Jugend-Landesligisten ziehen Bilanz Frust beim TV Jahn, Jubel beim TuS Heidkrug

Von Klaus Erdmann

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Delmenhorst Das Abenteuer Landesliga endet für die beiden Delmenhorster Fußball-Jugendteams völlig unterschiedlich. Die A-Jugend des TV Jahn Delmenhorst steigt als Letzter ab. Der TuS Heidkrug feiert überraschend Rang sechs.

Frust am Brendelweg, Freude am Bürgerkampweg. Der Aufstieg in die Fußball-Landesliga Weser-Ems, der gerne als „Abenteuer“ bezeichnet wird, hat den A-Jugendlichen des TV Jahn und den B-Junioren des TuS Heidkrug unterschiedliche Endergebnisse beschert. Der von einem personellen Aderlass geplagte TVJ verabschiedete sich als Letzter aus der zweithöchsten niedersächsischen Liga. Der TuS, der sich nach der Winterpause steigerte, nimmt in der Endabrechnung die sechste Position ein.

A-Jugend Landesliga

„Zu Beginn der Saison gehörten 26 Spieler der Gruppe an. Als Aufsteiger sind wir mit einer gewissen Euphorie gestartet“, blickt Andreas Füller, der beim TV Jahn gemeinsam mit Falk Ölkers ein Trainer-Duo gebildet hat, zurück. Aus verschiedenen Gründen kehrten Stammkräfte den Delmenhorstern während der Saison den Rücken. Bei Auswärtsspielen bestand das Aufgebot zuweilen aus zwölf, 13 Aktiven. Die Fahrt zum FC Schüttorf trat man am vorletzten Spieltag gar nicht erst an. „Es war nicht einfach. Ich muss mich bei den Jungs bedanken, die bis zum Schluss dabei geblieben sind“, sagt Füller. Und er sagt, dass er von einigen Spielern enttäuscht sei. Ziel sei es gewesen, die Mannschaft nicht zurückziehen zu müssen.

So ein Abstieg hat bekanntlich immer mehrere Ursachen. Neben den Personalproblemen nennt Füller („Ich habe auch Fehler gemacht“) einen weiteren Hauptgrund: „Wir hätten mehr Punkte holen können, haben aber viele Chancen vergeben.“ Ein Beleg: Mit 28 Toren in 26 Spielen stellt Jahn die schwächste Offensive. Hinzu kämen, betont der Coach, viel Verletzungen und die phasenweise unbefriedigenden Trainingsbedingungen. Und: „Einige waren von der Form der Vorsaison weit entfernt.“

Füller und Ölkers haben ihre Ämter abgegeben. Die bisherigen B-Jugendtrainer Rene Rohaczynski und Sean Radtke übernehmen Jahns A-Junioren.

B-Jugend-Landesliga

In Heidkrug machen die Trainer Stefan Blasy und Marvin John nicht weiter. Ihre Nachfolge treten Marcel Stegemann und Kilian Schaar an, die 2017/18 bei den C-Jugendlichen auf der Kommandobrücke standen. Blasy, der zuletzt alleine die Verantwortung trug (die Jugendleitung und John hatten sich getrennt), fiel der Abschied nicht leicht: „Die Jungs sind mir ans Herz gewachsen.“

Teil eins der Saison 2017/18 verlief zuweilen holprig. Der Nachwuchs des TuS musste sich zunächst an die Landesliga gewöhnen. „Bis zur Winterpause haben die Spieler gebraucht, um die taktischen Vorgaben umzusetzen“, berichtet Blasy. Doch die Mannschaft habe gelernt und sich weiterentwickelt („Da kann ich nur den Hut ziehen“). Einige Spieler besäßen das Zeug, höherklassig zu spielen.

Dank erfolgreicher Auftritte gegen Ende der Saison beendete der TuS die Saison als Sechster. Der Aufsteiger, viertbestes Auswärtsteam, hat 24 seiner 40 Punkte auf fremden Plätzen gesammelt. Blasys Erklärung: „Diese Bilanz ist unserem Spiel geschuldet. Das Spiel nach vorne hat den Jungs manchmal Probleme bereitet. Unsere Stärke waren die Konter. Zuhause haben wir die Chancen oft nicht genutzt. Wir hätten einige Punkte mehr haben können.“ Doch abseits von Punkten und Platzierungen ging es in Heidkrug darum, die Youngster weiterzuentwickeln. „Und dieses Ziel“, erklärt der Trainer, „haben wir erreicht.“

Um die Zukunft der B-Junioren ist ihm nicht bange. „In den Spielern steckt viel Potenzial. Sie werden ihren Weg machen“, sagt Stefan Blasy mit Nachdruck.


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