Start beim Ironman in Hamburg Frank Peters, der Eisenmann aus Delmenhorst

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Immer in Bewegung: Frank Peters bei seiner Trainingsrunde am Hasportsee. Foto: Stefanie KochImmer in Bewegung: Frank Peters bei seiner Trainingsrunde am Hasportsee. Foto: Stefanie Koch

Delmenhorst. Erst 3,8 Kilometer Schwimmen, dann 180 Kilometer Radfahren und zum Schluss ein Marathon-Lauf: Frank Peters von den Delme-Cyclern freut sich auf den Start am Sonntag beim Ironman Hamburg – und erklärt, wie seine monatelangen Vorbereitungen für den Ausdauerdreikampf aussahen.

Ein Ironman ist ein Abenteuer. Das weiß jeder, der schon mal den Ausdauerdreikampf zu Wasser, auf dem Rad und einem abschließenden Marathon bewältigt oder sich zumindest an einem versucht hat. Ein Ironman, jene von Hobbysportlern gerne mystisch aufgeladene und verklärte Triathlon-Langdistanz, ist aber auch „ein Trainings-Abenteuer“, sagt Frank Peters – und weiß, wovon er spricht. Denn der Delmenhorster wird am Sonntag einer von 2500 Triathleten sein, die sich bei der zweiten Ausgabe des Ironman Hamburg um 6.40 Uhr in die Fluten der Binnenalster stürzen.

3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen erledigt man nämlich nicht so einfach. „Arbeiten, trainieren, essen, schlafen“ – aus dieser Kombination besteht die monatelange Vorbereitung auf den Dreikampf, erklärt Peters. „Ironman-Training ist mit 12 Stunden, bis in der Spitze 15 Stunden, Training je Woche wie ein zweites Leben.“

Eng getakteter Trainingsrhythmus

Als Eisenmann weiß er, dass der Wettkampf aus vielen emotionalen Höhen und Tiefen besteht – und dass er ihm beim abschließenden Marathonlauf Qualen zufügen wird. Doch man müsse in dieser Disziplin, die alles andere als ein Gesundheitssport ist, Züge eines Junkies, eines Getriebenen tragen, findet Peters.

„Arbeiten, nebenbei Sport und Familienleben – da fällt rechts und links schon viel runter“, sagt Peters. Aber er habe es nicht anders gewollt. „Der Schmerz vergeht, der Stolz bleibt“, beschreibt der 53-Jährige das Hochgefühl, das sich nach einer bewältigten Ironman-Distanz einstellt – und welches die meisten immer wieder erleben wollen. Koste es, was es wolle. Zumindest die knapp 600 Euro Startgebühr, welche die Teilnehmer in Hamburg berappen müssen.

Immer in Bewegung: Der Delmenhorster Triathlet Frank Peters. Foto: Rolf Tobis

Doch Peters ist „auf der Jagd nach dem überwältigenden Ironman-Gefühl“, wie er es selbst beschreibt. „Ich bin jetzt in ein Alter gekommen, in dem es heißt: Wenn nicht jetzt noch mal, wann dann“, sagt der Medienoperator. Unterstützung erhält er dabei von seiner Ehefrau Dagmar, die ihm dafür den Rücken freihält und auch für eine gesunde Ernährung im Hause Peters sorgt, was auch ein ganz entscheidender Faktor in der Vorbereitung sei. „Ohne meine Frau wäre das gar nicht möglich“, betont Frank Peters.

Der Tag in der Familie Peters fängt früh an. Um 5 Uhr klingelt der Wecker, und Dagmar Peters fährt gegen 6 Uhr zum Dienst nach Oldenburg. Frank Peters, dessen Arbeit in Stuhr erst gegen 9 Uhr beginnt, absolviert dann sein Training unter der Woche. Dazu gehören Lauftraining auf der Runde um den Hasportsee oder Schwimmtraining im Silbersee, an dem er auf dem Weg zur Arbeit vorbeikommt. Am Wochenende trainiert Peters im Team der Delme-Cycler bei einer längeren Einheit mit dem Rad: „Ein starkes Team macht einen Radfahrer noch stärker.“

Wenn der Körper streikt

Zur Vorbereitung auf den Ironman in Hamburg hatte sich der beste Delmenhorster Triathlet für dieses Jahr viel vorgenommen. Dass sein Körper dabei auch mal streiken kann, musste er dabei auch erfahren. Nach den erfolgreichen Jahren 2016 und 2017 (u. a. mit einer WM-würdigen Zeit beim Ironman in Zell am See), in denen er verletzungsfrei blieb und nicht mal eine leichte Erkältung hatte, erwischte es ihn 2018 in der Vorbereitung mehrfach: Januar und Februar machte das Knie Probleme, Ende März legte ihn ein heftiger grippaler Infekt für drei Wochen lahm und im Mai zwickte es plötzlich im Fuß. Ausreden sucht er aber nicht. „Ich fühle mich richtig fit“, sagt Peters, der bei einer Größe von 1,82 Metern 76 Kilogramm bei neun Prozent Körperfett auf die Waage bringt.

Für Sonntag wünscht er sich drei Dinge: Trockenes Wetter am besten um die 30 Grad, keine Probleme mit dem Material – „und natürlich, dass sich ich gesund ins Ziel komme“. Mit der Finisher-Medaille um den Hals. Nach dem Abenteuer Ironman.


Frank Peters ist seit 1986 Triathlet, weil ihn ein Bericht über den Hawaii-Ironman faszinierte und er sich sagte: „Das muss ich auch mal machen.“ Er schloss sich von 1989 bis 2010 dem sehr erfolgreichen Triathlon-Club Oldenburg an. Bis Mitte der 1990er Jahre gehörte er auch zum Laufteam des SV Atlas, wo er zusammen mit Klaas Kuhlmann und Frank Mäusner eine starke Mannschaft bildete. Mittlerweile startete der Delmenhorster bei mehr als 100 Triathlons, Hamburg ist sein Vierter über die Ironman-Langdistanz. Vor seinen Triathlon-Aktivitäten spielte Peters auch Tennis beim Hockey-Club Delmenhorst. (frb)

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