CHIO 2018 in Aachen Sandra Auffarth belegt mit „Mad“ in Vielseitigkeit Platz zwölf

Von Lars Pingel

Der vorletzte Sprung auf der Geländestrecke des CHIO 2018: Sandra Auffarth vom RV Ganderkesee belegte mit Viamant du Matz, der zum ersten Mal in Aachen startete, in der Vielseitigkeit den zwölften Rang. Foto: Lars PingelDer vorletzte Sprung auf der Geländestrecke des CHIO 2018: Sandra Auffarth vom RV Ganderkesee belegte mit Viamant du Matz, der zum ersten Mal in Aachen startete, in der Vielseitigkeit den zwölften Rang. Foto: Lars Pingel

Aachen. Sandra Auffarth vom RV Ganderkesee hat mit Viamant du Matz, den sie „Mad“ nennt, in der Vielseitigkeitsprüfung des CHIO 2018 den zwölften Rang belegt. Der neunjährige Selle-Fancais-Wallach startete zum ersten Mal in Aachen. In der Einzelwertung wurde Julia Krajewski (Warendorf) mit Chipmunk FRH Erste, den Nationpreis gewann Neuseeland.

Am spannenden Finaltag der Vielseitigkeitsprüfung des CHIO in Aachen hat der neunjährige Selle-Francais-Wallach Viamant du Matz, der von Sandra Auffarth vom RV Ganderkesee lieber „Mad“ genannt wird, ein glänzendes Debüt beim größten Reitturnier der Welt gekrönt. Auffarth führte ihn am Samstag perfekt über die 3990 Meter lange Geländestrecke mit 25 technisch sehr anspruchsvollen Hindernissen. Mad meisterte alle Aufgaben souverän.

Die 31-Jährige störte es daher wenig, dass sie nach 7:32 Minuten und damit 32 Sekunden über der vorgegebenen Optimal-Zeit das Ziel erreicht hatte, was ihr 12,80 Minuspunkte (0,4 pro angefangene Sekunde) einbrachte. „Ich hatte ein sehr gutes Gefühl“, lobte sie: „Er hat sich richtig konzentriert.“ Auffarth beendete den Wettkampf mit 48,70 Strafzählern auf Platz zwölf. Nach der Dressur und dem Springen am Freitag war sie mit 35,90 Minuspunkten von Rang 18 aus in die letzte Teildisziplin gegangen.

Auffarth drittbeste deutsche Starterin

Auffarth, als Einzelstarterin nominiert, war drittbeste deutsche Reiterin in dem Teilnehmerfeld, in dem ein Großteil der Weltelite vertreten war. Vor ihr lagen Julia Krajewski (Warendorf), die mit Chipmunk FRH mit 26,10 Minuspunkten sogar gewann. Bettina Hoy (Warendorf) belegte mit Designer den elften Rang (48,10).

Krajewski ging als Führende (19,70) als letzte der 38 Starter auf die Geländestrecke. „Ich wusste, dass ich auf Christopher etwas Zeit gut hatte“, erzählte sie. Dem Australier Christopher Burton war es mit dem Oldenburger Quality Purdey als einzigem gelungen, die vorgegebene Optimal-Zeit von 7:00 Minuten einzuhalten, sodass er seine 26,70 Minuspunkte aus Dressur und Springen (Platz fünf) zum Endergebnis machte. Nach 6:59 Minuten erreichte er das Ziel. Das hatte Krajewski, die mit Chipmunk erst fünf Minuten später losgaloppierte, noch erfahren. 7:16 Minuten später waren die beiden im Hauptstadion.

Wären sie 120 Sekunden langsamer gewesen, hätte Burton gewonnen. So abere feierten die 35.000 Zuschauer – der Geländeritt durch die Soers war zum ersten Mal ausverkauft, erklärte Turnierdirektor Frank Kempermann – die 29-Jährige, die für den RFV Lingen startet, und ihren Hannoveraner.

Deutsches Team stürzt von Rang eins auf Platz fünf

Das waren für Krajewski die glücklichen Momente eines „sehr speziellen Tages“. Sie erlebte auch traurige. Mit Samourai du Thot schied sie nach drei Verweigerungen aus. Mit dem Selle Francais lag sie bis dahin auf Platz zwei. Und sie gehörte mit ihm zur deutschen Mannschaft im Nationenpreis, die einen bitteren Tag erlebte. Nach Krajewskis Aus fingen sich Europameisterin Ingrid Klimke (Münster) mit Hale Bob (Vorbeiläufer/Zeit) und Kai Rüder (Blieschendorf), der mit Colani Sunrise schon am Start viel Zeit verlor und später nur mit Mühe einen Sturz vermied, sehr viele Minuspunkte ein. Der vierte Teamreiter, Andreas Dibowski (Döhle) hatte mit Corrida am Tag zuvor im Springen gepatzt. Die deutsche Equipe (206,6) fiel von Platz eins auf Rang fünf unter sieben Teams zurück: die schlechteste Platzierung beim CHIO in Aachen. Es gewann Neuseeland (112,90) vor Frankreich (130,50) und Schweden (146,30).

Einzelstarterin Sandra Auffarth ist „sehr zufrieden“

Auffarth, die als Einzelstarterin nominiert worden war, hatte nicht geplant, den Geländeparcours in der vorgegebenen Optimal-Zeit zu reiten, denn Mad sollte in der beeindruckenden Atmosphäre und durch die hohen Anforderungen des Aachener Turniers vor allem lernen und Erfahrungen sammeln, erklärte sie. Umso mehr freute sich die Bergedorferin darüber, dass er dabei so starke Leistungen geboten hatte. Sie sei mit allen drei Disziplinen „sehr zufrieden“, sagte sie.


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