Umfrage unter Fußballern 2:1-Sieg der DFB-Elf löst vorsichtigen Optimismus aus

Von Klaus Erdmann

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Delmenhorst/Landkreis. Der 2:1-Sieg der deutschen Fußball-Nationalmannschaft über Schweden im zweiten WM-Gruppenspiel hat bei Fußballern aus dem Kreis Oldenburg-Land/Delmenhorst für Erleichterung gesorgt.

WM in Russland, Gruppe F, Deutschland gegen Schweden 2:1. Die DFB-Elf hat der Nation am Samstagabend einen Krimi inklusive Happy End beschert. Als Toni Kroos in der fünften Minute der Nachspielzeit das entscheidende Tor gelang, herrschte Erleichterung in Fußball-Deutschland: Jogis Jungs sind noch dabei. Wie haben hiesige Fußballer das Spiel erlebt? Wir haben nachgefragt.

Der Erfolg gegen Schweden hat natürlich auch bei den Gesprächspartnern für Aufatmen gesorgt. Das 2:1 löst vorsichtigen Optimismus aus. Überschäumende Euphorie macht sich (noch) nicht breit.

Magdalena Flug, Mannschaftsführerin des Regionalligisten TV Jahn Delmenhorst, und viele ihrer Teamkolleginnen haben das 2:1 bei Mitspielerin Neele Detken verfolgt, die ihren 25. Geburtstag feierte. „Nach dem 0:1 hatte ich nicht mehr so viel Hoffnung, das war ein Schlag ins Gesicht“, meinte Flug. Nach der Gelb-Roten Karte gegen Jérôme Boateng (82.) habe sie nicht mehr an einen Sieg geglaubt. „Nach dem 2:1 herrschte Freude pur“, sagte sie. Das Tor in letzter Minute könne eventuell eine Initialzündung auslösen. Deutschland werde die Gruppenphase überstehen, aber nicht „so weit“ kommen. Wer holt den Titel? Flug: „Ich denke, dass es eine Mannschaft sein wird, die noch nicht Weltmeister war. Vielleicht Belgien.“

Önder Caki, Trainer des Bezirksligisten SV Baris Delmenhorst, geht davon aus, dass der Weltmeister 2018 aus dem Kreis der Mannschaften Frankreich, Brasilien, Deutschland, Spanien und Kroatien kommt, Deutschland sei ein Turnierteam, das den Schalter umlegen und sich steigern könne. „Ich traue der DFB-Elf viel zu“, betont Caki. Das 2:1 gegen Schweden hat er im Kreis der Familie gesehen. „Ich habe mich darüber gefreut, dass Deutschland alle Türen offen gehalten hat“, erklärt der Coach. In der ersten Halbzeit sei man zu ängstlich gewesen. Danach habe es die Mannschaft gut gemacht und den Druck erhöht. Es habe sich, so Caki, nicht um die stärkste Aufstellung gehandelt. Er hätte Mesut Özil eingesetzt.

Thomas Baake, der den Bezirksligisten VfL Stenum trainiert, hat das Schweden-Spiel mit Freunden gesehen. „Der Sieg war verdient, aber die Mannschaft ist noch nicht so stabil, wie man es sich vorstellt. Sie ist oft zu weit aufgerückt und hatte große Probleme bei der Umschaltbewegung.“ Das 2:1, so der Stenumer, sei ein „Traumtor“, das er sich immer wieder ansehen könne. Vom Gegner, der zuletzt in Überzahl spielte, sei er enttäuscht. Baake: „Schweden hätte mutiger nach vorne spielen müssen. Aber da hat wohl die Kraft gefehlt.“

Ein Vorteil sei, dass die DFB-Auswahl im Gegensatz zu Konkurrenten bereits gegen anspruchsvolle Gegner gespielt habe. Sie werde auf jeden Fall das Achtelfinale erreichen. „Es ist spannend, auf wen das Team dann trifft“, sagt Bake. Sein Favorit auf den Titel ist Brasilien („Da muss aber Ruhe einkehren.“).

Thomas Luthardt, Vorsitzender des Spielausschusses des Fußballkreises, hat das zweite Vorrundenspiel der Deutschen im eigenen Wohnzimmer verfolgt. „Die erste Halbzeit war nicht so berauschend und die Mannschaft hat Glück gehabt“, erklärt er. Sie werde das Achtelfinale erreichen – und vielleicht noch mehr. Er fügt hinzu: „Man kennt das ja: Die Deutschen fangen schlecht an und werden dann immer besser.“ Fragt man den Funktionär nach dem Titelträger 2018, so spricht er von „mehreren Geheimfavoriten“. Einige Teams, die man nicht vorne erwartet, spielten gut. „Von den Favoriten hat mich bisher noch keiner so richtig überzeugt“, unterstreicht der Funktionär. „Ich denke doch, dass Deutschland Weltmeister wird“, fügt Luthardt lachend hinzu.


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