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Handball-Landesliga Frauen TV Neerstedt verteidigt mit Derbysieg Tabellenführung

Von Simone Gallmann und Heinz Quahs


Bookholzberg. Die Landesliga-Handballerinnen des TV Neerstedt haben ein spannendes Derby bei der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg mit 24:23 (10:12) gewonnen. Sie verteidigten damit ihren Zwei-Punkte-Vorsprung an der Spitze der Tabelle der Weser-Ems-Staffel.

Vor dem „Tatort“ erlebten am Sonntagabend zahlreiche Fans in der Halle am Ammerweg einen spannenden und dramatischen Handball-Krimi. Die Gäste hatten am Ende das nötige Quäntchen Glück und kamen zu einem 24:23 (12:10)-Erfolg, mit dem sie ihren Spitzenplatz und den Zwei-Punkte-Vorsprung auf Verfolger GW Mühlen verteidigten. Nadja Albes warf 14 Sekunden vor Schluss per Siebenmeter den Siegtreffer.

Grüppenbühren/Bookholzberg spielt stark

Die Gastgeberinnen hingegen haben mit Auf- und Abstieg nichts zu tun, deshalb konnten sie völlig befreit aufspielen. Die Spielerinnen von HSG-Trainer Harald Logemann waren von Beginn an bis in die Haarspitzen motiviert; sie wollten alles versuchen, um dem Spitzenreiter ein Bein zu stellen. Sie steckten den 1:2- und den 2:3-Rückstand in der Anfangsphase locker weg und bekamen das Geschehen zunächst in den Griff. Die HSG zog bis zur 15. Minute auf 8:4 davon. Auch eine Auszeit des TVN brachte nicht den gewünschten Erfolg. Die Gastgeberinnen spielten wie aus einem Guss. Einzig die Paraden von TVN-Torhüterin Sina Huntemann (später kam Rieke von Seggern, die ebenfalls stark hielt) verhinderten, dass der Vorsprung von Grüppenbühren/Bookholzberg nach 26 Minuten höher war als 12:7. In der Schlussphase der ersten Hälfte lief es bei Neerstedt etwas besser und der Rückstand wurde auf zwei Tore (10:12) verkürzt.

Offener Schlagabtausch in der zweiten Halbzeit

Nach dem Seitenwechsel wurde die von den Mannschaften mit viel Herzblut, aber fair geführte Partie endgültig mit- und nervenzerreißend. Die Schiedsrichter trafen einige strittige Entscheidungen, das sorgte für Hektik. Die Hinausstellungen häuften sich. Bereits in der 34. Minute erzielte der TVN das 13:13, in der 39. Minute gelang ihm die 16:15-Führung. Bis zur 53. Minute legte Neerstedt dann immer einen Treffer vor. Die HSG ließ sich aber nicht abschütteln. Angeführt von der starken Rückraumspielerin Wiebke Möller und ihrer bravourös haltenden Torfrau Sarah Grützmacher holte sie sich dann sogar die Führung zurück (21:20, 54.). Die Schlussphase war sehr hitzig, denn die Gastgeberinnen mussten in den letzten fünf Minuten noch sechs Zeitstrafen (zwei in den Schlusssekunden) einstecken. Trotz des Unterzahlspiels hielt die HSG weiter dagegen, Möller traf zum 22:21 (56.). Albes und die starke Nadine Menkens brachten den TVN wieder nach vorn (58.), Katja Hammler glich 42 Sekunden vor dem Schlusspfiff aus (23:23). Doch 14 Sekunden vor dem Ende machte Albes mit einem Strafwurf den Neerestedter Sieg perfekt.

TVN-Trainer Maik Haverkamp atmet tief durch

„In einem gleichwertigen Spiel hätten wir es verdient gehabt, zu gewinnen. Doch in der entscheidenden Phase haben wir drei schnelle Gegenstöße nicht zu Toren nutzen können und so am Ende etwas den Faden verloren“, erklärte der enttäuschte HSG-Trainer Logemann. TVN-Coach Maik Haverkamp atmete erst einmal ganz tief durch: „Es war nicht einfach, sich an der Linie der Unparteiischen zu orientieren, am Ende war es für uns ein glücklicher Sieg“, sagte er: „Obwohl wir im Spielaufbau und auch im Abschluss zu viele Fehler gemacht haben, hat die Mannschaft immer an sich geglaubt. In den entscheidenden Situationen haben wir die Ruhe bewahrt und konnten so die wichtigen Tore erzielen.“


Statistik:

HSG Grüppenbühren/Bookholzberg: Grützmacher, Müller, Oekermann 2, Krause, Hammler 4/1, Frauke Hische, Bodzian 1, Franziska Hische, Steinmann 3, Gode 1, Sanders 3, Bazso, Folkerts 1, Möller 8/2.

TV Neerstedt: von Seggern, Marks, Sina Huntemann, Mathieu, Albes 6/2, Hanuschek 2, Garms, Blacha 1, Laura Huntemann, Kurok 4/4, Stuffel 3, Menkens 7/1, Haake 1, Schmidt.

Siebenmeter: HSG 3/2 – TVN 11/7.

Zeitstrafen: HSG 10 – TVN 5.