Fußball-Bezirksliga Baris feiert 3:3 gegen Wildeshausen wie einen Sieg

Von Frederik Böckmann

Aua, das tut weh: Wildeshausens Andreas Kari (links) und Baris-Verteidiger Sinan Uygun beharken sich im Zweikampf. Foto: Rolf TobisAua, das tut weh: Wildeshausens Andreas Kari (links) und Baris-Verteidiger Sinan Uygun beharken sich im Zweikampf. Foto: Rolf Tobis

Delmenhorst. In der Fußball-Bezirksliga haben sich der SV Baris Delmenhorst und der VfL Wildeshausen in einem kurzweiligen Kick mit 3:3 (1:2) getrennt. Baris gelingt der Ausgleich in der Schlussminute.

Und plötzlich war Ümit Igde nicht mehr zu sehen. Als der Abwehrspieler des SV Baris Delmenhorst in der 90. Minute zum 3:3 (1:2)-Endstand gegen den VfL Wildeshausen getroffen hatte, rannte Igde zur Eckfahne, ließ sich auf den Boden fallen und wurde für mehrere Sekunden von einer neunköpfigen Jubeltraube – bestehend aus seinen Mitspielern – begraben. Wenig später pfiff Schiedsrichter Malte Biedermann das Duell in der Fußball-Bezirksliga ab, und Baris feierte den Last-Minute-Ausgleich gegen den Tabellenzweiten nach zuvor vielen uninspirierten Auftritten wie einen Sieg.

Und jetzt? Wildeshausens Yannik Wallner wird von zwei Baris-Spielern unter Druck gesetzt. Foto: Rolf Tobis

Auch Baris-Trainer Önder Caki strahlte wie seine Spieler – nach dem erst dritten Unentschieden der Saison – nach Spielende noch lange über das ganze Gesicht. Nach zwei Lehrstunden gegen Wildeshausen im Pokal (0:7) und in der Hinrunde (0:4) „haben wir uns für unseren Kampf belohnt. Wir haben immer an uns geglaubt“, sagte Caki.

Sein Trainer-Kollege Marcel Bragula war nach Spielende dagegen bedient. „Das schönste am Tag heute war das Wetter. Das hatte mit Fußball nicht viel zu tun. Technisch, taktisch und kämpferisch war das gar nichts“, schimpfte Bragula. „Baris hat sich den Punkt mit großer Leidenschaft redlich verdient.“ Dabei hatte seine Mannschaft mit 2:0 und 3:1 geführt, geht nun aber punktgleich mit dem VfB Oldenburg II in das Rennen um die Vizemeisterschaft.

Herrliche Tore, haarsträubende Fehler

100 Zuschauer sahen einen kurzweiligen offenen Schlagabtausch, gespickt mit reichlich Strafraumszenen und einigen herrlichen Toren, aber auch mit haarsträubenden Abwehrfehlern und vielen fußballerischen Unzulänglichkeiten. „Die ersten zehn Minuten haben mir gut gefallen“, meinte Bragula süffisant zur Leistung seiner Elf. Denn in der 10. Minute ging Wildeshausen mit 1:0 in Front. Einen Einwurf von Jannik Wallner verlängerte Torben Schütte per Kopf auf Sascha Görke, der per Flugkopfball traf; es war der vierte Treffer von Görke in den vergangenen drei Partien.

Der VfL war in der Anfangsphase klar besser, hätte auf 2:0 erhöhen können. Doch plötzlich stand es 1:1 – und wie! Nach einer zu kurzen Abwehr der Gäste traf Shewket Barakat Osef per herrlichem Fallrückzieher von der Strafraumkante zum Ausgleich (20.). Es war ein Treffer Marke „Tor des Monats“. Doch die Antwort der Gäste ließ nicht lange auf sich warten. Torben Schütte traf mit einer Bogenlampe fast von der Torauslinie über Baris-Torwart Orhan Karakaya hinweg – 2:1 (23.). „Es war krass, was wir uns für individuelle Abwehrfehler leisten“, moniete Trainer Önder Caki.

Dittrichs Fauxpas, Cakis goldenes Händchen

Obwohl Wildeshausen nach 30 Minuten stark abbaute und sich viele Fehlpässe leistete, erhöhte Wittekind kurz nach der Pause auf 3:1. Sebastian Bröcker traf nach präzisem Schütte-Zuspiel (55.). Die Entscheidung? Mitnichten. Während Wildeshausen immer schwächer wurde, kämpfte Baris verbissen – und verkürzte nach einem Fauxpas von VfL-Torwart Felix Dittrich auf 2:3, weil dieser den Ball gegen Osef leichtfertig vertändelt hatte (67.). Und dann bewies Trainer Önder Caki ein goldenes Händchen: Er wechselte Ümit Igde ein, der nach einer Freistoßflanke freistehend zum Ausgleich traf. Es waren übrigens die ersten sechs Bezirksliga-Minuten für Igde überhaupt, der eigentlich in der zweiten Mannschaft spielen wollte, auf Grund von Personalnot dann doch auf der Bank Platz nahm.