Handball-Verbandsliga Männer HSG Delmenhorst beendet Saison 2017/2018 mit dem 24. Sieg

Von Lars Pingel


Delmenhorst. Die Verbandsliga-Handballer der HSG Delmenhorst haben die Saison 2017/2018 mit einem 42:30 (19:15)-Heimsieg über die SG Neuenhaus/Uelsen beendet. Der Meister und Oberliga-Aufsteiger hat damit 24 seiner 26 Partien gewonnen.

Ein Fazit nach 1560 Spielminuten kann auch in einem Wort völlig treffend sein. „Optimal“, nannte Jürgen Janßen, 1. Vorsitzender  der HSG Delmenhorst, das, was die Verbandsliga-Handballer seines Vereins in der Saison 2017/2018 geleistet haben. Übertrieben hat er damit am Samstagabend nicht. Mit dem 42:30 (19:15) über die SG Neuenhaus/Uelsen fuhren sie in der Stadionhalle vor 250 Zuschauern, den 24. von 26 möglichen Siegen ein, den 22. in Serie. Das 28:31 beim VfL Fredenbeck am zweiten Spieltag war also die einzige Niederlage geblieben; mit dem 27:27 beim Wilhelmshavener HV II ging zwei Partien später der letzte Punkt verloren. Nur eine Spielzeit nach dem Abstieg ist die HSG ziemlich eindrucksvoll in die Oberliga zurückgekehrt.

Aufstieg steht seit 7. April fest

Die Bilanz von HSG-Trainer Jörg Rademacher fiel etwas ausführlicher aus. So ganz fassen konnte er die Zahlen noch nicht. „Wir haben so viele super Sachen gemacht, darüber muss ich erst einmal ein paar Tage schlafen“, sagte er. „Sicher ist: Wir können stolz sein.“ Dass das Team des 50-Jährigen Meister werden und in die Oberliga aufsteigen würde, zeichnete sich schon Ende Februar, Anfang März ab.  Am 7. April war der Rückkehr in die vierthöchste Spielklasse nach einem 37:19-Heimsieg über die HSG Grüppenbühren/Bookholzberg schließlich rechnerisch perfekt, sechs Tage später mit dem 40:19 beim TvdH Oldenburg auch die Meisterschaft.

„Wir haben gesagt, dass wir bis zum Ende durchziehen, das haben wir gemacht“, lobte Rademacher den nie versiegenden Siegeswillen seiner Spieler: „Auch als schon feststand, dass die Ziele erreicht sind, haben wir nicht locker gelassen. Das zeichnet die Mannschaft aus.“ Die stellt den besten Angriff und die beste Abwehr. Die Tordifferenz von +241 (841:610) spricht Bände. 

Neuenhaus/Uelsen geht in Führung

Durchziehen musste die HSG in ihrem letzten Spiel aber schon noch, denn die SG Neuenhaus/Uelsen war nicht nach Delmenhorst gekommen, um an einer Aufstiegsfeier teilzunehmen. Es wollte sich den einen Punkt erkämpfen, der noch fehlte, um im Kampf gegen den Abstieg nicht auf Schützenhilfe angewiesen zu sein. Dementsprechend engagiert stürzten sich die SG-Spieler in ihre Abwehr- und Angriffsarbeit. Da sie zunächst auf in der Offensive und der Defensive unkonzentriert agierende Delmenhorster trafen, durften die Gäste knapp 20 Minuten lang hoffen, dass sie diesen Zähler tatsächlich gewinnen könnten. Über 4:2 (6.) und 9:7 (14.) kamen sie zu einer 10:9 Führung (18.).

HSG kommt zunächst im Angriff in Schwung

„Schlafwagen-Handball“ habe sein Team in dieser Zeit gespielt, fand HSG-Trainer Rademacher. Seine Spieler wurden allerdings langsam, aber sicher immer wacher. Zuerst im Angriff. Die HSG erhöhte das Tempo, bekam Struktur in ihre Positionsangriffe. Dann fand die offensiv interpretierte 5:1-Abwehrformation etwas Zugriff. Die Delmenhorster bekamen das Geschehen in den Griff. Andre Haake traf zum 14:11. Die HSG lag zum ersten Mal mit drei Toren vorn (22.).

Verabschiedet: (von links) Jonte Windels, Andre Haake und Alexander Schöps. Foto: Rolf Tobis

Haake, der in der Saison 2018/19 für den Mit-Aufstieger TSG Hatten-Sandkrug spielen wird, war wie Alexander Schöps (Auslandsaufenthalt) und Jonte Windels (HSG Delmenhorst II) vor der Partie verabschiedet worden – unter dem großen Applaus der Zuschauer.

Delmenhorst nach der Pause klar überlegen

Die HSG-Mannschaft, für die alle Feldspieler mindestens einen Treffer erzielten, präsentierte sich nach der Pause (19:15) im Angriff als Hochgeschwindigkeitszug. Dem hatte die SG nicht mehr viel entgegenzusetzen. Delmenhorst stellte schon mit dem 25:18 durch Jonte Windels (36.) klar, dass der Gast nichts Zählbares mitnehmen wird. „Wenn wir die Kombinationen mit Tempo spielen, sieht das doch richtig nach Handball aus“, sagte Rademacher lächelnd.

Dass seine Mannschaft nicht noch höher gewann, lag am trotzdem nicht erlahmendem Kampfgeist der SG-Spieler (die übrigens Schützenhilfe bekamen und deshalb nicht zu den fünf Absteigern gehörten), an überhasteten Abschlüssen von HSG-Aktiven in den Schlussminuten und einer auch in der zweiten Halbzeit, in der 6:0-Formation, nicht immer konsequenten Delmenhorster Abwehr. Nur bei der Niederlage in Fredenbeck war sie häufiger bezwungen worden.

HSG sucht weitere Zugänge

Kritisieren mochte Rademacher das am Samstag nicht mehr. Seine Spieler bekamen bis Mitte Juni „mannschaftstrainigsfrei“; sie haben aber Vorgaben für Individualtraining erhalten. „Sie sollen sich erholen“, sagte der HSG-Trainer. Und er? „Ich habe noch nicht frei. Es gibt noch Baustellen, ich muss noch einiges regeln.“ Da wären, unter anderem, die Planung der Vorbereitung inklusive Testspielen und die Suche nach weiteren Zugängen neben Rückkehrer Lasse Till (von der SG Bremen/Hastedt).

Die optimale Saison hat der HSG einen Platz in einer Oberliga eingebracht, die 2018/2019 durch gleich drei Drittliga-Absteiger - VfL Fredenbeck, ATSV Habenhausen und OHV Aurich - zwar hoch attraktiv, aber auch zu einer sportlich noch größeren Herausforderung als sowieso schon geworden ist. Doch Bangemachen gilt nach einem Aufstieg mit 49:3 Punkten natürlich nicht. „Ich freue mich sehr darauf“, bestätigte Rademacher: „Und die Jungs brennen auch schon.“


Statistik:

HSG Delmenhorst: Lettmann, Schröder; Sudau 1, Timmermann 2, Coors 9, Oetken 5, Schanthöfer 1, Haake 7/4, Janßen 1, Goyert 2, Kohrt 1, Schoeps 5, Freese 5, Windels 3.

Schiedsrichter: Becker, Schumacher (TS Hoykenkamp, Elsflether TB).

Zeitstrafen: HSG 1 - SG 3.

Siebenmeter: HSG 5/4 - SG 6/5.

Zuschauer: 250.

Spielfilm: 1:3 (6.), 5:7 (12.), 9:10 (18.), 14:11 (22.), 19:15 - 25:18 (36.), 31:23 (45.), 39:25 (55.), 42:30.