Volleyball VG Delmenhorst-Stenum fiebert Relegation entgegen

Von Frederik Böckmann

Den Ball mit Schmackes über‘s Netz: Mittelblocker Matthias „Oddo“ Sanders ist wichtig für den Angriff der VG Delmenhorst-Stenum. Foto: TobisDen Ball mit Schmackes über‘s Netz: Mittelblocker Matthias „Oddo“ Sanders ist wichtig für den Angriff der VG Delmenhorst-Stenum. Foto: Tobis

Delmenhorst. Die VG Delmenhorst-Stenum bittet am Sonntagmorgen (11 Uhr) zur Regionalliga-Aufstiegsrelegation. Der Heimvorteil, die Erfahrung in den Relegationsspielen und ein Libero, der viel Ruhe ausstrahlt: Für Matthias Sanders sprechen gegen die Rivalen Salzgitter und Oldenburg einige Punkte für die Volleyball-Gemeinschaft.

Ausgerechnet vor den vielleicht zwei wichtigsten Spielen der Saison kränkelte Matthias Sanders etwas. Der Mittelblocker der VG Delmenhorst-Stenum plagte sich mit einer Mandelentzündung herum. Ob er rechtzeitig wieder fit wird? „Ich hoffe, dass es geht. Es muss gehen. Ich hab‘ richtig Bock auf die Spiele – wie alle anderen auch“, fiebert Sanders wie seine Teamkollegen und die ganze Volleyball-Gemeinschaft dem Höhepunkt der Saison 2017/2018 entgegen.

Denn die VG mit ihren Stammvereinen TV Jahn, DTV und VfL Stenum steht am Sonntag ab 11 Uhr in der Halle am Delmenhorster Blücherweg in der Aufstiegsrelegation zur Regionalliga womöglich vor etwas Historischem. Mit zwei Siegen erst gegen die SG STV/MTV Salzgitter (Oberliga-2-Vizemeister) und im Erfolgsfall dann gegen den Oldenburger TB (Regionalliga-Drittletzter) könnte Delmenhorst-Stenum Geschichte schreiben – denn einen Regionalligisten hatte der Volleyball-Standort Delmenhorst bisher noch nicht.

VG Delmenhorst-Stenum hofft auf gute Tagesform

Dieser Umstand sorgte bei allen Beteiligten im Umfeld des Oberliga-Dritten für ein besonderes Kribbeln. Während Trainerin Susanne Schalk gestand, „extrem aufgeregt“ zu sein, bezeichnete Sanders die vom Nordwestdeutschen Volleyball-Verband wegen eines Lehrgangs diktierte Verlegung des Spiels von Samstag auf Sonntag als „unglücklich und blöd“. „Dieses Hin und Her ist schon komisch gelaufen. Man will sich ja irgendwann auf einen Spieltag einstellen“, sagte er.

Die Chance, am Sonntag als Sieger die Relegation zu beenden, sieht „Oddo“ Sanders durchaus als gut an. „Eine Rolle spielt sicherlich die Tagesform. Aber da weiß man bei uns ja nie, was am Ende bei uns dabei herum kommt“, lächelt der 30-Jährige verschmitzt. Denn in der vergangenen Oberliga-Saison hatte die VG von Spielen nahe der Perfektion bis hin zu fast unterirdischen Leistungen die gesamte Bandbreite in ihrem Repertoire. Auf der anderen Seite gibt es jedoch viele Faktoren, die laut Sanders für einen positiven Relegationsausgang sprechen könnten.

  • Punkt eins: der Heimvorteil. „Ich hoffe, dass die Hütte voll wird“, sagte Sanders. „Wenn die Zuschauer vielleicht in Dreierreihen in der Halle stehen, dann kann uns das schon pushen – und die Gegner vielleicht verunsichern.“
  • Punkt zwei: die Gegneranalyse. Am Samstag studiert Delmenhorst-Stenum per Video den ersten Gegner Salzgitter. „Wir wissen, wie wir Salzgitter bespielen können. Die haben aber kein Material von uns. Das ist schon ein Vorteil“, glaubt Sanders. Und den OTB kennt die VG noch aus der vergangenen Saison. „Wir können Oldenburg schlagen“, meint Sanders.
  • Punkt drei: die Relegationserfahrung. Nach der Verbandsliga-Aufstiegsrelegation 2015 und der Oberliga-Abstiegsrelegation 2017 spielt die VG nun bereits zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren diese so genannten Alles-oder-Nichts-Spiele. Bisher beide Mal erfolgreich.
  • Punkt vier: die guten Trainingseindrücke. „Alle Spieler waren heiß“, sagt Sanders. Ein Schwerpunkt der Einheiten war, dass die Steller die Mittelangreifer noch besser in Szene setzen. Tenor: Die VG will agieren – und nicht auf die Aktionen der Gegner reagieren.
  • Punkt fünf: der Kader. Mit den Neuzugängen wie Daniel Müller oder Marco Thiel hat Delmenhorst-Stenum die Qualität im Kader erhöht. Zudem strahlt Routinier Florian Süßmuth als neuer Libero „viel Ruhe aus“, wie Sanders lobt.
  • Punkt sechs: die Einstellung. „Wir werden alles geben, alles rauhauen“, verspricht Sanders den Fans. „Erst wenn der letzte Ball gespielt worden ist, können wir entkräftet umfallen.“