Fußball-Bezirksliga Der VfL Stenum und das Pech des Tüchtigen

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Stenum. Der VfL Stenum wirft gegen Blau-Weiß Bümmerstede alles rein, verliert aber erneut. Der Fußball-Bezirksligist lässt diverse gute Chancen aus und kassiert das entscheidende Tor aus dem Nichts.

Manchmal muss man sich der Krise einer Fußball-Mannschaft topografisch annähern, um sie zu verstehen. Der Nebenplatz des VfL Stenum war am Sonntag für das wechselhafte Wetter eigentlich in passablem Zustand, größtenteils vorbildlich flach, in den Fünfmeterräumen gab es aber doch ein paar kleine Hügel – und einer davon hat wohl dafür gesorgt, dass die Stenumer sich weiter mit dem Bezirksliga-Abstiegskampf beschäftigen müssen. In der 79. Minute des Spiels gegen Blau-Weiß Bümmerstede stand es 0:0, als Waldemar Kelm aus 15 Metern abzog, der Flachschuss rutschte Bümmerstedes Keeper Heini Thormann durch die Arme und wäre vielleicht das Siegtor geworden – doch der Ball blieb auf der Linie liegen, wo Thormann ihn einsammelte.

14 Minuten inklusive Nachspielzeit später hatte Stenum mit 0:1 (0:0) verloren, und Trainer Thomas Baake stöhnte mit den Händen in den Taschen: „Da bleibt das Ding auf der Linie kleben. Man hofft ja, dass das Glück irgendwann zurückkehrt, aber bis jetzt ist das nicht passiert.“ Seine Mannschaft ist damit auf Platz 13 abgerutscht, hat aber immer noch neun Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge. Trotzdem sagt Baake: „Es ist Abstiegskampf, die Situation ist gefährlich.“

Dienstmaiers starke Standards

Seine Spieler haben das offenkundig schon verstanden, denn sie warfen am Sonntag alles rein, was an Kampfkraft in ihnen steckte. Stenum wollte den Größenvorteil gegenüber Bümmerstede nutzen und setzte auf hohe und lange Bälle, was selten schön aussah, aber doch reichte, um die erste Halbzeit klar zu bestimmen. Julian Dienstmaier war mit seinen Standards der auffälligste Mann: In der 14. Minute setzte er einen Freistoß an den Pfosten, dann landeten Ecken von ihm zweimal auf dem Kopf von Torben Würdemann, der in der 28. Minute das Tor verfehlte und sieben Minuten später an Thormann scheiterte. In der letzten Aktion der ersten Hälfte prallte ein Schuss des starken Maximilian Klatte vom Innenpfosten wieder heraus.

Fünfte Niederlage mit einem Tor Unterschied

Die Gäste hatten nur eine kurze starke Phase nach der Pause, als Stenums Defensive mächtig wackelte. VfL-Torwart Thorben Riechers parierte in der 55. Minute gegen den allein enteilten Timo Goldner, der wiederum fünf Minuten danach aus fünf Metern das Außennetz traf. Stenum hatte aber ebenfalls gute Chancen: Marten Michael köpfte eine weitere Dienstmaier-Ecke aus acht Metern freistehend vorbei. „Wir hatten Chancen, die man einfach machen muss“, fand Baake.

Doch es folgten das erwähnte Torlinien-Drama und Bümmerstedes Siegtor, das in der 86. Minute aus dem Nichts fiel. Eine Flanke von rechts nahm Mazlum Orke inmitten von VfL- Verteidigern an und verwandelte per Drehschuss – was die fünfte Stenumer Niederlage mit einem Tor Unterschied bedeutete. „Die Jungs sind nervös“, bekennt Baake. „Aber ich sehe bei ihnen die Bereitschaft, sich da selbst wieder rauszuziehen. Wir stecken in einer Negativspirale. Wir werden nichts überstürzen und die richtigen Maßnahmen ergreifen.“ Womöglich gehört dazu auch die Einebnung eines gewissen Fünfmeterraum-Hügels.


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