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Fußball-Oberliga SV Atlas Delmenhorst will das Glück erzwingen

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Im Vorwärtsgang: Angreifer Dominik Entelmann (links) ist auch mit 35 Jahren noch ein belebendes Element in der Atlas-Offensive. Foto: Rolf TobisIm Vorwärtsgang: Angreifer Dominik Entelmann (links) ist auch mit 35 Jahren noch ein belebendes Element in der Atlas-Offensive. Foto: Rolf Tobis

Delmenhorst. Der SV Atlas Delmenhorst kommt spielerisch langsam in Fahrt und will sich gegen Heeslingen endlich belohnen. Die Delmenhorster wollen sich am Mittwochabend wieder von der Abstiegszone in der Fußball-Oberliga absetzen. Die jüngsten Leistungen machen Mut.

Der SV Atlas ist manchmal ein Club der Widersprüche, das ist wohl für niemanden eine wirklich neue Erkenntnis. Dass sich die Delmenhorster auf ihrer jüngsten Jahreshauptversammlung (aus nachvollziehbaren Gründen) rechtlich von ihrem 2002 insolvent gegangenen Vorgängerverein gelöst haben, gleichzeitig aber auf dessen Tradition bauen, ist nur ein Beispiel dafür, dass der SVA ein ganz spezieller Verein ist. Und speziell ist auch die Saison in der Fußball-Oberliga: Atlas ist als Tabellenzehnter immer noch der beste Aufsteiger, hat mit Abstand das beste Torverhältnis aller Clubs in der unteren Hälfte, befindet sich aber in der schwersten Phase seit der Wiedergründung 2012. Nach nur einem Sieg in neun Spielen in diesem Jahr, liegt der Abstand auf die Abstiegszone nur noch bei zwei Punkten.

Prießner verletzt, Scholz verhindert

Jürgen Hahn betreibt dann auch ein wenig umgekehrte Psychologie. Der Trainer gibt sich auch vor dem Spiel am Mittwochabend (19 Uhr) gegen den Heeslinger SC auffällig gelassen und spricht seiner Mannschaft ausdrücklich das Vertrauen aus. „Die Jungs haben zuletzt gut gespielt. Wenn wir das immer anbieten, werden wir unsere Punkte holen“, sagt er.

Und hat damit vermutlich recht. Trotz der Niederlagen bei Lupo Martini Wolfsburg (1:3) und gegen den BV Cloppenburg (1:2) zeigt die Formkurve eindeutig nach oben, die Delmenhorster präsentierten sich mutig und spielfreudig – der Abstiegskampf inspiriert offensichtlich. „Wir machen gerade den einen Fehler zu viel. Wir müssen das Spielglück jetzt erzwingen“, sagt Hahn. Das fehlte in dieser Saison besonders in den engen Spielen: Viermal hat Atlas schon mit einem Tor verloren, aber noch nie mit einem Tor gewonnen. Hahn verspricht für das Heeslingen-Spiel jedenfalls: „Wir werden einen guten Plan haben.“ So wie im emotionalen Hinspiel, das Atlas im September mit 2:0 gewann.

Stimmung „positiv angespannt“

Zumindest in der Vorbereitung ist das Glück aber noch nicht zurückgekehrt. Schlüsselfigur Musa Karli hat 2018 noch kein Spiel bestritten, Stürmer Marco Prießner verletzte sich zuletzt am Oberschenkel, Ersatzmann Lars Scholz fehlt gegen Heeslingen aber berufsbedingt. Der Gegner ist außerdem prächtig in Fahrt und seit fünf Partien unbesiegt. „Aber ich will nicht jammern“, sagt Hahn und nennt die Stimmung bei der Teambesprechung am Montag „positiv angespannt“. Denn: „Wir stehen über dem Strich und haben alles in eigener Hand, das ist ein gutes Gefühl.“

Dennoch ist die Situation im Abstiegskampf für die Zukunftsplanungen nicht leicht. Nach dem angekündigten Abgang einiger Leistungsträger befindet sich der Club in Personalgesprächen, kann aber noch keine Liga für die nächste Saison nennen. Hahn sieht auch dieses Problem zumindest öffentlich entspannt: „Es zählt ja auch das Umfeld – und das stimmt bei Atlas.“ Bei allen bekannten Widersprüchen, versteht sich.


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