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Fußball-Kreisliga TV Jahn und Delmenhorster TB trennen sich 1:1

Von Andreas Bahlmann und Lars Pingel


Delmenhorst. Das erste Stadtderby der Saison 2018/2019 in der Fußball-Kreisliga endete remis: Der TV Jahn Delmenhorst und der Delmenhorster TB trennten sich mit einem 1:1. Aufsteiger TuS Hasbergen setzte sich derweil beim TV Munderloh mit 2:1 durch.

TV Jahn Delmenhorst - Delmenhorster TB 1:1 (0:0). Marvin Heinrich rettete dem TV Jahn Delmenhorst mit seinem Treffer in der 89. Minute einen Punkt. Die Entstehung nervte DTB-Trainer André Tiedemann. „Ich habe den Jungs dreimal gesagt, dass sie auf die kurze Ecke aufpassen sollen. So etwas darf nicht passieren“, erklärte er. Okan Özcan hatte den Ball von der Eckfahne aus schnell auf Miles Meyer gepasst; der zog von der Strafraumgrenze ab, sein Schuss wurde im Getümmel von Heinrich abgefälscht und landete unhaltbar in der langen Ecke des DTB-Tors. „Jahn war fast nur bei Standards gefährlich. Wir sind über das Spielerische zu vielen unserer Möglichkeiten gekommen. Trotzdem war es ein ausgeglichenes Spiel“, bilanzierte Tiedemann.

Den besseren Start erwischten die Gastgeber. Sie hatten in der Anfangsphase zwei, drei gute Chancen. Dann fand die DTB-Defensive aber ihren Halt. Auch Jahn arbeitete engagiert und gut gegen die Angriffsversuche der Gäste, sodass klare Möglichkeiten rar wurden. Erst weit nach der Pause (0:0) kam wieder Aufregung im DTB-Strafraum auf. Eine Direktabnahme von Marcel Maus nach einer Flanke von Sean Gradtke verfehlte ihr Ziel aber deutlich (59.). Anschließend wurden die DTB-Offensivaktionen zwingender, gegen die aufmerksame Jahn-Abwehr kam das Team aber nicht zum Abschluss.

Einen Tick eher am Ball: Der DTBer Kevin Eberhardt (links) spitzelt den Ball vor dem Jahner Rui Pereira Bastos weg. Foto: Rolf Tobis

Und so war es ebenfalls eine Aktion nach einem ruhenden Ball, die die DTB-Führung einleitete. Der eingewechselte Martin Hruzik schoss aus halbrechter Position aus 19 Metern direkt, Jahn-Torwart Edward Kaiser parierte. Doch Daniel-Pascal Mehrdadi-Gargari reagierte am schnellsten und stocherte den Ball aus ganz kurzer Distanz über die Linie (76.). Kurz zuvor war ein DTB-Treffer wegen eines vorhergehenden Handspiels nicht anerkannt worden, was Tiedemann auch nach dem Schlusspfiff nicht gefiel.

Das 1:0 brachte neuen Schwung in die Partie. Jahn drängte auf den Ausgleich, der DTB versuchte zu kontern. Chancen hatte aber nur noch Jahn. Nach einem Solo von Marcel Maus, das im Strafraum endete, hätten die Gastgeber gerne einen Elfmeterpfiff gehört – der kam aber nicht (79.). Ein abgefälschter 20-Meter-Schuss von Gradtke verfehlte das DTB-Tor nur knapp (84.). Doch dann erspielte sich die Jahn-Elf ja doch noch die letzte Ecke, nach der Heinrich für lila-weißen Jubel sorgte. „Mit dem 1:1 sind wir zufrieden“, sagte Falk Ölkers, der die Mannschaft als Trainer mit Arend Arends betreut: „Ich fand aber, dass wir die bessere Mannschaft waren. Wir hatten mit den Entscheidungen des Schiedsrichters nicht unbedingt Glück.“

Sein Team habe verletzungsbedingt nicht mit der Wunsch-Startelf beginnen können, fuhr er fort. Erschwerend sei hinzugekommen, dass in Ricardo Meyer (46.) und Paul Leis (60.) zwei wichtige Spieler angeschlagen ausgewechselt werden mussten. „Wir haben gute Moral gezeigt“, lobte Ölkers. „Wir werden noch wachsen. Das Potenzial ist da.“ Spielerisch sei die Mannschaft allerdings noch nicht so weit, „wie wir wollten.“ Auch das zweite Saisonspiel trägt der TV Jahn an einem Freitagabend aus: Am 10. August, ist er beim TV Falkenburg zu Gast.

Tiedemann trauerte dagegen zwei verlorenen Punkten nach. „Wir geben einen Dreier aus der Hand, den wir schon fast sicher hatten. Das ist doppelt bitter, wenn man an unsere nächsten Aufgaben denkt“, sagte er. Der DTB trifft auf drei der großen Favoriten im Meisterschaftsrennen: Am Sonntag, 12. August, empfängt er den Harpstedter TB, eine Woche später gastiert er beim SV Atlas Delmenhorst II und muss dann 24. August, beim TuS Heidkrug antreten.

TV Munderloh - TuS Hasbergen 1:2 (0:2). Perfekter Start für den Aufsteiger: Jonas Schröder (30./Kopfball nach einer Ecke) und Jonas Müller (86./Konter nach Abschlag von Torwart Lennart Bonk) erzielten die ersten beiden TuS-Tore, die ihrer Mannschaft dann auch noch drei Punkte brachten. Hendrik-Mattes Büttner (90.) markierte das erste Saisontor für den TVM, das für eine Wende aber zu spät kam. In einer spielerisch guten, ausgeglichenen Partie hatten die Hasberger, die als Mannschaft geschlossen und taktisch geschickt verteidigten, ihre Chancen konsequenter genutzt als die Gastgeber. „Wir nehmen die drei Punkte gerne mit. Es war ein interessantes Spiel, das wir wohl verdientermaßen gewonnen haben“, meinte TuS-Trainer Tim Müller.

TSV Großenkneten - Alhorner SV 1:1 (0:0). „Ganz ehrlich: Das Ergebnis ist eine Katastrophe“, haderte Servet Zeyrek nach seinem ersten Punktspiel als ASV-Trainer: „Großenkneten hat das clever gemacht. Wir haben uns aber auch zu dumm angestellt und den Sack nicht zugemacht. Wir hätten das Spiel gewinnen müssen.“ Zeyrek ärgerte sich vor allem über zahlreiche vergebene Torchancen.

Der TSV stellte gut und konsequent die Räume im Mittelfeld zu und durchkreuzte so den Plan des ASV, der auf schnelles Kombinationsspiel mit kurzen Pässen ausgelegt war. Erst nach dem Seitenwechsel (0:0) fand Ahlhorn ein Durchkommen. Bassal Ibrahim schoss „ein Traumtor“ (Zeyrek): Vom Strafraumeck platzierte er den Ball in den Winkel (71.). Direkt vor dem Tor hatte ein Großenkneter Rot gesehen.

Der TSV blieb trotz des Rückstands bei seiner Defensivstrategie, die Ahlhorner prallten immer wieder am TSV-Bollwerk ab. In der Schlussphase schwanden bei den Ahlhornern die Kräfte und damit die Konzentration. Sie vertändelten den Ball im Mittelfeld, stoppten den TSV-Konter mit einem Foul. Mit dem Freistoß wurde der Ball in den ASV-Strafraum geschlagen und landete im Gewühl beim eingewechselten Routinier André Deters, der ihn zum 1:1 ins Netz bugsierte (90.).

TSV-Trainer Klaus Delbanco war mit dem Unentschieden zufrieden: „Das war verdient, denn wir hatten auch vier klare Torchancen, auch wenn Ahlhorn wohl 80 Prozent Ballbesitz hatte.“


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