Delmenhorster 9-Ball-Open Bremer Duy Hai Dinh triumphiert im „Backofen“

Von Daniel Niebuhr


Delmenhorst. Das hochklassige Billard-Turnier um die Delmenhorster 9-Ball-Open 2018 verlangt auch den Bundesligaspielern alles ab. Im Hardball-Café geht es 15 Stunden zur Sache, teilweise bei über 30 Grad.

Den gängigen Fitnessportalen zufolge verbraucht ein Billardspieler von durchschnittlicher Statur in einer halben Stunde runde 90 Kalorien, was womöglich schon manchen überraschen wird. Am Wochenende musste sich die Fettverbrennung im Delmenhorster Hardball Café allerdings vor keinem Sportstudio verstecken; bei den sechsten 9-Ball-Open wurde der Austragungsort bei größtenteils über 30 Grad zum Backofen, die besten der 64 Spieler schwitzten 15 Stunden lang ihre T-Shirts durch. „Zum Wegschmelzen“, nannte Mitorganisator Sascha Gellner die Temperaturen.

Da durfte man es den Finalisten verzeihen, dass das Endspiel nicht mehr den ganz gehobenen Ansprüchen entsprach. Der ehemalige Bremer Erstligaspieler Duy Hai Dinh setzte um 2 Uhr am frühen Montag aber zumindest einen sehenswerten Todesstoß gegen den Überraschungsfinalisten Daniel Türschen aus Minden und holte sich mit dem 5:1 den Titel und 336 Euro Preisgeld. „Nach den Gruppenspielen war das nicht zu erwarten“, sagte Hai Dinh, der im Januar an gleicher Stelle schon Delmenhorster Stadtmeister geworden war.

Delmenhorster scheitern im Achtelfinale

Dass ein alter Bekannter schließlich das größte Stehvermögen haben würde, war eine kleine Überraschung, im Teilnehmerfeld fanden sich viele neue Gesichter mit Bundesliga-Erfahrung. Das Orgateam Gellner, Sven Blank und Stephan von Salzen stopfte einige absagebedingte Lücken erfolgreich, unter anderem mit der Delmenhorsterin Susanne Petermann, die als 35. die beste der vier Damen wurde. „Zum Glück lauerten einige Nachrücker auf ihre Chance“, sagte Gellner.

In der Vorrunde spielten sich zwei Lokalmatadoren in den Kreis der Preisgeldjäger. Jens Fischer gewann sechs seiner sieben Gruppenspiele, um im Achtelfinale gegen den späteren Dritten Hai Long Le aus Bremen eine 0:4-Packung zu kassieren, die Rang 16 bedeutete. Bester Delmenhorster wurde Christian Jähnel, der nach seinem Gruppensieg dem Oldenburger Turnier-Veteran Frank Hachmöller mit 3:4 unterlag und Neunter wurde. „Leider war Platz acht die Grenze für das Preisgeld“, erklärte Gellner. 30 Euro gab es für die unterlegenen Viertelfinalisten.

Hachmöller scheiterte im Halbfinale mit 2:5 an Türschen, der zuvor schon den Osnabrücker Zweitligaspieler und Titelverteidiger Theodor Buchsmann mit 4:3 niedergerungen hatte. Im Endspiel hatte Türschen keine Chance mehr gegen Duy Hai Dinh, 168 Euro Preisgeld sollten aber mindestens für die Benzinkosten nach Minden reichen. Und das eine oder andere neue T-Shirt.


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