Einige Neuerungen im Jugendfußball Künftig Extrazonen für Eltern und Trainer

Von Frederik Böckmann

Eltern hinter die Bande: Im Fußball-Kreis Oldenburg-Land/Delmenhorst gibt ab der kommenden Saison verbindliche Coaching- bzw. Eltern-/Fanzonen. Foto: Rolf TobisEltern hinter die Bande: Im Fußball-Kreis Oldenburg-Land/Delmenhorst gibt ab der kommenden Saison verbindliche Coaching- bzw. Eltern-/Fanzonen. Foto: Rolf Tobis

Delmenhorst. Noch ruht der Ball zumindest offiziell im Fußball-Kreis. Doch ab dem letzten Juli-Wochenende legen die Herren bereits wieder mit ihren Pokalspielen los. Ein Rück- und Ausblick über die Arbeitstagung des Jugendausschusses, die Fair-Play-Wertung und eine mögliche Kreiskooperation.

Arbeitstagung

Ehrungen der Meister und ein Rückblick auf die vergangene Saison bildeten einen Schwerpunkt bei der Arbeitstagung des Jugendausschusses in Kirchhatten. Doch die neue Saison wirft bei den Jugendlichen trotz der Sommerferien natürlich schon ihre Schatten voraus. Die Staffelleiter Michael Wild, Horst Krägermann und Knut Hinrichs teilten die gemeldeten Teams bis zur C-Jugend in Staffeln ein, die A- und B-Junioren folgen später.

Fest steht: Bei den Leistungsmannschaften ab den C-Junioren „müssen wir leider feststellen, dass es zunehmend weniger Mannschaften gibt“, erklärte der Kreisvorsitzende Erich Meenken und betonte, dass Oldenburg-Land/Delmenhorst ohne die Kooperation mit den Kreisen Cloppenburg und Vechta keinen geregelten Spielbetrieb stemmen könne. „Wir sind da der Bittsteller.“ Grundsätzlich beurteilt er die Zusammenarbeit mit den Nachbarn als gelungen: „Die Pflöcke sind eingeschlagen.“

Ab der kommenden Saison werden Coachingzonen verbindlich eingeführt. Von der D- bis zur G-Jugend im Fünfer- und Siebenerfeld sollen die Coachingzonen auf einer Seite des Spielfeldes von der Mittellinie jeweils nach links und rechts fünf Meter lang und zwei Meter breit sein. Die Zone gilt für alle Trainer, Betreuer und Mannschaftsverantwortlichen. Von der C- bis zur A-Jugend auf dem Neuner- oder Elferfeld soll eine Zone festgelegt werden, die um die Ersatzbänke herum angesiedelt ist. Außerdem wird es Eltern-/Fanzonen geben, die einen Mindestabstand von fünf Metern zum Spielfeld haben.

Eine weitere Neuerung im Jugendspielbetrieb ist diese: Künftig können sich Mannschaften nur noch darauf einigen, Neun gegen Neun zu spielen, wenn weniger als zwölf Kicker auf dem Spielbericht stehen. Vorher war dies auch mit einem größeren Spielerkader möglich.

Mit Cemil Basar vom SV Baris hat Kreisjugendobmann Knut Hinrichs einen neuen Schulreferenten gewonnen. Basar wird vor allem in Delmenhorst tätig sein, für den Landkreis ist der Kreisvorstand in Gesprächen mit einem zweiten Kandidaten.

Fairness-Cup

In der Vorsaison Platz 26, in der Winterpause Platz 25 – der Fußball-Kreis Oldenburg-Land/Delmenhorst war bei den beiden letzten Auswertungen des Fairness-Cups auf Rekordkurs seit der Zusammenlegung der beiden Alt-Kreise. Die neueste Auswertung des Niedersächsischen Fußball-Verbandes ergab jedoch einen Rückschlag: Oldenburg-Land/Delmenhorst ist wieder auf Rang 34 abgerutscht. Für Meenken ist das aber nur eine „Momentaufnahme“ und „kein Grund zur Sorge“.

Tendenziell sei der Kreis auf einem guten Weg, findet der Kreischef. Die Negativschlagzeilen, als Oldenburg/Land-Delmenhorst einmal Drittletzter war (Winterpause 2016) und mit RW Hürriyet sogar das unfairste Team in ganz Niedersachsen stellte (Sommer 2015) scheinen vorbei. Denn es gibt nachweislich weniger Sportgerichtsverfahren und Spielabbrüche als früher.

Und wer sind die fairsten Teams im Kreis? Wieder einmal sind der TuS Heidkrug (38. in der Gesamtwertung), VfL Wildeshausen (49.) und der VfL Stenum (73.) vorne dabei. Die schlechteste Fair-Play-Bilanz haben der TSV Ippener (972. von 982 Teams) sowie die Delmenhorster Vereine SV Tur Abdin (968.) und der SV Baris (967.)

Mögliche Kooperation?

In den nächsten drei bis fünf Jahren wird es im Fußball-Bezirk Weser-Ems „weitere Veränderungen geben“. Das kündigte zuletzt Vechtas Kreischef Martin Fischer auf Kreistag des Nachbarn an.

Was Oldenburg-Land/Delmenhorst damit zu tun hat? Möglicherweise viel. Denn im Bereich der Bezirksliga 4, die aus den Kreisen Cloppenburg und Vechta besteht, hält Fischer eine Öffnung für Oldenburg-Land/Delmenhorst denkbar. Denn Oldenburg-Land/Delmenhorst befinde sich zwischen den beiden neuen Großkreisen Ostfriesland (Aurich, Leer, Wittmund, Emden) und Jade-Weser-Hunte (Wilhelmshaven, Ammerland, Oldenburg-Stadt, Friesland) im Norden und dem Oldenburger Münsterland in einer „Sandwich-Lage“.

Erich Meenken sagt zu diesen Gedankengängen seines Kollegen: „Ich sehe da keine Eile. Wir hatten auch noch keine Gespräche diesbezüglich. Aber es ist immer gut, wenn man sich frühzeitig Gedanken über die Zukunft macht.“ Im Jugendbereich, wo es nur vier Bezirksligen gibt, wandert der Kreis Vechta bereits sehr wahrscheinlich ab der Saison 2019/2020 in Richtung Oldenburg-Land/Delmenhorst.


Zur Fair-Play-Wertung:

Für jede Karte gibt es Strafpunkte – einen für Gelb, drei für Gelb-Rot, fünf für Rot; mit zehn Punkten schlagen zudem Sportgerichtsurteile oder auch das Nichtantreten von Mannschaften zu Buche.

Die Summe der Strafpunkte geteilt durch die Anzahl der Spiele ergibt einen Fairnesswert, der für diesen Fußball-Kreis einen Durchschnittswert von 3,21 Punkten ergibt.

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