Fußball-Oberliga 5:0 in Göttingen – SV Atlas macht Klassenerhalt perfekt

Von Lars Pingel


Göttingen. Der Fußball-Oberligist SV Atlas Delmenhorst hat sein vorletztes Spiel der Saison 2017/2018 bei der SVG Göttingen mit 5:0 (2:0) gewonnen. Damit machten sie den Klassenerhalt perfekt.

Die in diesen Fällen einfach notwendige „Humba“ war auf der Tribüne mitten unter den Fans getanzt worden, das eine oder andere Kaltgetränk verspritzt. Für Jürgen Hahn, Trainer des Fußball-Oberligisten SV Atlas Delmenhorst, gab es am späten Sonntagmittag im Stadion der SVG Göttingen 07 anschließend endlich einen kleinen Moment der Entspannung. Mit einem 5:0 (2:0)-Erfolg hatte seine Mannschaft dort im vorletzten Spiel der Saison 2017/2018 den Verbleib in der fünfthöchsten Spielklasse perfekt gemacht. „Matchball genutzt“, sagte Hahn. „Das war ein verdienter Sieg, allerdings in einer kuriosen Partie. Wir haben vorne gut und effektiv gespielt.“ Lars Scholz (4., 18. und 84. Minute), Steven Müller-Rautenberg (68.) und der eingewechselte Marco Prießner (70.) hatten in der Tat dafür gesorgt, dass aus den meisten der Delmenhorster Chancen auch Tore geworden waren.

Happy End für nervenaufreibende Saison

„Das war eine interessante Saison“, meinte Hahn dann. „Wir haben eine ganz tolle Hinrunde gespielt, doch nach der Winterpause kam der Alltag. Wir haben Probleme bekommen, wir haben Spiele nicht gewonnen und die Stimmung in der Mannschaft wurde schlecht.“ Doch der SV Atlas befreite sich aus dem Tief, blieb zuletzt fünfmal ungeschlagen und holte neun Punkte.

„Wie wir die Kurve bekommen haben, war eine tolle Leistung“, lobte der Atlas-Trainer, der zugab, dass dies auch ihn und seine Mitstreiter um Co-Trainer Marco Büsing viele Kraft gekostet hatte. „Ich bin froh, wenn die Saison vorbei ist“, erzählte Hahn. Der Schlussspurt zum Verbleib in der Oberliga sei deutlich nervenaufreibender gewesen, als der in der Saison 2016/17 zum Sprung in die Oberliga. Der Nicht-Abstieg sei daher auch mindestens so hoch zu bewerten wie der Aufstieg.

Auf und davon: Patrick Degen entwischt einem Göttinger. Foto: Lars Pingel

Richtig entspannen wird Hahn vorerst noch nicht. „Wir müssen sehen, dass wir die Spannung bis Samstag hochhalten“, bestätigte er. Am 19. Mai, 15 Uhr, empfängt er mit seiner Mannschaft Arminia Hannover im Stadion an der Düsternortstraße. „Wir wollen mit einem guten Gefühl in die Sommerpause gehen“, erklärte Hahn.

Dominik Entelmann freut sich auf Saisonfinale

An die Partie gegen Hannover dachte auch Atlas-Stümer Dominik Entelmann nach dem Schlusspfiff in Göttingen. „Dort wollen wir einen schönen Saisonabschluss feiern. Wir können ohne Druck aufspielen“, sagte er. Darüber, dass das dank des 5:0 so ist, sie er „erleichtert ohne Ende“, denn der zweite Saisonteil war „sehr nervenaufreibend für uns“. Gerade die vielen Unentschieden vor dem befreienden 3:2 über den Spitzenreiter SC Spelle-Venhaus hätten aufs Gemüt gedrückt. „Wir haben halt nicht gewonnen“, erklärte Entelmann – und schaltete zurück auf die rund um ihn herum herrschende ausgelassen, positive Stimmung: „Andersherum haben vielen Unentschieden aber auch gezeigt, dass wir nur schwer zu besiegen sind.“

Lars Scholz köpft das 1:0 für Atlas

Vor 243 Zuschauern (darunter etwa 200 aus Delmenhorst) im kleineren Stadion auf der Sportanlage am Sandweg zeigten die Delmenhorster zunächst ihre im Spiel gegen Spelle wiederentdeckte Klasse beim Ausnutzen von Torchancen. Gleich die erste führte zum 1:0. Der stark spielende Scholz köpfte eine klasse Flanke des ebenfalls sehr guten Steven Müller-Rautenberg ins Netz (4.).

Göttingen bringt Atlas in Schwierigkeiten

Der Treffer war aber so etwas wie der Startschuss für die stärkste Phase der Gastgeber, deren Abstieg schon vor dem Spiel feststand. Mit langen Pässen aus dem defensiven Mittelfeld spielte Göttingen die sehr hoch stehende SVA-Verteidigung mehrfach aus. Die Göttinger verwerteten ihre Möglichkeiten allerdings nicht. Mit viel Glück (Pfostentreffer) und Geschick überstand Atlas diese Phase. „Wir hätten nach 15 Minuten auch mit 1:3 zurückliegen können“, gab Vorstandsmitglied Bastian Fuhrken zu.

Zweiter Atlas-Torschuss – zweites Atlas-Tor

Mit einem Konter kamen die Delmenhorster zu ihrem zweiten, wieder erfolgreichen Torschuss: Scholz traf nach einem Pass von Patrick Degen zum 2:0 (18.). Das nahm den Göttinger doch Wind aus den Segeln. Hinzu kam, dass die etwas tiefere Aufstellung, die Hahn seiner Mannschaft von der Seitenlinie aus verordnete, für mehr Sicherheit sorgte.

Steven Müller-Rautenberg schießt das 3:0

 

Atlas kontrollierte das Geschehen, ließ lange keine gefährlichen SVG-Angriffe mehr zu. Allerdings versprühten die Delmenhorster bis weit in die zweite Halbzeit hinein auch keine Torgefahr, weil den Konterversuchen die Konsequenz fehlte.

Spielplan und Tabelle der Fußball-Oberliga

Müller-Rautenberg war es, der Atlas auf der Siegerstraße in Richtung Klassenerhalt ganz viel Schwung gab. Er passte nach einem schon abgefangenen Angriff gut auf, fing clever einen Pass von SVG-Torwart Omar Younes ab und überwand diesen mit ein bisschen Glück (68.). Das Ziel erreichten die Delmenhorster nicht einmal 120 Sekunden später mit dem nächsten Konter über Degen. Er verlängerte im Mittelfeld einen hohen Pass per Kopf auf Prießner, der Younes keine Abwehrchance ließ (70.). Prießner bereitete dann noch das dritte Scholz-Tor vor (84.).

Zwei Göttinger Lattentreffer

Trotz alledem spielte die SVG plötzlich wieder entschlossener nach vorn, wollte das Resultat unbedingt verbessern. Chancen dazu gab es noch einige. Florian Evers (76.) und Yannik Freiberg (82.) trafen nur die Latte.

„Unser Sieg ist etwas zu hoch ausgefallen“, fand dann auch Hahn. Er freute sich sehr, dass sein Team den Matchball selbst verwandelt hatte und nicht dank der Hilfe von Ligarivalen. „Wir haben immer gesagt: Wir wollen es selber entscheiden“, erklärte er. „Wir haben die ganzen letzten Wochen nicht darüber geredet, welche Mannschaft wie gespielt hat. Das ist typisch für uns.“


SVG Göttingen 07 - Atlas Delmenhorst0:5

Göttingen: Younes - Grams (56. Diop), Duell (65. Al Debek), Evers, Linde, Grüneklee (56. de las Heras Vicuna), Ernst, Freyberg, Brandt, Kaul, Ismail.

Delmenhorst: Urbainski - Radke, Hartmann, Siech (46. Kmiec), Witte - Köster, Degen, Mutlu (72. Hein) - Müller-Rautenberg, Entelmann (62. Prießner), Scholz.

Tore: 0:1 Scholz (5.), 0:2 Scholz (19.), 0:3 Müller-Rautenberg (68.), 0:4 Prießner (70.), 0:5 Scholz (84.).

Zuschauer: 243 (davon 200 aus Delmenhorst).

Schiedsrichter: Patrick Mewes (Hannover).

Gelbe Karten: Freyberg (3.) – Köster (14.).