Fußball-Bezirksliga Stenum hat die Chancen, Tur Abdin macht die Tore

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Doppelpacker und Matchwinner für Tur Abdin: Can-Dennis Blümel. Foto: Rolf TobisDoppelpacker und Matchwinner für Tur Abdin: Can-Dennis Blümel. Foto: Rolf Tobis

Delmenhorst. Die Bezirksliga-Fußballer des SV Tur Abdin Delmenhorst haben ihr Heimspiel gegen den VfL Stenum mit 4:3 (3:1) gewonnen – weil sie ihre Chancen besser nutzten.

Die Gastgeber machten sich daran, die Werbebanner abzubauen, die Gäste waren schon in die Kabine geschlurft, da holte Thomas Baake seinen Zettel aus der Tasche, schaute kurz darauf und beschrieb seine Notizen mit nur einem Wort: „Unfassbar“, sagte der Trainer des VfL Stenum und schüttelte nur mit dem Kopf.

Was Baake damit meinte, war der Chancenwucher, den seine Mannschaft am Mittwochabend im Bezirksligaspiel beim SV Tur Abdin betrieben hatte. Rund ein Dutzend guter bis sehr Möglichkeiten hatte seine Elf auf dem Fuß oder Kopf, verwertete davon aber nur 25 Prozent – und verlor deshalb auch konsequenterweise das Auswärtsspiel in der Fußball-Bezirksliga in Delmenhorst mit 3:4 (1:3). Saisonpleite Nummer 13 war für Baake dann irgendwie auch ein Spiegelbild der Saison: „Wir haben die Gelegenheiten, nutzen sie aber nicht – und verlieren dann.“

Dass sein letztes Aufgebot – in dem in der Schlussphase auch Torwart Maik Panzram als Feldspieler ranmusste – , vier Gegentreffer kassiert hatte, war Thomas Baake natürlich auch nicht entgangen. Trotzdem hielt er fest: „Wir haben das Spiel vorne verloren – und nicht hinten.“

Sein Trainer-Kollege Daniel Yousef war indes „sehr glücklich“ über den späten Siegtreffer, den Can Blümel in der 88. Minute perfekt gemacht hatte. „Bei uns war am Ende einfach die Luft raus.“ Nach einem langen Sen-Ball agierte die komplette Stenumer Abwehr zu zögerlich. Doch Blümel, der kaum noch laufen konnte, setzte nach und wurde von VfL-Torwart Thorben Riechers so angeschossen, dass er den Ball nur noch ins leere Tore zu schieben brauchte.

Stenum fußballerisch besser, aber schwach im Abschluss

85 Zuschauer sahen kein hochklassiges, dafür ein kurzweiliges Spiel mit einigen schönen Treffern. Den Torreigen eröffnete Blümel mit einem herrlichen 25-Meter-Freistoß aus halbrechter Position ins rechte, obere Eck (5.). Wenig später glich Stenums Routinier Rouven Heidemann nach einer Flanke per Abpraller zum 1:1 aus (11.).

In der Folgezeit war Stenum die fußballerisch bessere Mannschaft, verpasste aber den zweiten Treffer; auch, weil die Schiedsrichter beim Tor von Ole Braun fälschlicherweise auf Abseits entschieden (23.).

Und Tur Abdin? Nutzte seine Möglichkeiten effektiv. Erst traf Mittelstürmer Andreas Lorer halb im Liegen, halb im Fallen aus 23 Metern zum 2:1 (40.), wenig später aus dem Gewühl heraus zum 3:1 (45.). „Wir haben verdient geführt“, fand Aushilfstrainer Yousef.

Stenum kam schwungvoll aus der Kabine, während die Gastgeber desorientiert wirkten. Ole Braun verkürzte nach einer Ecke erst auf 2:3 (55.), dann bereitete Stenums Stürmer herrlich per Hacke das 3:3 durch Maximilian Bradler vor (63.). „Stenum hatte da ein starke Phase. Wir hatten zu viele Lücken und haben schlecht verteidigt“, räumte Daniel Yousef ein.

Die Gäste hatten in Hälfte zwei ein spielerisches Übergewicht, außerdem die Lufthoheit bei Standards. Doch es blieb für Stenum die alte Leier: „Wir belohnen uns einfach nicht“, haderte Baake. Während Tur Abdin nach Blümels zweitem Treffer jubelte, hielt der VfL-Trainer enttäuscht fest: „Das Spiel war für uns wie eine Achterbahnfahrt.“ Die Stenum schließlich mit einem schlechten Gefühl verließ.


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