Fußball-Bezirksliga Turbulentes Spitzenspiel zwischen Wildeshausen und Brake

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Wildeshausen. Fünf Tore, eine hitzige Schlussphase und ein Platzverweis für Trainer Marcel Bragula: Der VfL Wildeshausen hat das Spitzenspiel der Fußball-Bezirksliga gegen den SV Brake mit 2:3 (0:2) verloren.

Als Schiedsrichter Henrik Bramlage am Sonntagnachmittag um 16.54 Uhr den Schlussstrich unter ein am Ende hitziges Spitzenspiel in der Fußball-Bezirksliga zwischen dem VfL Wildeshausen und dem SV Brake gesetzt hatte, flüchtete Krandel-Coach Marcel Bragula nach der 2:3 (0:3)-Niederlage seines Teams direkt in die Kabine. Bragula, der auch nach bitteren Niederlagen immer zuerst seine Mannschaft im Kreis zusammenholt und dann den Pressevertretern Rede und Antwort steht, hatte dieses Mal aber einen kürzeren Weg als sonst in die Umkleideräume.

Denn der 43-Jährige stand beim Schlusspfiff nicht mehr in seiner Coachingzone, sondern hatte auf einer Bank am Kabinentrakt stehend die letzten Minuten verfolgt. Genauer gesagt: verfolgen müssen. Denn Bragula war nach der Aufregerszene des Spiels in Minute 80 von Referee Bramlage aus dem Innenraum verwiesen worden.

Die Schlussphase des Spitzenspiels zwischen dem VfL Wildeshausen und dem SV Brake musste Krandel-Coach Marcel Bragula stehend vor den Umkleideräumen verfolgen. Foto: Frederik Böckmann

Was war passiert? Nach einem abgewehrten Wildeshauser Angriff trat beim Stand von 1:3 Brakes immer wieder mit diversen kleineren Unsportlichkeiten auffallende Patrick Lizius direkt vor der VfL-Bank erst gegen Wildeshausens Sascha Görke nach und ließ sich danach theatralisch fallen. Weil Wildeshauser Trainer, Betreuer und Spieler daraufhin den Braker Verteidiger bestürmten, kam es zu einer größeren Rudelbildung, in dessen Folge Bragula einen Braker Spieler schubste. Nachdem sich diese Tumulte gelöst hatten, entschied Schiedsrichter Bramlage auf Platzverweis für Bragula und Gelb für Görke wegen Meckern. Lizius, der Rot hätte sehen müssen, kam ungeschoren davon, weil die Aktion nicht im Blickfeld der Schiedsrichter lag.

Bröcker köpft am Ausgleich vor

Diese Szene war vor 450 Zuschauern und zehn Journalisten der Startschuss zu einer intensiven Schlussphase. „Schönen Dank an Lizius, der hat uns wieder zum Leben erweckt“, sagte VfL-Co-Trainer Sven Apostel. Denn die Gastgeber kämpften nach einer langen Zeit harmlosen Vorstellung mit allen Mitteln um das Unentschieden. Der 2:3-Anschluss durch Rene Tramitzke nach einem Stolle-Freistoß brachte das Krandelstadion zum Beben (85.). Und in der Nachspielzeit hätte Sebastian Bröcker fast tatsächlich noch den 3:3-Ausgleich geköpft (90.+1). Doch es blieb beim 2:3, das vielleicht das Aus im Titelrennen bedeutete.

„Brake hätte sich am Ende über das 3:3 nicht beschweren dürfen“, fand Apostel, räumte in seiner Analyse aber auch richtigerweise fair ein: „Andererseits haben wir auch verdient verloren. Wir haben auf dem schlechten Platz keinen guten Fußball gespielt, haben am Anfang eine gewisse Nervosität gezeigt und natürlich blöde Gegentreffer kassiert.“

Pundsack patzt beim 0:1

Bereits nach sechs Minuten lag Wildeshausen mit 0:1 zurück. Torwart Sebastian Pundsack spielte einen Rückpass direkt in die Füße von Andre Jätdke, der aus 35 Metern abzog und Pundsack überlupfte – es war ein echtes Traumtor. Wildeshausen kam danach überhaupt nicht in die Gänge, wirkte pomadig und ließ Körperspannung und -sprache vermissen. Nico Westphal erhöhte dann für die Gäste per Kopfball nach einer Ecke auf 2:0 (27.).

Bragula reagierte, brachte bereits nach 41 Minuten Jannis Oberbörsch für Andreas Kari, doch es kam für Wittekind nach der Pause noch schlimmer. Nach einer erneuten Ecke drückte Arkadius Wojcik den Ball aus drei Metern über die Linie – 0:3 (64.). Die Entscheidung? Mitnichten. Erst verkürzte Michael Eberle per 16-Meter-Schuss auf 1:3 (68.) und hatte dann das 2:3 auf dem Fuß (70.). Es folgte die turbulente Schlussphase – mit dem besseren Ende für Brake.

Steindor zufrieden

„Wir waren kämpferisch sehr stark und haben verdient gewonnen“, meinte Brakes Trainer Gerold Steindor. „Wildeshausen hat ja lange Zeit nur mit langen Bällen operiert, da haben wir nichts zugelassen. In der Schlussphase waren wir bei den Standardsituationen gegen uns allerdings nicht konsequent genug.“ Zur Leistung von Referee Bramlage sagte Steindor: „Der Schiedsrichter hat keine Fehler gemacht und eine sehr gute Leistung gezeigt.“


VfL Wildeshausen: Pundsack - Heinrich (61. Wallner), Stolle, Schütte, Bröker - A. Kari (42. Oberbörsch), Kupka, Görke, K. Kari (55. Finger) - Eberle, Tramitzke.

Tore: 0:1 Jädtke (6.), 0:2 Westphal (27.), 0:3 Wojcik (64.), 1:3 Eberle (68.), 2:3 Tramitzke (85.).

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