Hockey Beim HC Delmenhorst steht künftig der Breitensport im Fokus

Von Klaus Erdmann

Doppelrolle: Rene Pawelski ist stellvertretender Vorsitzender der Sparte Erwachsenenhockey und betreut zudem das Herrenteam. Foto: Rolf TobisDoppelrolle: Rene Pawelski ist stellvertretender Vorsitzender der Sparte Erwachsenenhockey und betreut zudem das Herrenteam. Foto: Rolf Tobis

Delmenhorst. Der HC Delmenhorst verabschiedet sich vom Leistungsgedanken und schickt nur noch zwei Mannschaften in die Punktspiele. Die Trainerfrage bei den Herren ist weiter ungeklärt. Das 76. Hannes-Wendt-Turnier steht am 3.und 4. November auf dem Plan.

„Wir müssen uns mit der neuen Rolle zufriedengeben“, sagt Werner Fleischer. Wenige Sekunden zuvor hatte der Routinier, der beim Hockey-Club Delmenhorst (HCD) als Vorsitzender der Sparte Erwachsenhockey fungiert, auf einen Nenner gebracht, was sich hinter dem Begriff „neue Rolle“ verbirgt: „Die Entwicklung des breitensportlichen Gedankens steht bei uns im Vordergrund.“

Diese Aussage bedeutet auch, und das wird in Gesprächen mit Fleischer und dessen Vertreter Rene Pawelski recht deutlich, dass die sofortige Rückkehr der Herren in die Oberliga nicht das primäre Ziel der Verantwortlichen ist. Die Mannschaft stieg nach 14 Spielen mit sechs Punkten und 23:108 Toren aus der vierthöchsten deutschen Spielklasse ab. Künftig gehört sie der Verbandsliga an. Die Feldsaison 2018/19 beginnt am 25./26. August.

Die Herren verfügten mit Christian Bremer zwar über einen hervorragenden Trainer, doch der konnte bei den Spielen nicht anwesend sein, da er auch in Diensten des Bremer HC steht. Rene Pawelski übernahm die Rolle des „begleitenden Betreuers“ (Fleischer). Ihm standen erstens zuweilen zu wenige Spieler und zweitens Aktive, die den Ansprüchen der Oberliga nicht genügten, zur Verfügung. Den Abstieg vermochten sie an der Lethestraße, wo sie sich nach wie vor auf der Suche nach einen Nachfolger für den am 1. März ausgeschiedenen Vorsitzenden 2018 Carsten Schröder befinden, nicht abzuwenden.

Die Verantwortlichen suchen auch nach einer Antwort auf die Trainerfrage. Dazu muss man wissen, dass die Damen des Bremer HC, als deren Co-Trainer Christian Bremer arbeitet, in die Bundesliga aufgestiegen sind. Es ist zu befürchten, dass der Coach, der bei den HCD-Herren bereits von 1999 bis 2009 erfolgreich auf der Kommandobrücke stand, sein Engagement bei den Delmenhorstern nur noch sehr eingeschränkt oder gar nicht mehr einbringen kann. So sieht es auch Pawelski: „Tendenz ist, dass Christian Bremer nicht weiter macht.“ Die Vorbereitung werde Bremer noch machen, sagt Fleischer. Danach müsse man sehen. Rene Pawelski betont, dass es wichtig sei, hinsichtlich der Trainerfrage ein Konzept zu erstellen.

Vorsitzender der Erwachsenensparte beim HC Delmenhorst: Werner Fleischer. Foto: Rolf Tobis

Die beiden Erwachsenenhockey-Chefs sind der Ansicht, dass der Spaß eine wichtige Rolle spiele. „In der Verbandsliga,“ so Fleischer, „ist der Druck nicht so groß. Und es gibt keine weiten Fahrten mehr.“

Pawelski steht den Herren weiterhin als Bettreuer zur Verfügung. „Die Truppe bleibt zusammen. Mir ist nicht bekannt, dass jemand geht. Wir werden eine gute Mannschaft haben“, erklärt er. Der HCD brauche einen Kader von 15 bis 20 Mann, unterstreicht er, und fügt hinzu: „Spieler, die zuverlässig sind.“

Fleischer gibt bekannt, dass der HCD nur noch mit einem Herrenteam antrete. „Die zweite Mannschaft haben wir zurückgezogen“, sagt er. Sie, die in der Verbandsliga mit dem SC Weyhe eine Spielgemeinschaft gebildet hatte, spielte zuletzt nicht mehr innerhalb der Wertung. Die von Ulli Hader trainierten Damen, die mit Spielerinnen aus Weyhe eine Mannschaft bilden, treten weiterhin in der Verbandsklasse an. Der Club zur Vahr, bisheriger Partner, verabschiedete sich. „Vahr will aufsteigen und das geht als Spielgemeinschaft nicht“, informiert Fleischer.

Das Hauptaugenmerk, so Pawelski nachdrücklich, müsse auf der Jugend liegen. Hier gelte es, ein „großes“ Gerüst zu bauen. Bei den „Flöhen“ sowie bei den C-und D-Kindern, ergänzt er, gebe es sehr viele Spieler. Als erfreulich bewerte es der Vorständler auch, dass „es Leute gibt, die mehr übernehmen“ wollten.


Der Hockey-Club Delmenhorst veranstaltet am 3. und 4. November in den Hallen am Stadion und Am Wehrhahn sein bereits 76. Hannes-Wendt-Turnier. Das zweitägige Spektakel, bei dem der Spaß nicht zu kurz kommt, steht stets hoch im Kurs, sodass bei den Damen und Herren erneut mit namhaften Teilnehmern zu rechnen ist. Im letzten Jahr lösten die Herren des Slagelse SK (Dänemark) den Kahlenberger HTC ab, der das Turnier zuvor dreimal in Folge gewonnen hatte. Bei den Damen behauptete sich die TG Heimfeld.

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