100. Mitglied der Boxabteilung JC Bushido Delmenhorst und der Fluch der guten Tat

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Der 100. Boxer im JC Bushido: Dexter Nimoh (Mitte) erhielt vom stellvertretenden Vorsitzenden Michael Mackenthun (links) und Trainer Leonid Yankilevich einen Geschenkgutschein. Foto: Heiko FritschDer 100. Boxer im JC Bushido: Dexter Nimoh (Mitte) erhielt vom stellvertretenden Vorsitzenden Michael Mackenthun (links) und Trainer Leonid Yankilevich einen Geschenkgutschein. Foto: Heiko Fritsch

Delmenhorst. Die starke Box-Abteilung des JC Bushido feiert ihr 100. Mitglied – trotz widrigster Bedingungen. Die Delmenhorster trainieren in einer schwer renovierungsbedürftigen Minihalle – und müssen deshalb jetzt einen Aufnahmestopp verhängen. Trotzdem ist Bushido eine der besten Adressen in Niedersachsen.

Als Boxer ist eine gewisse Widerstandsfähigkeit ohne Zweifel von Vorteil, von daher könnte man die Bedingungen beim JC Bushido vielleicht als abhärtende Maßnahme bezeichnen. Der Delmenhorster Club ist in einer maroden Minihalle zuhause, die nur eine Umkleide hat und bei der an kalten Tagen das Schwitzwasser von den Wänden läuft. Dennoch ist Bushidos Erfolgsweg ungebremst: In der vergangenen Woche begrüßte Erfolgstrainer Leonid Yankilevich, der diverse Deutsche Meister hervorgebracht hat, mit Dexter Nimoh das 100. Mitglied, das vom stellvertretenden Vorsitzenden Michael Mackenthun direkt einen Geschenkgutschein überreicht bekam. „Dexter ist noch in der Aufbauphase. Der erste Testwettkampf ist aber bereits in Planung“, erklärt Vereinschef Heiko Fritsch: „Der Trainer prophezeit ihm eine große Zukunft, wenn er weiter fleißig trainiert.“

Schimmel und Schwitzwasser an den Wänden

Dexter Nimoh wird aber vorerst das letzte neue Mitglied sein – denn der Judoclub muss gezwungenermaßen ein Aufnehmestopp verhängen. Die Bedingungen in der Gymnastikhalle am Max-Planck-Gymnasium sind mittlerweile kaum mehr tragbar, sagt Fritsch: „Die Räumlichkeiten sind zu klein und die Infrastruktur ist nicht akzeptabel.“ Es ist der Fluch der guten Tat: Durch die gute Arbeit kommen immer mehr Sportler, der Raum wird dadurch aber nicht größer. Die Mängelliste in der Halle ist erschreckend, wie Fritsch erklärt. „Die Ventilatoren laufen nicht mehr, es kommt zu Schimmelbildung und es fehlt an Frischluft. Da auch Boxerinnen trainieren und es nur eine Umkleide gibt, muss improvisiert werden. Sollte die Stadionhalle wegen der Renovierung geschlossen werden, wird auch noch das Krafttraining gestrichen.“

Kämpfer im Landes- und Nationalkader

Einen schnellen Ausweg wird es aber nicht geben. „Von der Stadt ist keine Unterstützung zu erwarten“, klagt Fritsch. Sein Traum wäre eine eigene Sportstätte, doch die würde nach seiner Rechnung 1,5 bis 2 Millionen Euro kosten. Vorerst würde es ihm wohl genügen, mal wieder den Trainingsring zu benutzen: „Dafür ist es aber zu voll.“

Rein sportlich ist Bushido weiter auf einem verblüffenden Weg. Aktuell stellt der Club drei Kämpfer im Landes- und einen im Nationalkader. Ein Trio ist auf ein Sportinternat in Hannover gewechselt, darunter auch der Deutsche Meister Jan Klein. „Das ist für uns eine Wertschätzung“, sagt Fritsch. Bushido sucht gerade einen weiteren Trainer.


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