Sponsorentreffen des SV Atlas „... und dann würde hier kein Ball mehr laufen“

Von Frederik Böckmann


Delmenhorst Beim Sponsorentreffen des SV Atlas Delmenhorst im Traditionszimmer des Delmenhorster Kreisblatts hebt der Vorsitzende Manfred Engelbart die Bedeutung der Sponsoren hervor, ohne die die Erfolge in den vergangenen Jahren nicht möglich gewesen wären.

Als Manfred Engelbart beim Sponsorenabend des SV Atlas Delmenhorst das Wort ergriffen hatte, kam der Vorsitzende des Sportvereins auch auf Friedrich Wilhelm Raiffeisen zu sprechen. „Was einer nicht schafft, das schaffen viele“, zitierte Engelbart den Gründer der ländlichen Genossenschaften. Was der Klubchef des SV Atlas vor 60 geladenen Gästen im Traditionszimmer des Delmenhorster Kreisblatts mit diesem Zitat ausdrücken wollte, war dies: In einer Stadt wie Delmenhorst ohne große Unternehmen sind die Fußballer nicht auf einenMäzen, sondern auf viele Unterstützer angewiesen. (Weiterlesen: Jürgen Hahn im dk-Interview)

Verhältnisse wie beim Hamburger SV mit Milliardär Klaus-Michael Kühne oder auch beim Regionalligisten SSV Jeddeloh mit dem Fleisch- und Wurtfabrikanten Rolf Bley, wo einzelne Privatleute viel Geld investieren – „das wollen wir nicht“, verdeutlichte Engelbart und spielte damit indirekt auch auf die Vergangenheit des alten SV Atlas an, der nach dem Aus des namensgebenden Hauptsponsors peu à peu in die Insolvenz schlitterte. (Weiterlesen: SV Atlas mit Zuschauerschnitt bundesweit vorne dabei)

Pool aus einigen großen und vielen kleinen Sponsoren

Der neue SV Atlas baut stattdessen auf einen Pool von einigen größeren und vielen kleineren Firmen, die die Blau-Gelben unterstützen. Dazu versucht der SVA mit kreativen Ideen wie Block- oder Spielerpatenschaften seinen Etat zu stemmen. Engelbart sagte aber auch: „Wenn wir nur zehn Prozent weniger Sponsoring-Einnahmen generieren, dann läuft hier kein Ball mehr. Dann geht die Lupe aus“, sagte der Unternehmer. „Wir sind auf jeden Sponsor angewiesen.“ Deshalb sei es auch wichtig, die Kritik einiger Gönner anzunehmen, „und sich noch mehr um die Sponsoren zu kümmern“. (Weiterlesen: SV Atlas blickt auf „wilde Achterbahnfahrt“ zurück)

Mit seinem Personal-Etat lag der SV Atlas in der vergangenen Oberliga-Saison vermutlich im unteren Drittel der Tabelle. Für die Regionalliga müsste der Etat wohl (mindestens) verdoppelt werden – doch an finanziellen Fragen solle ein möglicher Gang in die 4. Liga nicht scheitern, wie Engelbart nochmals betonte. „Das, was die Spieler von Bersenbrück und Spelle-Venhaus erlebt haben, tut mir leid. Das wird es mit mir nicht geben“, spielte der SVA-Vorsitzende auf die beiden Liga-Konkurrenten an, die auf die Regionalliga-Lizenz unter anderem aus monetären Aspekten verzichtet hatten – und denen dann im Titelrennen arg die Luft ausging. (Weiterlesen: Kein Aufstiegsverzicht unter Engelbart)

Engelbart: Jugendfußballer sollen nicht abwandern

Delmenhorster sollen in Delmenhorst spielen – auch diese Botschaft erneuerte Engelbart in seiner Rede. Er verwies trotz namhafter Neuzugänge in diesem Sommer darauf, dass Atlas etwa mit Musa Karli, Marco Prießner oder Marvin Osei auch immer gebürtige Delmenhorster zurückgeholt hat. Um die Abwanderung von Talenten frühzeitig zu verhindern, müssten viele Clubs ihre Jugendarbeit verbessern, damit die Spieler „nicht vom JFV Oldenburg oder Werder verführt werden“. (Weiterlesen: SV Atlas kooperiert mit dem DTB)

Manfred Engelbart baut dabei auch auf die gute Zusammenarbeit mit der Stadt in infrastrukturellen Fragen. Oberbürgermeister Axel Jahnz sagte in seiner kurzen Ansprache mit Blick auf den SV Atlas, dass man neidlos anerkennen müsse, „was mit Visionen und Kreativität in Delmenhorst möglich ist“. Und eben mit dem Geist von Friedrich Wilhelm Raiffeisen.


Bisher betrug die Auflage der Stadionzeitung des SV Atlas Delmenhorst 4000 Stück, künftig wird sich diese Zahl auf rund 10.000 Exemplare erhöhen: Denn das Vereinsmagazin wird künftig auch im Kreisblatt am Sonntag verteilt und hochwertiger gedruckt. Auf dem Sponsorentreffen im Traditionszimmer des Delmenhorster Kreisblatts stellten Thorsten Schulze (dk-Verlagsleiter), Manfred Engelbart (SVA-Vorsitzender) und Bastian Ernst (SVA-Marketing-Vorstand) die Einzelheiten vor.