Fußball-Niedersachsenpokal SV Atlas Delmenhorst startet in Lohne in die Saison

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Hochklassiges Spiel vor großer Kulisse: Atlas Delmenhorst (links Musa Karli) und BW Lohne (rechts Christian Meyer) trennten sich im Landesliga-Duell im Mai 2017 vor 3000 Zuschauern mit 1:1. Foto: Rolf TobisHochklassiges Spiel vor großer Kulisse: Atlas Delmenhorst (links Musa Karli) und BW Lohne (rechts Christian Meyer) trennten sich im Landesliga-Duell im Mai 2017 vor 3000 Zuschauern mit 1:1. Foto: Rolf Tobis

Delmenhorst. Der SV Atlas Delmenhorst beginnt seine Pflichtspiel-Saison im Niedersachsenpokal bei Blau-Weiß Lohne. Der Fußball-Oberligist will zum ersten Mal seit 22 Jahren ins Viertelfinale. Das Derby ist mehr als eine Generalprobe vor dem Ligastart.

In dieser Woche war Lohne aus dem Landkreis Vechta mal wieder überregional in den Schlagzeilen, allerdings alles andere als freiwillig. Weil der Wasserversorger OOWV wegen des tropischen Sommers den Druck in seinen Leitungen gesenkt hat, sind rund 2500 Haushalte in den höheren Lagen der Stadt abends ohne Wasser; bedauerlich, aber schwer zu ändern, war zusammengefasst die Erklärung des Unternehmens dazu.

Im Sinne des SV Atlas ist zu hoffen, dass die Duschen im Heinz-Dettmer-Stadion tadellos funktionieren, denn der Sonntag könnte dort schweißtreibend werden. Ab 15 Uhr treten die Delmenhorster beim Landesliga-Favoriten Blau-Weiß Lohne an und kämpfen um einen Platz im Viertelfinale des reformierten Fußball-Niedersachsenpokals. Der Sieger dieser Wettbewerbshälfte, in der die Oberligisten und Bezirkspokalsieger vereint sind, qualifiziert sich für den DFB-Pokal; bei vier benötigten Siegen gegen höchstens gleichklassige Konkurrenz ein relativ kurzer Weg – aber einer, der für Atlas-Co-Trainer Marco Büsing „so lang ist, dass ich den jetzt noch nicht vor Augen habe“.

Pflichtspiel-Debüt für neue Abwehr

Vor allem ist es das erste Pflichtspiel der wohl stärksten Atlas-Mannschaft seit der Wiedergründung 2012. Die Blau-Gelben haben sich mit bemerkenswerter Zielsicherheit verstärkt, von den Neuzugängen fielen besonders Karlis Plendiskis und Tom Schmidt in der Vorbereitung auf.

Die Testspielergebnisse – unter anderem mit 1:2-Niederlagen gegen die Regionalligisten BSV Rehden und VfB Oldenburg – waren ordentlich. Die neuformierte Defensive um Abwehrchef Plendiskis und Marlo Siech stand immer besser – ermutigende Zeichen nicht nur für das Lohne-Spiel, sondern auch für den Liga-Start am kommenden Freitag beim FC Hagen/Uthlede. Auch wenn sich mit Keisuke Morikami und Thore Sikken doch noch zwei Spieler verletzt haben. „Die Jungs haben bei der Hitze voll durchgezogen. Die Mannschaft hat sich schon in den wenigen Wochen gut entwickelt“, sagt Büsing. „Die Spieler brennen, das Umfeld brennt, das ist mehr als eine Generalprobe.“

Duell mit Lohne hat Tradition

Etwas Lampenfieber ist auch durchaus angebracht, es werden bis zu 1000 Zuschauer erwartet, dazu ist es ein Derby mit großer Tradition. Gegen keine Mannschaft hat Atlas in seiner Geschichte mehr Pflichtspiele bestritten, 2017 wurden die Delmenhorster im dramatischen Fernduell mit Lohne Landesliga-Meister. Von den 15 möglichen Pokal-Gegnern liegen geografisch nur Cloppenburg und Uphusen näher. „Es werden viele Fans mitreisen, das pusht uns“, sagt Büsing. „Ich glaube, in Lohne wollen sie sich auch noch für die verpasste Meisterschaft revanchieren. Da steckt Brisanz drin.“

Letzter Viertelfinal-Einzug 1996

Lohne will Atlas nun in die Oberliga folgen und hat seinen Etat dafür umverteilt: weniger Prämien, dafür mehr Qualität in der Breite. Lars Scholz kehrte von Atlas zu seinem Jugendverein Blau-Weiß zurück, Gino-Lago Bentron kam vom TuS Bersenbrück, Florian Hoff vom SC Spelle-Venhaus – obwohl er dort Kapitän war. Dafür ging Spielmacher Dustin Beer, mit Felix Oevermann fehlt ein weiterer Stammspieler studienbedingt. Im Gegensatz zu Atlas hat sich Lohne schon in zwei Pflichtspielen gegen unterklassige Gegner warmgeschossen; im Bezirkspokal gab es ein 6:0 gegen den Stadtrivalen Amasyaspor und ein 5:0 gegen BW Langförden. „Lohne hat große Ziele und eine eingespielte Mannschaft. Ich glaube, das wird ein richtig gutes Fußballspiel“, sagt Büsing.

Atlas ist dennoch Favorit und könnte etwas fast schon Historisches schaffen. Seit 22 Jahren stand keine Delmenhorster Mannschaft mehr im Viertelfinale des Niedersachsenpokals, 1996 scheiterte der alte SV Atlas mit 2:3 am TuS Celle. Drei Spieler aus dem aktuellen Kader waren da noch nicht geboren.


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