1. Fußball-Kreisklasse 2018/2019 KSV Hicretspor Delmenhorst erklärt Aufstieg zum Ziel

Von Andreas Bahlmann

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Peilen den Sprung in die Kreisliga an: die Fußballer des KSV Hicretspor um Burak Aruk. Foto: Rolf TobisPeilen den Sprung in die Kreisliga an: die Fußballer des KSV Hicretspor um Burak Aruk. Foto: Rolf Tobis

Delmenhost. Die Fußballer des KSV Hicretspor Delmenhorst sind mit sieben Zugängen in die Vorbereitung auf die Saison 2018/2019 gestartet. Sie wollen aus der 1. Kreisklasse in die Kreisliga aufsteigen.

„Wir wollen auf jeden Fall aufsteigen. Der Kreisliga-Aufstieg besitzt bei uns absolute Priorität“, erklären Turhan Erdogan, Vorsitzender des KSV Hicretspor Delmenhorst, und Mithat Uzun, Fußballobmann des Vereins. Sie legen mit diesem Saisonziel die Messlatte für Timur Cakmak als Spielertrainer der Fußballer, die 2018/2019 in der 1. Kreisklasse antreten, ziemlich hoch.

Doch Cakmak, der gerade einen Mittelmeerurlaub genießt, stellt sich der Herausforderung. Eigentlich wollte er schon in der zurückliegenden Spielzeit 2017/18 den direkten Wiederaufstieg in die Kreisliga angehen. „Leider stimmte aber in der Mannschaft die Einstellung und der Wille nicht immer. Wir haben einige wichtige Partien verloren und mussten in der Rückrunde ziemlich frühzeitig unsere berechtigten Aufstiegshoffnungen begraben“, erzählt er.

Am Willen und an der Einstellung will das Team in der kommenden Saison nicht scheitern. Alle ziehen während der Vorbereitung an einem Strang, loben die Verantwortlichen. Das bewiesen, beispielsweise, Germain Martens und Turhan Erdogan bei einem Testspiel gegen den Kreisligisten TV Jahn Delmenhorst (2:2). Der 25-jährige Hicret-Stürmer Martens arbeitet als Koch im Bremer Atlantic-Universum Hotel. Mit der Erlaubnis seines Arbeitgebers unterbrach er seine Schicht für drei Stunden, Turhan Erdogan holte ihn ab. Anschließend fuhr Martens zurück und holte die verlorene Arbeitszeit nach. Er macht keine große Sache daraus: „Das habe ich nicht zum ersten Mal so gemacht. Es ist nur schwierig, direkt von der Arbeit sofort ins Fußballspiel hineinzufinden.“

Hicretspor sucht noch einen Torwart

Die bisher sieben Neuzugänge sollen den sportlichen Konkurrenzkampf im KSV-Kader beleben. Vier Spieler wechselten vom TSV Ippener zum KSV Hicretspor. In Ümit Yildiz kam ein erfahrener und kopfballstarker Defensivallrounder. Auch Ahmad Diab und Yusuf Kalmis verstärken die Defensive. Bekir Yapici entwickelt auf der Außenbahn viel Offensivdrang. Vom Delmenhorster TB zog es Murat Tan (offensives Mittelfeld) zu Hicretspor. Izzet Saglam kehrt nach einer Saison vom SV Baris zurück. Sadum Ibrahim kommt vom TV Jahn, um nach zwei überstandenen Kreuzbandrissen eine neue sportliche Chance zu erhalten. „Die Neuzugänge bringen viel sportliche Qualität mit“, sagt Uzun. Handlungsbedarf sieht er noch auf einer Position: „Wir suchen noch einen Torwart, denn unser Stammkeeper muss aus beruflichen Gründen leider häufiger absagen. Mein Sohn Harun kann wegen hartnäckiger Rückenprobleme nicht immer zuverlässig einspringen“, erklärt er.

Während der Abwesenheit von Cakmak leitet Mithat Uzun das Training – und es bereitet ihm sichtliches Vergnügen: „Hier wird keiner geschont. Ich mache die Jungs richtig fit, aber nicht nur körperlich, sondern auch im Kopf. Die werden viermal die Woche von mir so richtig gescheucht. Das kriegen wir schon hin, wenn alle gut mitziehen.“

Germain Martens gibt immer Vollgas. Er möchte mit seiner Mannschaft unbedingt aufsteigen – und: „Ich träume wirklich davon, einmal als Fußballer im Ausland zu spielen“, verrät er: „Ich möchte es einfach mal probiert haben, um mir später nicht vorwerfen zu müssen, es nicht wenigstens versucht zu haben. Vielleicht kann ich ja schon in der Winterpause irgendwo ein Probetraining machen.“

Er möchte Fußball-Profi werden: Germain Martens (am Ball), hier noch im Trikot des TV Jahn gegen den KSV Hicretspor. Foto: Rolf Tobis

Turhan Erdogan und Mithat Uzun stehen Martens Vorhaben aufgeschlossen gegenüber, sind bereit, ihre guten Kontakte in die zweite und dritte Liga in der Türkei zu nutzen. „Warum nicht? Wir trauen es ihm zu. Germain ist wirklich fleißig und ein guter Typ“, sagen sie, merken dann aber auch an: „Um dort zu bestehen, muss er noch fitter werden und noch richtig viel an sich arbeiten, nicht nur physisch, sondern auch im Kopf. Dann könnte er es schaffen. Wenn Germain liefert, helfen wir ihm gerne.“ Das Angebot steht.

Seitdem arbeitet Martens hart. „Momentan trainiere ich einiges an Muskelmasse ab, aber nur Masse, ohne Schwächung der Muskeln, denn ich will und muss schneller und beweglicher werden.“ Seine Ernährung hat er schon umgestellt. Für ihn als Koch nicht einfach. „Du brauchst schon sehr viel Disziplin, um nicht hier und da etwas von den Leckereien zu probieren und nicht immer wieder zu naschen“, sagt er: „Aber ich kriege das hin, weil ich es will. Zunächst geht es aber vor allen Dingen darum, den Kreisliga-Aufstieg zu schaffen. Das ist wichtig.“


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