Fußball-Kreisliga TV Falkenburg will auch aus Niederlagen etwas lernen

Von Andreas Bahlmann

Immer mit vollem Einsatz dabei: Ex-Trainer Florian Erhorn (rechts gegen Wüstings Jörg Lohmüller) ist ein torgefährlicher Routinier. Foto: Rolf TobisImmer mit vollem Einsatz dabei: Ex-Trainer Florian Erhorn (rechts gegen Wüstings Jörg Lohmüller) ist ein torgefährlicher Routinier. Foto: Rolf Tobis

Falkenburg. Trainer Georg Zimmermann baut beim Kreisligisten TV Falkenburg auf den Lerneffekt der Spieler und die mannschaftliche Geschlossenheit. Er hat keine Abgänge, dafür vier starke Neuzugänge zu verzeichnen – unter anderem einen talentierten Torwart aus Ungarn. Saisonziel ist der Klassenerhalt.

Gleich im ersten Testspiel der Vorbereitungsphase bekamen die Fußballer des TV Falkenburg zu spüren, welcher Wind ihnen in der kommenden Saison entgegenblasen könnte. Gegen den künftigen Liga-Rivalen SV Atlas Delmenhorst II kassierte der Kreisliga-Aufsteiger eine deftige 1:11-Niederlage. Zwar fehlten den Falken sieben potenzielle Stammspieler, doch die Höhe der Niederlage ärgerte Trainer Georg Zimmermann dann doch. „Mir gefiel nicht, wie Einige die Köpfe nach dem 1:5- oder 1:6-Rückstand komplett hängenließen. Da fehlte mir der Wille, eine solche Niederlage auch mal auf sieben oder acht Gegentore zu begrenzen.“

Allzu hart ins Gericht wollte der erfahrene Coach mit seinen Spielern allerdings auch wiederum nicht gehen. Denn für Zimmermann stand von vornherein der Lerneffekt, „nicht so sehr im technischen, sondern vor allen Dingen im mentalen Bereich“ im Vordergrund. „Die Jungs müssen nach dem Aufstieg möglichst bald lernen und begreifen, dass gute Spieler und Mannschaften in der Kreisliga bestimmte Spielsituationen schneller auffassen, schneller schalten und konsequenter weiterdenken, als wir es bisher aus der Kreisklasse gewohnt sind.“ Insofern sei der Testzeitpunkt gegen den potenziellen Titelkandidaten vielleicht noch ein bisschen zu früh gewesen, „aber in jedem Fall eine sehr gute Erfahrung“.

Sechs Einheiten pro Woche? Nicht mit Zimmermann

Bereits seit dem 26. Juni befindet sich der TV Falkenburg in der Vorbereitung. Die Falken trainieren zweimal wöchentlich, vier weitere Testspiele sind an den Wochenenden bis zum Saisonstart geplant. „Ich trainiere lieber eine Woche länger, dafür aber im normalen, gewohnten Rhythmus. Ein Trainingslager ist auch nicht geplant“, erklärt Zimmermann seine Philosophie. Dass sogar Kreisligisten bis zu sechs Einheiten in der Woche einlegen plus eventuelle Testspiele, davon hält der Coach nicht viel.

„Das finde ich persönlich in unseren Amateursport etwas unangemessen, denn es geht doch immer noch hauptsächlich um Spaß, Freizeit und Hobbysport. Außerdem könnte ich sowieso wegen der Urlaubs- und Ferienzeit selten mit dem vollzähligen Kader trainieren“, begründet Georg Zimmermann den frühen, aber unaufgeregten Start in die Saisonvorbereitung. Und die Mannschaft ziehe geschlossen mit.

Torben Findeisen steigt nach Fußball-Pause wieder ein

Abgänge gibt es im Falken-Kader keine. Dafür freut sich Zimmermann aber über vier Neuzugänge, die den TVF zur neuen Saison verstärken. Mit dem ungarischen Torwart Peter Madaras (24) haben die Falkenburger einen talentierten Keeper dazubekommen, der zwar weder Deutsch noch Englisch spricht, „aber da vertraue ich einfach auf die internationale Fußballer-Sprache“, unkt Zimmermann. Mit Patrick Wunder (29) kommt vom FC Hude ein sicherer Passgeber und defensiver Aufbauspieler, der aber mit seiner Reservistenrolle beim Kreisligameister und Bezirksliga-Aufsteiger unzufrieden war. Thorben Findeisen (23) wollte nach zweijähriger Fußballpause (zuletzt TSV Ganderkesee, davor auch VfL Stenum) wieder mit seinen Kumpels in einer Mannschaft kicken, außerdem spielt Findeisen-Senior seit Jahren bei den TVF-Oldies. Vierter Neuzugang ist Gillian Barnickel (25) vom TV Dötlingen. „Das ist so ein richtiger Terrier in der Verteidigung. Gillian ist sehr zweikampfstark und lauffreudig – vorausgesetzt er zieht richtig mit und ist fit“, sagt Zimmermann.

Mit Blick auf die kommende Saison setzt Georg Zimmermann auf Gemeinschaft, Konstanz, mannschaftliche Geschlossenheit und vor allem auf den Lernwillen seiner Jungs. Dabei bezieht der Coach auch noch einmal das verlorene Testspiel gegen den SVA II mit ein: „Die Aufgaben in der Kreisliga sind doch klar verteilt: Atlas II wird um den Aufstieg mitspielen und wir werden versuchen, den Abstieg zu vermeiden. Das ist unser Saisonziel.“