Delmenhorster Heinz Bußmann organisiert Ein Badminton-Länderspiel auf der Theater-Bühne

Von Frederik Böckmann

Ausrichter, Organisator und Moderator: Heinz Bußmann freut sich in dreifacher Funktion auf den Länderspiel-Klassiker zwischen den Niederlanden und Deutschland im Metropol-Theater. Foto: Frederik BöckmannAusrichter, Organisator und Moderator: Heinz Bußmann freut sich in dreifacher Funktion auf den Länderspiel-Klassiker zwischen den Niederlanden und Deutschland im Metropol-Theater. Foto: Frederik Böckmann

Bremen. Eine verrückte Idee? Ja. Aber auch umsetzbar. Für sein Badminton-Jubiläumsländerspiel verpflichtete der Delmenhorster Veranstaltungskaufmann Heinz Bußmann die beiden Erzrivalen Deutschland und die Niederlande für ein Duell auf der Bühne des Bremer Metropol-Theaters. Die Verbände und Vereine erhoffen sich von der außergewöhnlichen Location auch neue Impulse.

Es ist noch gar nicht so lange her, da saß Heinz Bußmann bei einem Badminton-Länderspiel in einer Dreifachturnhalle in Bayern auf seinem Stuhl und beobachtete einmal mehr natürlich aufmerksam das Geschehen. Mehr als 90 Länderspiele der schnellsten Rückschlagsportart der Welt hatte der Delmenhorster seit 1999 bereits organisiert. Ein Länderspiel auf die Beine zu stellen? Das ist für Bußmann mittlerweile Routine. Für sein großes Jubiläum, das 100. Länderspiel, wollte der Veranstaltungskaufmann dann aber „etwas Besonderes“ aufziehen. Sprich: mal eine andere Location als die Turnhallen, Sportparks oder Sportstätten in Deutschland.

Also telefonierte der gebürtige Rheinländer monatelang mit den Inhabern von Werften, Flughäfen und Fabrikhallen auf der Suche nach einem außergewöhnlichen Spielort. Realisieren ließ sich dort ein Badminton-Spiel aus verschiedensten Gründen aber nicht. Also rief „der verrückte Bußmann aus Delmenhorst“ (Bußmann über Bußmann) bei Jörg Meyer an. Meyer ist seit kurzem Geschäftsführer des Metropol-Theaters in Bremen. Und der fand Bußmanns „verrückte Idee“, ein Badminton-Länderspiel auf einer Theater-Bühne auszurichten, sehr charmant. „Das muss man machen. Wir sind nicht nur ein Musical-Theater, wir sind breit aufgestellt“, sagt Meyer – und sagte Bußmann zu.

Sitzplätze für 1431 Zuschauer

Alle Badminton-Interessierten dürfen sich deshalb am 18. September (Dienstag) auf ein Länderspiel der besonderes Art freuen, wenn mit Deutschland und den Niederlanden zwei europäische Spitzenteams aufeinander treffen. Auf der Bühne mit extra ausgelegten Sportmatten und vor bis zu 1431 Zuschauern, für die Sitzplätze verfügbar sind. Ein Badminton-Länderspiel auf einer Theater-Bühne – das hat es laut Bußmann bislang weltweit noch nicht gegeben.

„Das ist ein hochklassiges und exzellentes Ambiente“, sagt Bußmann, der mit seiner Firma Advantage Event Projekt (AEP) gemeinsam mit dem TuS Komet Arsten das Duell der beiden Erzrivalen ausrichtet. Im Rahmen des Ländervergleiches gegen den Nachbarn werden auf einem Spielfeld fünf einzelne Begegnungen ausgetragen: zwei Einzel (Damen und Herren) und drei Doppel (Damen, Herren, Mixed).

In Höhe, Breite und Tiefe verfügt die Theater-Bühne über alle nötigen Rahmenbedingungen für das 6,10 x 13,40 Meter große Spielfeld, betont Theater-Chef Meyer. Auch das Licht werde die Spieler nicht stören.

Einspielen vor leerer Kulisse: Heinz-Dieter Meyer (links) als Ehrenpräsident Bremer Badminton-Verband und Jörg Voigt als Badminton-Abteilungsleiter beim TuS Komet Arsten freuen sich auf das Badminton-Länderspiel. Foto: Frederik Böckmann

In der Badminton-Szene erhoffen sie sich von diesem besonderen Event natürlich auch positive Effekte auf allen Ebenen – für den Sport in Deutschland, im Bremer Badminton-Verband mit seinen aktuell 1650 Mitgliedern aus 28 Vereinen und beim TuS Komet Arsten. „Weltweit hat sich Badminton rasant entwickelt, besonders in Asien“, sagt Roland Herres, Geschäftsführer des Deutschen Badminton-Verbandes. Dort würden bis zu 20000 euphorische Zuschauern Badmintonspiele verfolgen.

In Deutschland stockt jedoch die Entwicklung, die Mitgliederzahlen schrumpfen bei fast bei allen Vereinen, obwohl die Medienpräsenz in den vergangenen 20 Jahren zugenommen hat. „Die Entwicklung ist schon traurig“, bedauert Roland Herres als Geschäftsführer des Deutschen Badminton-Verbandes (DBV).

Komet Arsten hofft auf Synergieeffekte

Herres hofft, dass „wir in Bremen die Hütte voll bekommen. Das wird für die Spieler eine neue Erfahrung. Die werden Spaß haben.“ Und vermutlich auch die Zuschauer, die zum ersten Mal sehen, wenn die Gegenspieler sich mit bis zu 400 Stundenkilometern die Bälle um das Netz schmettern. „Das ist kein Federball“, betont Roland Herres schmunzelnd. „Das ist schon faszinierend.“

Jörg Vogt ist seit mehr als 20 Jahren Badminton-Chef bei Komet Arsten. Er hat alle Höhen und Tiefen seiner Abteilung miterlebt. Zur Zeit hat Arsten nur noch 130 Mitglieder, es waren schon einmal deutlich mehr – „aber es fehlt vor allem der Unterbau“. Deshalb hofft der 65-Jährige dass das Länderspiel auch seinem Verein möglicherweise neue Impulse an Mitgliedern gibt. Denn „Badminton ist einfach eine sehr schöne Sportart“.

Von der auch Heinz Bußmann nicht mehr los kommt. Der 65-Jährige begann zwar erst im Alter von 43 Jahren, Badminton zu spielen. Doch die Rückschlagsportart faszinierte und fasziniert ihn immer noch. Am 5. Oktober veranstaltete Bußmann 1999 übrigens sein erstes Länderspiel. Vor 1400 Zuschauern schlug Deutschland Schweden 3:2. In Bremen. Damit schließt sich auch für den Delmenhorster ein Kreis.


Tickets zum Preis zwischen 13,00 Euro und 24,25 Euro gibt es auch beim dk oder hier:

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