Reform der Handball-Ligen Die Regionalliga kommt vielleicht – aber nicht vor 2020

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Künftig Oberligist, und ab 2020 Regionalligist? Die HSG Delmenhorst hat die 4. Liga jedenfalls als mögliches Ziel ausgegeben. Foto: Rolf TobisKünftig Oberligist, und ab 2020 Regionalligist? Die HSG Delmenhorst hat die 4. Liga jedenfalls als mögliches Ziel ausgegeben. Foto: Rolf Tobis

Delmenhorst Eine Mehrheit der niedersächsischen Handball-Vereine ist für die Einführung einer 4. Liga. Die HSG Delmenhorst und die HSG Hude/Falkenburg sehen vor allem sportliche Vorteile.

Sie sprachen über die Ligeneinteilung, den Pokalwettbewerb und auch über die Datenschutz. Doch ein Thema nahm bei der Arbeitstagung des Handball-Verbandes Niedersachsen (HVN) für die Vereine der Ober- und Verbandsligen der Frauen und Männer in Verden mit zweistündiger Diskussionen den mit Abstand größten Rahmen ein: nämlich den Spielbetrieb der Zukunft. Die betroffenen Vereine waren von Jens Schoof (Vizepräsident Spieltechnik) dazu aufgefordert worden, ihre Meinung für die Einführung einer neuen 4. Liga (als Regionalliga zwischen 3. Liga und Oberliga) abzugeben. Das Ergebnis: Eine Mehrheit ist für die mögliche Reform, die dann auch Auswirkungen bis in die Landesklassen hätte. (Weiterlesen: Handballer wollen 4. Liga einführen)

Aber: Die Regionalliga wird es nicht wie vom HVN zunächst angedacht ab der Saison 2019/2020 geben, sondern frühestens ab der Spielzeit 2020/2021. Man wolle den Vereinen Zeit geben, in Ruhe zu planen, hieß es vom Handball-Verband. Die Neueinteilung der Ligen kann zudem nur auf dem Verbandstag (der nächste ist im Mai 2019) entschieden werden.

Südniedersachsen fürchten hohe Fahrtkosten

Männer-Oberligist HSG Delmenhorst stimmte wie fast alle Vertreter aus dem Nordwesten Niedersachsens für die geplante vierte Liga. Die Süd-Vertreter aus den Regionen Hannover und Göttingen waren dagegen, weil sie wegen der längeren Fahrten höhere Kosten befürchten. Der HSG-Vorsitzende Jürgen Janßen begründete das Ja seines Vereins zur Regionalliga neben sportlichen Aspekten unter anderem damit: „Wenn man in der Jugend den Spielbetrieb über ganz Niedersachsen verteilt, muss dies auch bei den Senioren der Fall sein.“

Die Arbeitsgruppe Spieltechnik Zukunft im HVN hatte im Vorfeld vor allem auf zwei Probleme hingewiesen. Punkt eins ist der hohe Leistungsunterschied zwischen 3. Liga und den Oberliga-Meistern. Zuletzt sind bei den Männern alle Aufsteiger direkt (und relativ sang- und klanglos) wieder abgestiegen. Punkt zwei ist die unklare Situation bei der Anzahl der Absteiger und möglicher Aufsteiger in den Spielklassen unter der 3. Liga, da die regionale Zuordnung der Absteiger aus höheren Ligen Einfluss nimmt. Die Einführung der Regionalliga sorge für eine Entspannung der „gleitenden Skala“ und ein erhöhtes sportliches Niveau erhofft sich der HVN.

Auch HSG Hude/Falkenburg pro 4. Liga

Dean Schmidt, Frauen-Trainer der HSG Hude/Falkenburg, befürwortet die Regionalliga als „Zwischenliga“ vor allem aus sportlichen Gründen. Denn die langjährigen Oberliga-Rivalen Hude/Falkenburg, SFN Vechta und VfL Stade stiegen spätestens zwei Jahre nach ihrem Drittliga-Aufstieg wieder ab. „Der Sprung in Liga drei ist sehr groß“, weiß Dean Schmidt. Gleichzeitig sei auch die Qualität der Oberliga-Kellerkinder zu gering, weil man gegen sie auch an schwachen Tage gewinne.

Dass die Fahrten in der Regionalliga weiter und länger werden würden, stört ihn indes nicht. „Ob ich bei einem Auswärtsspiel nun zwei oder drei Stunden im Bus sitze, ist dann auch egal.“


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