Handball-Oberliga Männer TV Neerstedt verliert gegen HSG Schwanewede/Neuenkirchen

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Musste eine Heimniederlage hinnehmen: der Handball-Oberligist TV Neerstedt. Die Mannschaft mit Paul Schröder (rechts) unterlag der HSG Schwanewede/Neuenkirchen um Rene Steffens mit 23:26. Foto: Rolf TobisMusste eine Heimniederlage hinnehmen: der Handball-Oberligist TV Neerstedt. Die Mannschaft mit Paul Schröder (rechts) unterlag der HSG Schwanewede/Neuenkirchen um Rene Steffens mit 23:26. Foto: Rolf Tobis

Neerstedt. Die Handballer des TV Neerstedt haben die Chance verpasst, sich im Kampf um den Verbleib in der Oberliga Nordsee eine glänzende Ausgangsposition zu verschaffen. Im Gegenteil, nach einer 23:26-Heimniederlage gegen die HSG Schwanewede sind sie auf einen Abstiegsplatz abgerutscht.

Genau das hatten sich die Oberliga-Handballer des TV Neerstedt eigentlich ersparen wollen. Nach einer 23:26 (9:11)-Heimniederlage gegen die HSG Schwanewede/Neuenkirchen ist ihr letztes Saisonspiel 2017/2018 an diesem Samstag, 5. Mai, 19.30 Uhr, bei der SG Bremen/Hastedt für sie zu einem „Endspiel“ um den Verbleib in der Klasse geworden – mit der zusätzlichen Bürde, dass sie ihr Los nicht völlig selbst bestimmen können. „Wir werden dort noch einmal alles raushauen“, versprach TVN-Trainer Björn Wolken, der mit seiner Mannschaft auf den Abstiegsplatz zwölf abrutschte, mit Blick auf die Partie in Hastedt und nahm seinen Spielern ein wenig Druck: „Ich bleibe dabei: Wir haben eine gute Saison gespielt. 20 Punkte hatte uns vorher niemand zugetraut.“

Neerstedter gehen nie in Führung

Die Neerstedter hatten am Samstagabend in ihrer Halle Am Sportplatz mit riesengroßem Einsatz darum gekämpft, sich gegen die ebenfalls in Abstiegsgefahr schwebende HSG die beste Ausgangsposition in einem vom Sturz in die Verbandsliga bedrohten Quartett zu verschaffen. In den spannenden, intensiven 60 Spielminuten, die auch auf der vollen Tribüne für viele Emotionen sorgten, lag der TVN allerdings kein einziges Mal in Führung – und nur beim 11:11 durch Paul Schröder (32.) stand ein Remis auf der Anzeigetafel. „Wir sind im Angriff nicht in die Tiefe gegangen“, erklärte Wolken den Hauptgrund für die Niederlage.

Abwehrchef Fabian Rojahn ebnet Schwanewede den Weg zum Sieg

Die Probleme der Neerstedter, aus dem Positionsangriff Tore zu erzielen, waren allerdings auch der sehr engagierten und ebenso geschickten Abwehrarbeit der HSG geschuldet. Die organisierte der beste Spieler auf dem Feld. Fabian Rojahn, der nur in der Defensive eingesetzt wurde, dirigierte seine Nebenleute glänzend, schob sie zur Not auch in mögliche Lücken und damit den Neerstedtern in den Weg. Hinzu kam, dass er einige Würfe abblockte und dass er mit einem großen Laufpensum immer wieder dort auftauchte, wo sich sonst eine Wurfchance für den TVN ergeben hätte. Rojahn riss seine Mitspieler mit, sodass die HSG-Defensive ihre Vorgabe erfüllte und das Spiel entschied. „Die Abwehr und unser Torwart haben sich gegenseitig hochgepusht“, lobte Andreas Szwalkiewicz, Trainer von Schwanewede/Neuenkirchen, das Bollwerk mit Rene Steffens zwischen den Pfosten. „Wir haben gesagt, dass wir Neerstedt so um die 20 Tore halten müssen, wenn wir gewinnen wollen“, erzählte Szwalkiewicz. Dafür sei es auch notwendig gewesen, das Konterspiel des TVN zu unterbinden. Das gelang. „Unser Rückzugsverhalten war super“, schwärmte er.

Marcel Kasper hält TV Neerstedt im Spiel

Das, was den HSG-Coach freute, nervte Wolken. „Wir hatten uns vorgenommen, mit Tempo nach vorne zu spielen, haben das aber so gut wie nie umgesetzt“, monierte der TVN-Trainer. Sein Team lag von Beginn an zurück. Der in der ersten Halbzeit ganz starke Marcel Kasper, mit sieben Toren erfolgreichster Neerstedter, hielt es aus dem linken Rückraum heraus zunächst im Rennen. Sechs der acht Tore zum 8:9 (19.) warf er. Dass die Neerstedter mit einem Rückstand in die Kabine gingen, lag, neben den Schwierigkeiten, die gute Gästeabwehr auszuspielen, an der im Vergleich mit der HSG etwas schlechteren Verwertung der Chancen, die sich dann doch ergaben.

Direkt nach der Pause (9:11) trafen Mario Reiser (31.) und Schröder zum 11:11. Doch die HSG-Abwehr erwies sich als Stimmungskiller: Sie stoppte drei TVN-Angriffe und ermöglichte aus den Ballgewinnen einen 3:0-Lauf zum 14:11.

TVN kassiert entscheidenden Gegentreffer in Unterzahl

Die Neerstedter gaben nie auf, versuchten alles, um die Partie zu drehen. Und sie kamen sogar in Reichweite zumindest eines Punkts. Jan Ole Harting erzielte aus dem rechten Rückraum das 21:22 (56.), Marcel Kasper wenig später das 22:23 (57.). Dann fing sich Malte Kasper allerdings eine Zeitstrafe ein. Lukas Feller verwandelte den Siebenmeter zum 24:22 für Schwanewede/Neuenkirchen. In Überzahl sicherte Steffens der HSG den nächsten Ballgewinn, die diesen nach einer Auszeit 61 Sekunden vor Schluss durch den am Kreis eingelaufenen Rechtsaußen Tim Paltinat mit dem entscheidenden Tor veredelte.

„Kämpferisch war alles völlig okay“, sagte Wolken. „Im Angriff fehlte einfach der Mut. Letztlich haben allerdings Kleinigkeiten den Unterschied ausgemacht.“

Vierkampf um Oberliga-Verbleib wird von der 3. Liga beeinflusst

Am finalen Spieltag dieser Saison geht es für die Neerstedter (20:30 Punkte/-48 Tore) am kommenden Samstag in einem Fernduell mit Schwanewede (21:29/-20, gegen den TV Bissendorf-Holte), dem TSV Bremervörde (21:29/-34, beim TV Cloppenburg) und dem SV Beckdorf (20:30/+1, beim TuS Rotenburg) um den Verbleib in der Oberliga. Zu allem Überfluss spielt in der Frage, wer aus dieser absteigen muss, auch der Drittligist OHV Aurich eine wichtige Rolle. Er fiel am 28. April durch ein 20:21 beim TuS Volmetal auf einen Abstiegsrang und muss nun am 5. Mai in eigener Halle gegen die SG Menden gewinnen und hoffen, dass die HSG Lemgo II zeitgleich verliert. Sonst sind die Ostfriesen in der Saison 2018/19 ein Oberligist – und würden in die Nordsee-Staffel eingegliedert. Im dortigen „Vierer-Abstiegskampf“ um den TVN würde es dann zwei Verlierer geben.


TV Neerstedt: Pecht, Legler, Timm; Marcel Kasper 7, Reuter 1, Malte Kasper 1, Schröder 3, Reiser 4/1, Lüdeke 1, Hollmann, Petersen, Harting 5, Achilles, Kunz 1.

HSG Schwanewede/Neuenkirchen: Steffens, Krüger; Ahrens 4, Paltinat 3, Alibrahim 2, Helfers 2, Huckschlag, Rojahn, Latacz, Rudolph, Blum 8, Feller 7/4, Pilger.

Schiedsrichter: Schwarze, von der Linde (SG Friedrichsfehn/Petersfehn).

Zeitstrafen: TVN 4 – HSG 2.

Siebenmeter: TVN 1/1 – HSG 4/4.

Spielfilm: 1:3 (6.), 6:7 (15.), 8:11 (28.) 9:11 – 11:11 (32.), 11:14 (38.), 15:16 (46.), 16:20 (49.), 21:22 (56.), 23:26.

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