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Bitteres Aus im Tiebreak VG Delmenhorst-Stenum verpasst historischen Aufstieg

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Delmenhorst. Die Volleyballer der VG Delmenhorst-Stenum haben den erstmaligen Aufstieg in die Regionalliga verpasst. In der Relegation scheitert der Oberligist an der SG STV/MTV Salzgitter nach einem Krimi mit 2:3.

Die historische Krönung einer grandiosen Saison 2017/2018 ist den Volleyballern der VG Delmenhorst-Stenum versagt geblieben. Sie verloren am Sonntag vor 130 Zuschauern in der Halle am Blücherweg im ersten Spiel der Regionalliga-Relegation gegen die SG STV/MTV Salzgitter nach einem Krimi mit 2:3 (15:25, 25:17, 25:22, 23:25, 13:15). Trotzdem feierten die VG-Fans „ihr“ Team anschließend stehend, schließlich hatte es als Dritter der Staffel 1 der Oberliga mehr erreicht, als vor der Saison erwartet. Und auch im Vergleich mit dem Vizemeister der Staffel 2 hatte die Mannschaft lange geglänzt, machte nur ein paar Kleinigkeiten schlechter als der Gast, der ins Endspiel des Dreier-Turniers einzog. Dort musste sich die SG gegen den Oldenburger TB, Achter der Abschlusstabelle der Regionalliga, dann mit 1:3 Sätzen geschlagen geben.

OTB und Salzgitter müssen warten

Nach diesen beiden Partien steht allerdings zunächst nur fest, dass die VG in der kommenden Saison wieder in der Oberliga antreten wird. Oldenburger und Salzgitteraner müssen bis Anfang Mai warten. Dann finden die Staffeltage der Dritten Liga und der Regionalliga statt. Die sind so spät terminiert, weil die Saison in der 2. Liga noch nicht beendet ist. Erst dann, wenn dort die Absteiger feststehen, können die darunter liegenden Klassen eingeteilt werden. Eine Rechnung, die für die Regionalliga zu drei Ergebnissen führen kann: Es gibt keinen Aufsteiger und der OTB steigt ab, der OTB bleibt drin oder – auch das ist möglich – der OTB ist weiter dabei und Salzgitter steigt auf.

Zwei Punkte fehlen der VG zum 3:1-Sieg

Klar, dass VG-Trainerin Susanne Schalk und ihre Spieler nach der mehr als zweistündigen Partie gegen Salzgitter enttäuscht waren, dass sie in diesen „Was-ist-wenn-Überlegungen“ keine Rolle spielen. Vor allem, weil sie nicht weit davon weg waren. „Sehr ärgerlich“, fand Schalk das 2:3: „Es war mehr drin.“ Zwei Punkte fehlten Delmenhorst-Stenum zum Sieg, nachdem Matthias Sanders mit einem Ass im vierten Satz das 23:22 erzielt hatte. Matti Baltzer glich für die Gäste aus, die dann von einem Missverständnis und einem technischen Fehler der VG profitierten: 2:2 – die Partie ging in den Tiebreak. „Den vierten Satz dürfen wir nicht verlieren“, haderte Schalk. Das war für sie auch der Hauptgrund für die Niederlage.

SG-Team gewinnt ersten Satz mit 25:15

Zu Beginn der Partie war den VG-Spielern die Nervosität deutlich anzumerken. Viele ihrer Aufschläge landeten im Netz oder im Aus, es gab Unsicherheiten in der Annahme und im Zuspiel. Die junge Gäste-Mannschaft spielte dagegen unbekümmert darauf los. Zuspieler Kevin Wieloch „bediente“ seine Angreifer sehr gut, die schmetterten die Bälle unerreichbar ins VG-Feld. Baltzer machte das verdiente 1:0 (25:15) perfekt.

Delmenhorst-Stenum dominiert die Sätze zwei und drei

Nach dem Seitenwechsel kam dann der VG-Motor auf Touren. Plötzlich erzeugten die Angaben Druck, die Spieler kamen an die SG-Schmetterbälle und die Annahme klappte, sodass es VG-Zuspieler Aaron Bode viel leichter hatte, die Angreifer in Szene zu setzen. Dazu kam ausgezeichnete Blockarbeit am Netz. Das beeindruckte die Gäste, die mehr Fehler machten als im ersten Durchgang.

In mehr als regionalligatauglicher Atmosphäre trumpfte Delmenhorst-Stenum im zweiten Satz auf. Carus vollendete einen langen Ballwechsel, in dem er den Ball sogar mit dem Fuß im Spiel gehalten hatte, zum 9:3. Über ein 20:11 kam die VG zum 25:17 (Sanders). Auch in Satz drei bestimmte Delmenhorst/Stenum das Geschehen, hatte beim 24:18 sechs Satzbälle. Drei vergab die VG, ehe erneut Sanders den letzten Punkt machte: 2:1.

VG-Team verliert den Tiebreak mit 13:15

Im vierten Satz standen sich zwei Teams auf Augenhöhe gegenüber. Meistens lag Salzgitter leicht vorn (11:9, 20:18, 22:19), doch Demenhorst-Stenum konterte immer wieder. Mit dem 23:22 legte es die Hand auf die Klinke der Tür zum Spiel gegen den OTB, drückte sie aber nicht runter. Im Tiebreak wechselten sich in den vielen langen Ballwechseln auf beiden Seiten Fehler und gelungene Aktionen ab. Das SG-Team ging in Führung (7:3, 10:7). Doch die VG-Spieler kämpften sich und ihren Fans mit dem 11:10 die Hoffnung zurück. Die Gäste brachte das nicht aus der Ruhe, sie spielten in der spannenden Schlussphase konstanter. Baltzer sorgte mit 14:13 für ihren ersten Matchball. Christian Suchanek, der den VG-Block anschlug, von dem der Ball ins Aus flog, beendete die Partie. „Wir haben unser System. Wir bleiben dabei, egal, ob es gut läuft oder schlecht“, erklärte SG-Trainer Vojkan Lazic, was für ihn der Schlüssel zum Erfolg war: „Und wir haben in der entscheidenden Phase mit den besseren Nerven gespielt.“

Lazic erzählte, dass er überlegt hatte, auf die Relegation zu verzichten. Seine sehr junge Mannschaft sei erst vor der jetzt beendeten Saison in die Oberliga aufgestiegen, erläuterte er. Schließlich sei die Entscheidung gefallen, in Delmenhorst anzutreten. „Dann wollen wir auch gewinnen“, sagte er.

Susanne Schalk lobt beide Teams

Schalk war trotzdem stolz auf ihre Mannschaft, die ohne den kurzfristig verletzt ausgefallenen Libero Florian Süßmuth angetreten war. Er wurde von David Rüdiger gut vertreten. Sieht man vom Ende des vierten Satzes ab, „hat sie geil gespielt“, schwärmte sie und lobte die Qualität der Partie: „Das, was beide Mannschaften gezeigt haben, hatte schon Regionalliga-Niveau.“ Dass, das so viele Fans miterlebt hatten, fand sie cool – und begann dann mit der Vorbereitung auf die Spielzeit 2018/2019. „Wir müssen das Positive aus der Relegation für die nächste Saison mitnehmen.“


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