Hitziges Bezirksliga-Duell VfL Stenum gewinnt mit Lucky Punch gegen den SV Baris

Von Daniel Niebuhr

Eine von diversen Szenen im Strafraum: Baris-Torwart Orhan Karakaya (3. von rechts) klärt gegen Stenums Marten Michael (2. von rechts). Foto: Rolf TobisEine von diversen Szenen im Strafraum: Baris-Torwart Orhan Karakaya (3. von rechts) klärt gegen Stenums Marten Michael (2. von rechts). Foto: Rolf Tobis

Stenum. Der VfL Stenum ringt den SV Baris Delmenhorst in einem unschönen Spiel durch einen Last-Minute-Elfmeter nieder. Der VfL überholt den Nachbarn und setzt sich in der Fußball-Bezirksliga von den Abstiegsrängen ab. Baris hadert nach zwei Platzverweisen heftig mit dem Schiedsrichter.

Zumindest Önder Caki war gekommen, wenn auch hauptsächlich, um seinen Unmut kundzutun. Nach dem bitteren 2:3 (1:1) im Bezirksligaduell beim Nachbarn VfL Stenum hatten sich seine Fußballer am Sonntag direkt auf den Weg in die Kabine gemacht und den obligatorischen Sportgruß geschwänzt, der Trainer des SV Baris stand aber noch im Mittelkreis und hatte etwas Redebedarf. Um es vorsichtig auszudrücken. „Wir müssen uns Woche für Woche mit ungleichen Pfiffen rumschlagen. Es wird immer schwerer, die Jungs wieder aufzubauen“, schimpfte er. Und entschwand nach dem sportlichen Glückwunsch an seinen Trainerkollegen Thomas Baake. Und der stellte ebenso fair fest: „Önder ist ein feiner Mensch, ich kann seinen Frust verstehen. Aber seine Mannschaft hat sich letztlich selbst geschadet. Wir haben die Ruhe bewahrt und deshalb verdient gewonnen.“

Jeder Pfiff wird kommentiert

Wobei Ruhe in diesem hitzigen und phasenweise schlicht unschönen Spiel relativ war. Fast von Beginn an langten beide Mannschaften ordentlich hin, kaum ein Pfiff von Schiedsrichter Pascal Gebken blieb unkommentiert. Beide wollten den vorentscheidenden Schritt zum Klassenerhalt machen, und Stenum wirkte in der ersten Hälfte deutlich wacher. Torben Würdemann verwandelte schon in der zweiten Minute einen Volleyschuss zur VfL-Führung, und Stenum hätte danach mehrfach nachlegen müssen. Lennart Höpker (35.) und Bezirksliga-Debütant Timm Strodthoff (36.) trafen innerhalb von 60 Sekunden jeweils den Pfosten – und die Strafe folgte unmittelbar vor dem Pausenpfiff. Baris-Stürmer Devin Isik steckte perfekt auf Justin Lentz durch, der zum Ausgleich traf. So weit, so gesittet.

Rot und Gelb-Rot gegen Baris

Nach dem Wechsel aber ging es nicht nur in den Strafräumen drunter und drüber. Höpker jagte in der 49. Minute eine Flanke von Waldemar Kelm zum 2:1 in den Winkel, im Gegenzug düpierte Dennis Kuhn vier Stenumer Verteidiger und scheiterte nur an Torwart Maik Panzram. Fünf Minuten später gab es dann eine Rangelei von Höpker mit dem am Boden liegenden Alexander Pelman, der nachtrat – Referee Gebken hatte Lentz als Übeltäter ausgemacht und schickte ihn mit Rot vom Platz.

Doch das Spiel wurde immer unruhiger. Baris kämpfte in Unterzahl hart um den Ausgleich, und Stenum wirkte überfordert. Der VfL spielte seine Konter schlampig und wurde vom wuchtigen Baris-Sturm um Kuhn immer öfter in Verlegenheit gebracht.18 Minuten vor Schluss stand es dann tatsächlich 2:2, als Baris-Kapitän Cumali Tuner nach einer Flanke von Sinan Uygun gegen ungleich größere Stenumer Abwehrspieler zum Kopfball kam. „Respekt an die Jungs, wie sie zurückgekommen sind“, sagte Caki. Baake dagegen haderte damit, „wie schlecht wir da verteidigen“.

Handelfmeter entscheidet das Spiel

Danach standen beide Mannschaften vor weiteren Toren – und in heftigen Zweikämpfen vor weiteren Platzverweisen. Beides gab es in der Schlussphase noch: Uygun kassierte in der 88. Minute nach einem harten Foul am eigenen Strafraum die Gelb-Rote Karte, der anschließende Freistoß sprang Kuhn in der Mauer an die Hand – und Gebken gab einen vertretbaren Elfmeter. Maximilian Klatte behielt die Nerven und schob zum Stenumer 3:2 ein. In der Nachspielzeit und nach dem Schlusspfiff umringten die Delmenhorster den Unparteiischen, Baake stellte aber nicht zu Unrecht fest: „Baris hat sich zum Schluss zu wenig mit Fußball beschäftigt.“ Seine Stenumer haben den Nachbarn damit in der Tabelle überholt, die Delmenhorster sind nun 13., werden bei 14 Punkten Vorsprung auf die Abstiegsränge nach menschlichem Ermessen aber ebenfalls Bezirksligist bleiben.