Volleyball-Oberliga VG Delmenhorst-Stenum freut sich auf das Neuland

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Kai Stöver, Trainer von Frauenmannschaft beim VG Delmenhorst-Stenum, beim Training in der Halle in Schierbrok. Foto: Mareike BaderKai Stöver, Trainer von Frauenmannschaft beim VG Delmenhorst-Stenum, beim Training in der Halle in Schierbrok. Foto: Mareike Bader

Schierbrok. Sechs Jahre nach der Gründung der VG Delmenhorst-Stenum hat die Frauenmannschaft den Aufstieg in die Oberliga geschafft. So hoch haben hier keine Volleyballerinnen zuvor gespielt.

Es ist nur etwas mehr als ein Jahr her, als die VG Delmenhorst-Stenum fast aus der Verbandsliga abgestiegen wäre. Die Volleyballerinnen schafften nach schwacher Saison erst in der Relegation den Klassenerhalt, „weil wir dieses Selbstvertrauen nicht hatten“, wie Trainer Kai Stöver zurückblickt. In der abgelaufenen Saison sah das ganz anders aus: Im März ist die Mannschaft direkt Meister geworden. „Mit dem Aufstieg hatten wir nicht gerechnet“, sagt Mannschaftsführerin Jennifer Schaar.

Dabei hatte Trainer Stöver zu Saisonbeginn jede Menge zu tun. Acht Spielerinnen wollten die Mannschaft verlassen. „Ich hatte vier feste Zusagen“, berichtet er. Zwei Frauen hatte er aus der zweiten Mannschaft geholt, dazu kam eine Jugendspielerin. Und schließlich hatten nach dem Sommer vier Spielerinnen doch noch Lust weiterzuspielen.

Die Mannschaft stand, musste sich aber neu finden. „Jede war auf ihrer Position neu“, sagt Stöver. Den Neuanfang hat er als Chance genutzt, aus den alten Fehlern zu lernen. „Das Alte musste aufbrechen – das hat zum Glück geklappt.“

Turnier in Vechelde stärkt den Zusammenhalt

Schon in der Relegation hatte Stöver eine Veränderung in der Mannschaft gespürt. Den Zusammenhalt stärkte dann das Turnier in Vechelde im August. Das hatte Stöver extra ausgesucht. Denn anders als bei Turnieren in Oldenburg und umzu gehörte hier eine Übernachtung in der Halle mit dazu. Stöver wusste aus eigener Erfahrung, dass es einem Team guttut „mal ein Wochenende aufeinander zu glucken. Genau das hat es tatsächlich gebracht.“ Mannschaftsführerin Schaar bestätigt dessen Eindruck: „Der Teamgeist war mit ein Grund“, sagt sie zum Aufstieg in die Oberliga.

So hoch hat in Delmenhorst noch nie eine Frauenmannschaft gespielt. „Wir haben das Beste erreicht, was wir je hatten“, freut sich Stöver. Vor sechs Jahren hatte sich die VG aus den Stammvereinen TV Jahn, DTV und VfL Stenum gebildet und war in der Landesliga gestartet. Die Oberliga sei damals schon ein Ziel gewesen, erzählt Stöver. „Wir haben gesagt: Wir wollen nach oben.“

Fünf Jahre warten auf den Aufstieg

Gleich in der ersten Saison klappte der Aufstieg in die Verbandsliga, bis zur Oberliga mussten die Spielerinnen fünf weitere Jahre warten. „Jetzt hat es ausnahmsweise irgendwie zufällig geklappt“, sagt Schaar. Die 35-Jährige ist die einzige Spielerin aus dem ursprünglichen Kader. Für die abgelaufene Saison war vor allem wichtig, in der Verbandsliga zu bleiben. „Dass es mehr geworden ist, ist super.“

Der mögliche Aufstieg zeichnete sich Ende vergangenen Jahres ab. Lediglich gegen den Oldenburger TB II hatten die Spielerinnen im November eine deutliche Niederlage einstecken müssen. „Da waren wir tatsächlich schlechter an dem Tag“, sagt Stöver. Doch anders als zuvor konnten die Spielerinnen mit Rückschlägen umgehen. „Jede ist nie wirklich unter Druck gekommen.“ Auch das war ein großer Gegensatz zur Beinahe-Abstiegssaion zuvor. „Da sind wir nie in diesen Lauf gekommen.“

In der Meistersaison dagegen zeigte das Team von Beginn an seine Nervenstärke. Bis auf zwei Spiele – beide in der ersten Saisonhälfte – gewann die VG Delmenhorst-Stenum alle Spiele. Aber nur drei davon ohne Satzverlust. „Wir sind nicht die Überflieger gewesen“, sagt Stöver. Warum seine Mannschaft immer wieder einen Satz liegen gelassen hat, kann er sich allerdings nicht erklären.

Oberligistinnen treten beim Pfingst-Turnier am Wochenende an

Bevor das Training für die erste Saison in der Oberliga beginnt, tritt die Mannschaft beim Pfingst-Turnier der VG Delmenhorst-Stenum am Wochenende an. Dann präsentiert sich neben der Herrenmannschaft auch erstmals die Damenmannschaft am Montag in den hohen Leistungsklassen. „Die Idee ist schon, dass wir da ein gutes Wort mitreden“, blickt Stöver auf das Turnier, zu dem sich 250 Mannschaften aus ganz Deutschland angemeldet haben.

Die kommende Saison gehen die Volleyballerinnen ähnlich entspannt an, wie die vorhergehende. Sie wollen viel lernen in der Oberliga, erklärt Spielerin Schaar: „Mal sehen, wie es dann aussieht.“


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