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So lief die Fußball-Kreisliga Kellerkinder atmen durch – nur Berne und Ippener hadern

Von Andreas Bahlmann und Frederik Böckmann

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Landkreis/Delmenhorst. Das dk blickt in drei Teilen auf die Fußball-Kreisliga Oldenburg-Land/Delmenhorst 2017/18 zurück. Die Abstiegskandidaten kamen fast alle mit einem blauen Auge davon. Nur die SVG Berne musste runter – und der TSV Ippener zog das Team nach desaströser Rückrunde zurück.

TSV Ippener (10.)

In der ersten Halbserie bot der TSV Ippener Vollgas-Fußball. Die bärenstarke Offensive um Torschützenkönig Zana Ibrahim (33 Treffer) hatte schon 74 Treffer erzielt und war Dritter. Doch nach der Trennung von Trainer Chawakat El-Hourani passte gar nichts mehr. Ippener verlor 13 von 14 Spielen – und gewann kurioserweise beim Vizemeister Harpstedt. Für die Rückrunde fehlten den vom Co zum Chef aufgestiegenen Mohamed Chahrour fast die Worte. „Charakterlich und spielerisch schwach, keine Stimmung und keine Trainingsbeteiligung – schlechter geht es nicht. Das hat null Spaß gemacht“, sagt Charour. In der Fairnesstabelle (75 Gelbe Karten, neun Platzverweise) war Ippener mit Abstand Letzter. Das galt auch für die Zahl der Gegentore (112). Jetzt gibt es den Neuanfang in der 2. Kreisklasse.

FC Huntlosen (11.)

Zur Winterpause noch sicherer Siebter, erlebte der FC Huntlosen eine unruhige zweite Saisonhälfte. Trainer Andree Höttges wurde im Frühjahr entlassen, nach einem Negativlauf (nur ein Punkt aus acht Spielen) war der FCH zwischenzeitlich in Abstiegsgefahr. Doch am Ende riss sich die Mannschaft zusammen. „Im Endeffekt können wir froh sein, die Liga gehalten zu haben, weil es echt eine turbulente Saison war“, sagte Interimstrainer Jan Schindler. „Kompliment an die Mannschaft, wie sich sich mich als Trainer akzeptiert hat.“ Schmunzeld fügt er an: „Jetzt kann ich endlich mal den ganzen Mist hinter mir lassen und meine Zeit effektiv mit Grillen und Bier nutzen.“ Zur kommenden Saison kehrt Maik Seeger auf die Trainerbank zurück.

TSV Großenkneten (12.)

Nach der ersten Saisonhälfte noch Neunter, am Ende Zwölfter – der TSV Großenkneten spielte eine relativ unspektakuläre Saison. „Die Punkteausbeute lag deutlich unter meinen Erwartungen“, war der scheidende TSV-Trainer Klaus Delbanco enttäuscht. Der Hauptgrund war die große Verletzungsmisere. Großenkneten setzte alleine sieben Torhüter ein.

SV Achternmeer (13.)

Zur Winterpause hatten viele den SV Achternmeer mit nur acht Zählern schon abgeschrieben. Doch das Schlusslicht holte im zweiten Saisonteil starke 23 Punkte – und sprang sogar noch auf Platz 13. „Ich war immer davon überzeugt, dass wir es noch packen“, betont Spielertrainer Robin Hofmann. Im letzten Saisonspiel gegen den SV Atlas Delmenhorst II (3:1) hätten seine Jungs „dann noch einmal alles rausgehauen und sich den Klassenerhalt redlich verdient“.

TV Jahn Delmenhorst (14.)

Mit Ach und Krach rettete sich der TV Jahn als Drittletzter zum Klassenerhalt. Zum vierten Mal in Folge zitterte der Traditionsverein im Kreisliga-Abstiegskampf . Dabei sollte vor der Saison mit vielen namhaften Neuzugängen alles besser werden. Wurde es aber nicht. Die Jahner setzten mehr als 40 Spieler, bereits im Herbst schmiss Andreas Busch als Trainer entnervt hin. Sein Nachfolger Arend Arends fand bei seinem Einstieg im Oktober einen „Flickenteppich vor. Da haben wir versucht ein ein bisschen Struktur reinzubringen.“ Was sich spielerisch, aber nicht von den Ergebnissen sagen ließ. Die eklatante Auswärtsschwäche (ein Sieg, 14 Niederlagen) wurde den Jahnern fast zum Verhängnis. „Ich bin sehr froh, dass wir dann noch die Kurve mit dem guten Ende gekriegt haben“, atmete Arends tief durch. „Das war wirklich aufregend, da waren für mich schon einige schlaflose Nächte dabei.“

Ahlhorner SV (15.).

Nur dank des freiwilligen Rückzugs des TSV Ippener in die 2. Kreisklasse verhinderte der Ahlhorner SV den Gang in die Kreisklasse, in der der ASV seit 33 Jahren nicht gespielt hatte. Bis zum Winter hatte Ahlhorn erst acht magere Punkte gesammelt, danach waren es ordentliche 22 Zähler. Jörg Beckmann redet trotzdem Klartext: „Die Tabelle lügt nicht. Sicherlich müssen einige oder auch viele der Spieler in sich gehen und sich hinterfragen, ob sie in dieser Situation wirklich alles getan haben“, sagt der Trainer, von dem sich der Verein inzwischen getrennt hat. „Wir haben Spiele verloren, die wir hätten gewinnen müssen.“

SVG Berne (16.)

Berne erwischte es am letzten Spieltag. Einen Absteiger mit nur 60 Gegentreffer gab es in den letzten 20 Jahren nicht. Spielertrainer Michael Müller, dessen Team in der unteren Tabellenhälfte das beste Torverhältnis hatte (-12), ärgert sich noch immer sehr darüber, „wie sich zum Ende der Saison einige Teams hängen ließen“. Fakt ist aber auch: Außer dem TSV Großenkneten (44 Treffer) schoss niemand weniger Tore als Berne (48).


Abschlusstabelle der Fußball-Kreisliga Oldenburg-Land/Delmenhorst 2017/18

1. und Bezirksliga-Aufsteiger FC Hude 30 Spiele / 98:41 Tore / 71 Punkte

2. Harpstedter TB 30/73:40/60

3. VfR Wardenburg 30/84:53/54

4. TV Dötlingen 30/90:54/53

5. TuS Heidkrug 30/69:48/50

6. SV Atlas Delmenhorst II 30/65:59/46

7. TSV Ganderkesee 30/56:73/40

8. TV Munderloh 30/79:82/39

9. Delmenhorster TB 30/64:79/38

10. TSV Ippener 30/86:112/36 (zurückgezogen in die 2. Kreisklasse)

11. FC Huntlosen 30/57:79/35

12. TSV Großenkneten 30/44:60/34

13. SV Achternmeer 30/68:91/31

14. TV Jahn Delmenhorst 30/52:80/31

15. Ahlhorner SV 30/57:79/30

16. und Absteiger Spvg. Berne 30/48:60/29

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