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Vielseitigkeitsreiten Sandra Auffarth startet mit Wolle nicht mehr in Championaten

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Sandra Auffarth, Vielseitigkeitsreiterin des RV Ganderkesee, wird mit ihrem Paradepferd Opgun Louvo („Wolle“) nicht mehr in Championaten starten. Foto: Lars PingelSandra Auffarth, Vielseitigkeitsreiterin des RV Ganderkesee, wird mit ihrem Paradepferd Opgun Louvo („Wolle“) nicht mehr in Championaten starten. Foto: Lars Pingel

Ganderkesee. Vielseitigkeitsweltmeisterin Sandra Auffarth wird ihr Spitzenpferd Opgun Louvo, mindestens genauso gut unter seinem Spitzennamen Wolle bekannt, nicht mehr in Championaten einsetzen. Das gab sie am Freitagabend auf ihrer Facebookseite bekannt.

Sandra Auffarth wird mit ihrem Paradepferd Wolle, das während der Turniere mit seinem Taufnamen Opgun Louvo angekündigt wird, nicht mehr bei Championaten, also bei Welt- und Europameisterschaften und Olympischen Spielen, starten. Das hat die Vielseitigkeitsweltmeisterin vom RV Ganderkesee am Freitag auf ihrer Facebookseite bekannt gegeben. Das bedeutet, dass die beiden, die 2014 im französischen Caen WM-Gold im Einzel und in der Mannschaft gewonnen hatten, ihre Titel bei den Weltreiterspielen 2018 (12. bis 23. September) im US-amerikanischen Tryon nicht verteidigen.

„Wolle ist fit“

Sie habe in den vergangenen Wochen viel und lange darüber nachgedacht, erzählte Auffarth am Samstag. Sie war mit Wolle im polnischen Strzegom Anfang April in einer Zwei-Sterne-Prüfung in die Saison gestartet, hatte mit ihm dann in einer langen Drei-Sterne-Konkurrenz in Sopot (Polen) die formellen Bedingungen für einen WM-Start erfüllt. Diese Starts seien gut gelaufen, die weitere Vorbereitung auch. „Wolle ist fit“, sagte die 31-Jährige.

Die WM in Tryon wird auf dem höchsten Niveau, das mit vier Sternen gekennzeichnet wird (CCI****), ausgetragen. Die Geländestrecke hatte Bundestrainer Hans Melzer nach einer Besichtigung im Frühjahr als konditionell „sehr anspruchsvoll“ bezeichnet. Sie ist wellig, am Ende geht es ständig bergauf. „Diese Strapazen möchte ich Wolle mit seinen 16 Jahren einfach nicht mehr zumuten“, sagte Auffarth: „Er hat alles erreicht. Er muss niemandem mehr etwas beweisen.“ 

Auffarth tritt mit Wolle beim CHIO in Aachen an

Auffarth wird mit Wolle wie geplant in der Vielseitigkeit im CHIO in Aachen am 20. und 21. Juli dabei sein. „Das wird jetzt unser Jahreshighlight 2018!“, teilte sie auf Facebook mit: „In der Aachener Soers haben Wolle und ich seit 2012 schon viele große Erfolge gefeiert: Fünf Siege mit der Mannschaft, der Einzelsieg in 2014 sowie die Plätze zwei, drei und vier in der Einzelwertung. Mal schau‘n, ob wir daran anknüpfen können. Wolle und ich sind auf jeden Fall hochmotiviert.“ Dort wird eine kurze Drei-Sterne-Prüfung ausgetragen.

„Die Entscheidung ist Sandra sicherlich nicht leicht gefallen“, zitierte die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) in einer Mitteilung den Bundestrainer Hans Melzer. Die WM wäre für das erfolgreiche Paar „nochmal ein tolles Highlight“ gewesen. Er hat „aber vollstes Verständnis“ für Auffarths Entscheidung.

Neun Medaillen bei Championaten

Wolle wurde in der Normandie gezogen. 2007 kam er in den Stall von Sandra Auffarth. Sie hat den Fuchswallach ausgebildet. 2011 gelang dem Paar mit dem zweiten Platz in der Vier-Sterne-Prüfung (CCI****) in Luhmühlen endgültig der Sprung in die Weltklasse. Das Paar gewann dann, unter anderem, neun Medaillen bei Championaten: Olympiagold im Team und Bronze im Einzel in London 2012, Olympiasilber mit der Mannschaft 2016 in Rio de Janeiro, je zweimal Mannschaftsgold und Einzelsilber bei Europameisterschaften (2011 und 2015) und WM-Gold im Einzel und im Team 2014. „Ich bin sehr stolz auf ihn, er ist einmalig“, schwärmte Auffarth am Samstag.

„Ich bin mir sicher, dass sie mit ihren tollen Nachwuchspferden schnell wieder zurück an die Spitze finden wird“, erklärte Melzer weiter. Mit einem davon, dem neunjährigen Viamant du Matz, der zumeist „Mat“ genannt wird, hat Auffarth bereits die formelle Startberechtigung für Championate. Sie steht mit dem Selle-Francais-Wallach in der zweiten Reserve der Longlist für die WM. Das hatte die FN nach der DM in Luhmühlen bekannt gegeben.


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