Fußball-Kreisliga 2018/2019 TV Jahn Delmenhorst will nicht wieder gegen Abstieg kämpfen

Von Andreas Bahlmann

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Möchte mit dem TV Jahn eine Saison ohne Abstiegssorgen spielen: Marcel Maus (Mitte, in einem Testspiel gegen den TuS Heidkrug). Foto: Rolf TobisMöchte mit dem TV Jahn eine Saison ohne Abstiegssorgen spielen: Marcel Maus (Mitte, in einem Testspiel gegen den TuS Heidkrug). Foto: Rolf Tobis

Delmenhorst. Die Kreisliga-Fußballer des TV Jahn Delmenhorst bereiten sich seit dem 1. Juli auf die Saison 2018/2019 vor. In der möchten sie nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben.

Arend Arends ist vorsichtig. „Wir wollen uns als Mannschaft weiterentwickeln“, antwortet der Trainer der Kreisliga-Fußballer des TV Jahn Delmenhorst auf die Frage nach dem Ziel für die Saison 2018/2019. „Und wir wollen es schaffen, nicht mehr gegen den Abstieg spielen zu müssen, so wie es in den vergangenen vier Jahren ja der Fall war“, fügt er hinzu.

Nur zwei Abgänge

Der dramatische Abstiegskampf in der zurückliegenden Spielzeit 2017/18, als erst am letzten Spieltag der Klassenverbleib gesichert wurde, hat zwar einige „mentale Schneisen“ hinterlassen, gleichzeitig aber den Teamgeist gestärt. So bedauert Arends nur zwei Abgänge – vor allem den von Mittelfeldmotor Artjom Prieb (28), der nach nur einer Saison wieder zum Bezirksligisten SV Tur Abdin Delmenhorst zurückkehrt. Als zweiter Spieler verließ Temur Litvinov (29) den TV Jahn. Er war mit seiner Reservistenrolle unzufrieden, wo er künftig spielt, ist unbekannt.

Falk Ölkers verstärkt Trainerstab

Arends und sein Co-Trainer, das Jahn-Urgestein Frank Palubitzki, freuen sich über zahlreiche Neuzugänge, die nicht nur den Kader, sondern auch den Trainerstab verstärken. Falk Ölkers stößt als zweiter „Co“ zum Team hinter dem Team hinzu. Ölkers betreute zuletzt die Jahn-A-Junioren, die in der Landesliga den Klassenerhalt verpassten. Aus beruflichen Gründen legte er zum Saisonende sein Jugendtraineramt nieder. „Ich arbeite als gelernter Dachdecker bei einer Bremer Firma. Im nächsten Jahr möchte ich meine Ausbildung zum Meister abschließen, da beansprucht der Job des Jugendtrainers einfach zu viel Zeit, so gerne ich auch weitergemacht hätte“, erklärte Ölkers: „Wenn ich meinen Meister geschafft habe, mache ich mich selbstständig.“

Dass er das Jugendteam nicht weiter coachen werde, sprach sich schnell in der Fußballszene herum. Das Talent des 26-jährigen Jungtrainers weckte Begehrlichkeiten anderer Vereine, Ölkers lagen „einige wirklich attraktive Angebote“ vor. Dem umtriebigen Vollblut-Jahner und Leiter der Fußballabteilung, Marco Castiglione, war das nicht entgangen. „Ehe ich über die ganzen verlockenden Angebote ernsthaft ins Grübeln geriet, kam Marco schon auf mich zu und fragte, ob ich nicht Lust hätte, Co-Trainer unserer ersten Herren zu werden. Da brauchte ich nicht lange drüber nachzudenken“, erzählt Ölkers: „Einerseits bin ich so zeitlich flexibler und habe ausreichend Zeit für meine berufliche Weiterbildung. Andererseits begleite ich so noch weiterhin einige meiner A-Jugendlichen, die jetzt in unsere Erste hochgehen, was mir persönlich sehr am Herzen liegt.“

Fünf Aktive rücken aus A-Junioren-Team auf

Zwölf Spieler sind neu im Kreisliga-Kader des TV Jahn. Aus der eigenen A-Jugend kommen der 18-jährige Torwart Edward Keiser, Lucas Meinlschmidt (19/Innenverteidigung), Timo Füller (19/defensives Mittelfeld), Wahe Zargaryan (19/Mittelfeld) und Jan Kastens (19/Sturm). In Angreifer Kevin Strumpski stieß noch ein weiterer 19-Jähriger vom VfL Wildeshausen II zum Jahner „Youngster-Quintett“. Ebenfalls vom VfL Wildeshausen wechselte Offensivspieler Timo Höfken (21). Er spielt so künftig mit seinem Bruder Marc Höfken (19/Torwart) zusammen. Mit den defensiven Mittelfeldspielern Marvin Heinrich (24) und Fabio Adamus (23) rücken zwei Aktive aus der Zweiten des TV Jahn auf. Der erfahrene Mittelfeldstratege Burak Yaman (25/von Hicretspor), der 28-jährige Außenstürmer Willi Möhlenkamp (SV Atlas II und III) und der 25-jährige Mittelfeldspieler Rui Bastos vom SV Baden (1. Kreisklasse Verden) sind ebenfalls an den Brendelweg gekommen.

Für das Trainerteam spielt die Identifikation mit dem Verein eine große, wenn nicht sogar die wichtigste Rolle. „Wenn Spieler zu uns wechseln wollen, dann stelle ich ihnen eigentlich immer die selben Fragen“, erklärt Arend Arends: „Wieso möchtest du zu Jahn? Und: Hast du Bekannte oder Freunde, die Dir den Verein empfohlen haben?“ Die persönliche und auch emotionale Verbindung zum Verein würde für ihn, neben dem sportlichen Erfolg, das wichtigste Fundament für eine tragfähige Zukunftsperspektive bilden: „Nur so kann es im Breitensport funktionieren.“

Seit dem 1. Juli bereitet sich das Team auf die Saison vor. Trainiert wird drei- bis viermal pro Woche. Kurz vor dem Saisonstart, am letzten Juli-Wochenende, ist ein zweitägiges Trainingslager in Aurich geplant. Bis dahin will Arends den derzeit 30-köpfigen Kader auf 24 Spieler reduziert haben.


Testspiel bleibt in Erinnerung

Arend Arends ist seit Ende September 2017 Trainer des TV Jahn Delmenhorst. Eine Freundschaftspartie gegen eine Jahn-Elf ist ihm gut in Erinnerung geblieben und hat die Entscheidung, diese zu übernehmen sehr positiv beeinflusst. „Vor sieben oder acht Jahren haben wir mal mit dem TuS Vielstedt, den ich damals trainierte, ein Testspiel gegen den TV Jahn ausgetragen. Der spielte damals noch unter Trainer Matthias Kaiser in der Bezirksliga“, erzählt Arends lachend. „Wir sind den Jahn-Spielern tierisch auf die Socken gestiegen, weil wir uns fußballerisch einfach nicht anders zu helfen wussten. Nicht mit Absicht, sondern aus sportlichem Unvermögen.“ Die Jahn-Aktiven seien damals aber alle ruhig und absolut fair geblieben, fährt Arends fort: „Da hat keiner gemeckert oder zurückgefoult. Diese Haltung hat mich nachhaltig beeindruckt und geprägt. Die Fairness dieser Mannschaft war echt beeindruckend. Deswegen habe ich auch sofort zugesagt, als der TV Jahn auf mich zukam.“

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