1. Fussball-Kreisliga TV Falkenburg sichert sich Aufstieg in die Kreisliga

Von Andreas Bahlmann

Sicherte sich den Aufstieg in die Fußball-Kreisliga: der TV Falkenburg. Foto: Rolf TobisSicherte sich den Aufstieg in die Fußball-Kreisliga: der TV Falkenburg. Foto: Rolf Tobis

Delmenhorst/Landkreis. Das Rennen um den letzten Aufstiegsplatz in der 1. Fußball-Kreisklasse ist entschieden: Der TV Falkenburg, der die SF Wüsing mit 5:2 bezwang, wird – wie Meister TuS Hasbergen und der Tabellenzweite RW Hürriyet Delmenhorst – in der Spielzeit 2018/2019 in der Kreisliga antreten. Er profitierte auch von einer 2:3-Niederlage des VfL Wildeshausen II gegen den VfL Stenum II.

TV Falkenburg - SF Wüsting 5:2. Mit diesem Sieg machte der TV Falkenburg – der Tabellendritte TSV Ganderkesee II kann nicht aufsteigen, da die „Erste“ des Vereins in der Kreisliga antritt – den Aufstieg perfekt. Es dauerte eine ganze Weile, bis die Freude darüber den Eindruck der Trauer über den plötzlichen Tod des langjährigen Betreuers Torsten Samlaus, der am vergangenen Donnerstag im Alter von 55 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts verstorben war, überwunden hatte. Dann wurde aber auch noch gejubelt und gefeiert.

Es war eine besondere und eine schwere Partie für die Falkenburger. „Wir spielen für Torsten“, hatte die Mannschaft vor dem Anpfiff beschlossen. Trainer Georg Zimmermann hatte die Entscheidung den Spielern überlassen. Bevor Schiedsrichter Horst „Blacky“ Dräger vor etwa 100 Zuschauern anpfiff, versammelten sich die Spieler beider Mannschaften um den Mittelkreis zu einer Schweigeminute.

Die Wüstinger nutzten zu Beginn die Unkonzentriertheit des TVF aus und gingen nach zwei Minuten durch Jörn Lohmüller in Führung. Die Falkenburger schüttelten sich und bissen sich mental in die Partie. Nils Poppe glich aus (14.). Fortan lieferten sich beide Mannschaften eine umkämpfte, aber stets faire Partie auf gutem Kreisklassen-Niveau. Nach etwa 30 Minuten ließ bei den Gästen, die mit einigen Aushilfen aus ihrer A-Jugend und aus der dritten Mannschaft angetreten waren, die Konzentration etwas nach. Der TVF erhöhte den Druck. Torsten Niehaus brachte das Team mit 2:1 in Führung (34.). Trotzdem kam Wüsting noch einmal zurück. Niklas Pook drang in der 38. Minute mit vollem Tempo in den Falkenburger Strafraum ein, dort wurde er von Maurice Fangmeier gefoult. Der sehr umsichtig und klar leitende Unparteiische Dräger entschied folgerichtig auf Elfmeter. Der Gefoulte verwandelte den Strafstoß sicher zum 2:2 – allerdings erst im zweiten Versuch, denn Dräger ließ den Elfmeter wiederholen, weil sich einige Spieler zu früh in den Strafraum bewegt hatten. Dabei blieb es bis zur Pause.

Nach dem Seitenwechsel verlief die Partie weitgehend einseitig, weil die Falkenburger mit großer Entschlossenheit auftraten. Florian Erhorn (58., 69.) und Niehaus (88.) machten mit ihren Toren das verdiente 5:2 und den Aufstieg perfekt. „In der zweiten Halbzeit waren wir konditionell platt. Meinen Glückwunsch an Falkenburg“, gratulierte SFW-Trainer Florian Neumann. „Wir widmen diesen wichtigen Sieg unserem Torsten. Es war das erwartet schwere Spiel, am Schluss hat die Moral gewonnen“, zog Zimmermann seinen Hut vor der starken und geschlossenen Leistung seiner Mannschaft.

TuS Vielstedt - TSV Großenkneten II 4:0. Die Vielstedter entledigten sich mit diesem Sieg aller Abstiegssorgen – sehr zum Leidwesen von TSV-Trainer Andreas Gronewold: „Eigentlich haben wir in der ersten Viertelstunde ganz gut gespielt, aber danach klappte gar nichts mehr.“ Die Vielstedter waren dann immer den entscheidenden Tick eher am Ball. Allerdings half beim 1:0 (38.) TSV-Torwart Marius Neuburg kräftig nach, als er bei einem als Flanke gedachten Schuss von Marcel Wolf daneben griff. Es war einfach nicht Neuburgs Tag, denn kurz vor der Pause leistete sich er sich einen weiteren Schnitzer, den Markus Hildebrandt nutzte (45.). Lukas Haar vertrieb nach dem Seitenwechsel mit zwei Toren (53., 89.) das Abstiegsgespenst endgültig aus Vielstedt.

TSV Ganderkesee II - TV Jahn Delmenhorst II 7:1. Den Delmenhorstern scheint im Finale des Abstiegskampfs etwas die Puste auszugehen. Sie ließen sich von hochmotivierten und effektiv aufspielenden Gastgebern den Schneid abkaufen. Jahn lag bereits zur Pause mit 1:4 zurück. Jean-Michel Dietrich (14., 44.) und Christian Fitzgibbon (18., 42.) hatten für den TSV getroffen. Das zwischenzeitliche 1:2 für Jahn (33.) resultierte aus einem Eigentor von Christoph Waje. In der zweiten Halbzeit versuchten die Jahner zwar, sich in die Partie zurückzukämpfen. Allerdings sah Arne Bohlen bereits in der 53. Minute wegen Foulspiels und anschließendem Meckerns Gelb-Rot, in Unterzahl ließen die Kräfte natürlich nach. In der Schlussphase schlug Ganderkesee dann noch dreimal zu. Nils Stolz (81.) und Niklas Hoier (83.) erhöhten auf 6:1, Fitzgibbon setzte mit seinem dritten Tor (89.) den Schlusspunkt. „Das war eine klare Sache und gut von uns gemacht. Wir hatten zwar noch einige weitere ungenutzte Torchancen, aber bei einem 7:1 ist das schon Meckern auf hohem Niveau“, freute sich TSV-Trainer Andreas Dietrich über die gelungene Vorstellung seiner Mannschaft.

TuS Hasbergen - TV Munderloh II 2:1. „Wir haben uns etwas schwergetan, aber wenn man gewonnen hat, ist man immer zufrieden“, bilanzierte TuS-Trainer Andreas Lersch nach dem Erfolg über sehr defensiv eingestellte Gäste. Ein gewisser Spannungsabfall war der Erfolgsmannschaft aus Hasbergen deutlich anzumerken. In der 14. Minute wurde sie vom TVM ausgekontert: Tobias Kreye traf zum 1:0 (14.). Der TuS fand lange kein Durchkommen gegen die dicht gestaffelte Munderloher Abwehr. Erst ein von Houssein Hazimeh verwandelter Foulelfmeter führte zum 1:1 (51.). Der Knoten war nun etwas gelockert. Sebastian Kowalskis Tor zum 2:1 in der 70. Minute brachte den 27. Sieg im 28. Saisonspiel des noch ungeschlagenen Meisters.

FC Hude II - SV Tungeln 2:2. „Die alte Fußballerweisheit bestätigt sich immer wieder: Machst Du vorne keine Buden, dann bekommst Du hinten einen rein“, kommentierte Hudes Interimstrainer Trainer Hendrik Nordbruch den „Lucky Punch“ von Tungelns Timo Fehn in der dritten Minute der Nachspielzeit zum 2:2. Nach ausgeglichener erster Halbzeit hatte es 1:1 gestanden. Dennis Grosspietsch (13.) war für den SVT erfolgreich gewesen, Lukas Bischke (25.) für Hude. Nach der Pause war der FCH klar überlegen. Das Tor zum 2:1 (54.) von Marvin Radzanowski war aber insgesamt zu wenig, denn der SVT suchte immer wieder durch Konter den Erfolg. Ein lang aus der Abwehr herausgeschlagener Ball auf den schnellen Timo Fehn sicherte den Gästen in der letzten Aktion den nicht einmal unverdienten Auswärtspunkt.

VfL Wildeshausen II - VfL Stenum II 2:3. Wildeshausens Trainer Dirk Lenkeit versuchte am Freitagabend gar nicht erst, seine Enttäuschung zu verbergen: „Es ist natürlich außerordentlich ärgerlich. Wir haben einfach nicht das gebracht, was erforderlich war. Wir haben aber nicht nur in diesem einen Spiel Punkte liegengelassen.“ Am Sonntag bestätigten sich dann die Befürchtungen. Der TV Falkenburg fuhr drei Punkte ein und der VfL II hat keine Chance mehr, in die Kreisliga aufzusteigen.

Stenums Trainer Uwe Hammes hatte seine Mannschaft gut auf den Gegner eingestellt: „Für mich war ganz klar, dass wir da nicht hinfahren, um uns Wettbewerbsverzerrung vorwerfen zu lassen. Das haben die Jungs gut umgesetzt, auch wenn sie es zum Schluss wieder einmal spannend gemacht haben. Ich weiß nicht, warum das bei uns so sein muss.“ Weil er nicht persönlich vor Ort sein konnte, coachte Hammes auf ganz unorthodoxe Weise nicht von der Seitenlinie aus, sondern hielt per „Whatsapp“-Verbindung Kontakt zu seinen Jungs – mit Erfolg. Die Wildeshauser begannen stark und besaßen in den ersten zwanzig Minuten gleich drei Chancen zur Führung, aber sie vergaben unkonzentriert. Die Gäste standen tief gestaffelt, gingen aggressiv in die Zweikämpfe und nutzten effektiv ihre Torchancen. Marten Kämena (31.), Lucas Weigelt (37.) und Tammo Oetken (60.) sorgten für die verdiente 3:0-Führung. Dann ließ die Konzentration aber nach. Robin Landgraf (65.) und Frederik Gralla (75.) brachten Wildeshausen auf 2:3 heran. Der Gastgeber machte anschließend richtig Druck – allerdings ohne Erfolg.


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