Ideen plötzlich ausgingen. Symbolisch war vielleicht ein schwacher Schuss aus glänzender Einschussposition von Maximilian Bradler in der 45. Minute.

Kurioser Platzverweis

Die Schlussoffensive nach dem überraschenden Rückstand fiel auch etwas mutlos aus, Arnold Koletzek köpfte bei der noch gefährlichsten Aktion eine Freistoßflanke in der 85. Minute freistehend deutlich über das Tor. Dafür gab es vielleicht einen der seltsamsten Platzverweise in der Stenumer Pokalgeschichte: Der schon verwarnte Malte Tönjes führte in der 90. Minute einen noch nicht freigegebenen Freistoß aus und sah dafür von Schiedsrichter Muhammed Yasin eine Gelb-Rote Karte, die so noch niemand erlebt hatte. „Das ist unglaublich in dieser Situation“, sagte Baake. „Aber wir haben nicht wegen des Schiedsrichters verloren.“

Tur Abdin und Wardenburg warten nun auf ihre Gegner in der dritten Runde, die am 29. August ausgetragen wird. 21 Bezirksligisten sind noch im Wettbewerb, dazu kommen neun Landesligisten und zwei Kreisligisten.


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