Frauenfußball-Saisonvorschau Eingleisige 2. Bundesliga macht es den Regionalligisten schwerer

Von Klaus Erdmann

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In der neuen Saison wieder gegen den FC St. Pauli gefordert: Anna Mirbach und der TV Jahn. Foto: Rolf TobisIn der neuen Saison wieder gegen den FC St. Pauli gefordert: Anna Mirbach und der TV Jahn. Foto: Rolf Tobis

Delmenhorst. Aus sportlicher Sicht wäre den Fußballerinnen des TV Jahn Delmenhorst der Klassenverbleib in der 2. Bundesliga gelungen. Da sich der DFB jedoch von zwei zweiten Ligen verabschiedete und sich für einen eingleisigen Bundesliga-Unterbau entschied, tritt Delmenhorst 2018/19 in der Regionalliga Nord an. Durch die Neuordnung wird die Kluft zwischen Regional- und 2. Bundesliga nach Ansicht von Experten noch größer.

„Der Norddeutsche Fußballverband muss sich Gedanken machen und Lösungen erarbeiten“, fordert Claus-Dieter Meier. Der Cheftrainer des TV Jahn nennt den Sprung von der einen in die andere Spielklasse „riesig“. Sein Vorschlag: „Eventuell kann man die Regionalligen Nord und Nordost zusammenführen.“

Auch Heinrich Färber, Sprecher des letztjährigen Regionalliga-Vizemeister Walddörfer SV, sieht die hohen Funktionäre in der Pflicht: „Hier wurde von oben nach unten gedacht, aus der Sicht der Nationalmannschaft und der 1. Bundesliga.“ Die neue 2. Liga mache nur Sinn für zweite Mannschaften größerer Vereine.

Die Frauen des Walddörfer SV sicherten sich 2016/17 den Titel in der Verbandsliga und landeten nach dem Aufstieg in der Abschlusstabelle der dritthöchsten Spielklasse auf dem zweiten Platz.

Die Neuzugänge haben es in sich: U19-Nationalspielerin Christin Meyer kam vom Zweitliga-Absteiger SV Henstedt-Ulzburg. Mit Justine Sievers, Dalina Saalmülller und Safia Hassam wechselten drei Spielerinnen von Meister Bramfeler SV zum Vizemeister. Darüber hinaus sicherten sich die Walddörferinnen die Dienste der 15-jährigen Mirella Pleqi, die zu den größten Talenten im Hamburger Raum gehört.

Im Gegensatz zu Trainer Meier, der dem Walddörfer SV einiges zutraut („Die Mannschaft hat sich gut verstärkt“), sieht Färber sein Team nicht als Favoriten: „Platz zwei ist eine Momentaufnahme. Die Mannschaften auf den Rängen zwei bis fünf lagen dicht zusammen.“ Ferner habe man großen Respekt vor den Zweitliga-Absteigern Delmenhorst und Henstedt-Ulzburg. Und: „Wir haben verletzte Spielerinnen. Die Verletzten und die Neuzugänge halten sich die Waage.“ Es gehe darum, sich zu stabilisieren. „Ein Platz in der oberen Hälfte wäre schön“, sagt Färber. Zur Vorbereitung des Walddörfer SV, der am 11. November in Delmenhorst spielt, gehört ein Trainingslager in Dänemark.

Neben dem Vize favorisiert Meier Henstedt-Ulzburg, den SV Werder Bremen II („Er wird ebenso wie der SV Meppen II Spielerinnen aus dem Kader des Bundesligisten erhalten“) und Schwachhausen.

Aufsteiger Schwachhausen nimmt auch auf der Favoritenliste von Jahn-Abteilungsleiter Bernd Hannemann einen vorderen Platz ein: „Beim TuS sind viele Fußballerinnen, die bei Werder nicht mehr spielen wollten.“ Der Neuling werde eine große Rolle spielen. Zu Hannemanns Titelanwärtern gehören ferner Henstedt-Ulzburg, Werder II und der TSV Limmer.

Dieser Artikel erschien zuerst in unserer Fußball-Beilage am 28. Juli


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